Nachlese zum Fehlstart von Expedition 58

Ich denke jeder hat inzwischen davon gehört, das der Start der letzten Crew mit Sojus MS-10 zur ISS gestern in einer Notlandung geendet hat. Ich will das mal beleuchten, vor allem welche Folgen das hat.

Ich halte mich raus, was die Spekulationen angeht über die Ursachen. Der Abbruch scheint zeitgleich mit der Boosterabtrennung passiert zu sein. Das kann dann alles sein – von einem fehlerhaften Sensor, der die Abtrennung auslöste über einen nicht abgelösten Booster oder irgendeine Beschädigung der Zentralstufe bei der Abtrennung. Das ist auch egal, sofern man die Ursache findet. Continue reading „Nachlese zum Fehlstart von Expedition 58“

ATV Reloaded

In diesem Artikel will ich (zum wiederholten Male, wer sucht, findet ähnliche Artikel im Blog) über die Möglichkeiten des ATV referieren. Ursprünglich sollte die ISS bis 2016 betrieben werden. Darauf hatte man sich geeignet, als 2005 das Vorgehen für die bemannte Raumfahrt nach dem Ausmusterungsbeschluss der Space Shuttles fiel. Der Hintergrund war, dass damals ja noch das Constellation-Programm aktiv war und damit eine Rückkehr zum Mond. Die Mittel sollten auch dadurch gewonnen werden, indem die USA Space Shuttle und ISS aufgaben. Vertragsbedingt mussten die USA die Station 10 Jahre lang betreiben, nachdem die Labore aus Japan und Europa installiert wurden. Continue reading „ATV Reloaded“

Die ISS- das Haupthindernis für ein Marsprogramm

In den letzten Jahren ist der Mars ja wieder in den Fokus gerückt. Die NASA nennt seit Jahren eine bemannte Expedition zum Mars als Langzeitziel (nun für 2033 geplant), private Firmen wie Mars One oder SpaceX mit der Red Dragon wollen zum Mars und es werden mehr Sonden anderer Nationen geschickt. Indien plante seine zweite, China und sogar die arabischen Emirate wollen auch eine Sonde auf den Weg bringen.

Nun seitens der NASA sehe ich die Pläne mehr als Alibi. Das mag ein Langzeitziel sein, ohne konkretes Programm geht da nichts und Trump mag ja fordern, dass man das etwas beschleunigen soll. Aber ein Programm, das es nicht gibt, kann man nicht beschleunigen. Mehr Geld gibt es trotzdem nicht. Es gibt eigentlich in dem Sinne auch kein Marsprogramm, sondern nur eine Schwerlastrakete SLS, deren EM-1 Mission man nun erneut verschoben hat und die unbemannt erfolgen soll und die Orion, aka MPCV. Die SLS reicht in der derzeitigen Größe nicht für einen direkten Transfer aus (wohl, aber wenn man eine Nutzlast stückweise mit der SLS in einen immer elliptischeren Erdorbit bringt, wie von mir vorgeschlagen, nur braucht man dann eben zwei bis drei Starts anstatt einen). Und die Orion ist eine Kapsel wie Apollo, nicht gedacht für eine Langzeitmission und auf dem Mars landen kann man mit ihr auch nicht. Continue reading „Die ISS- das Haupthindernis für ein Marsprogramm“

Europas Beitrag zur ISS ab 2020

Eigentlich wollte ich den Beitrag ja in Münchhausens Kolumne einordnen, doch es fehlt ihm dafür ein wichtiges Kriterium: Dort erscheinen nur Geschichten, die zwar toll klingen, aber nicht möglich sind, zumindest in der beschriebenen Form. Das ist aber bei dem was ich hier Vorschlage nicht der Fall, ansonsten wäre es natürlich eine tolle Geschichte für die Rubrik, weil möglich ist, sinnvoll, kosteneffektiv. Kurz jeder fragt sich „Warum macht man das nicht?“ Nun genau deswegen. Bei der ISS im Besonderen und der Europäisch-Amerikanischen Zusammenarbeit in der Weltraumfahrt im Allgemeinen muss es so sein, das es für Europa ziemlich teuer wird und man immer den kürzeren zieht. Daher kommt eine für die ESA kostengünstige und sinnvolle Lösung leider nicht in Frage. Doch warum geht es? Continue reading „Europas Beitrag zur ISS ab 2020“

Wie kann man die ISS für die Vorbereitung des Mars nutzen?

Eines der Argumente die man mal die Raumstation brachte, war das man damit die Marsmission erleichtern könnte. Das war unüberlegt, denn so wir man es sich damals vorstellte – als eine Art Fabrik im Weltraum war die Raumstation nie ausgelegt, weder als Freedom, noch als Alpha noch als ISS. Nun wird sie ja noch einige Jahre länger betrieben – USA und Russland haben sich auf einen Betrieb bis 2028 geeinigt, von der JAXA und ESA fehlt noch eine Entscheidung – aber es sieht so aus als würde man nur so weitermachen wie bisher.
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