Voyager inside: FDS und Kameras

Voyager war, wie praktisch alle frühen Raumsonden, eine Sonde die alles in Realzeit machte. Das heißt, sie hatte nur begrenzte Möglichkeiten an Bord Bilder und Daten zu speichern und das Schreiben auf Band war bei Jupiter nicht schneller als das direkte Senden. Das machte Anpassungen nötig, denn die Datenrate nahm ja mit steigender Entfernung ab. Heute geht es um einige Details des FDS und der Kameras die ich bei meiner Recherche gefunden habe und die sich so nicht im Buch finden, auch weil sie zu weit gehen.

Aber damit wir alle auf dem gleichen Stand sind. Das zentrale Computersystem von Voyager für die Verarbeitung aller Messdaten, aber auch der internen Telemetrie ist das FDS, das Flight Data Subsystem. Es ist der leistungsfähigste Computer an Bord. Leider findet man auch bei der NASA fast nichts über die interne Arbeitswesire des FDS. Aber einiges habe ich herausgefunden. Continue reading „Voyager inside: FDS und Kameras“

Russlands Ausstieg aus der ISS

Nachdem kurz nach dem Überfall auf die Ukraine Russland bzw. die ESA schon die meisten Projekte, die gemeinsam angegangen wurden aufgekündigt haben, ging es bei der ISS trotz Drohungen Rogodzin weiter. Der polternde Roskosmos-Chef wurde nun am 15. Juli 2022 abgelöst. Ich dachte zuerst, das ist ein gutes Zeichen und selbst in Putins Augen hat er es übertrieben, zumal am selben Tag noch ein Abkommen über den Sitzplatztausch unterzeichnet wurde. Die NASA kauft nun keine Sitzplätze mehr, sondern man tauscht aus – es fliegt ein US-Astronaut mit der Sojus und ein Kosmonaut mit SpaceX oder Boeing. So soll im Falle eines Startverbots für ein Vehikel wenigstens ein Astronaut/Kosmonaut die jeweils eigenen Module versorgen können. Als nächstes wäre Anna Kikina dran, die lange auf ihren Einsatz warten musste – Kosmonautin seit 2012, war sie schon mal für Missionen im Gespräch, nun darf sie nach zehn Jahren im September mit der Crew-5 zur ISS. Hinsichtlich Frauenanteil bei den Komonaut/innen liegt Russland ja auf dem vorletzten Platz. Den letzten Platz belegt übrigens ein Land, in dem man sich wahnsinnig viel Gedanken um das Gendern und Aussprache macht, aber in 30 Jahren es noch zu keiner Astronautin gebracht hat. Ihr wisst schon welches Land ich meine …

Rogodzin ist im Gespräch für die „Präsidentschaft“ über zwei von Russland annektierten Gebieten in der Ukraine. Ob das eine Beförderung oder ein Rauswurf auf Raten ist (ob die Gebiete dauerhaft besetzt bleiben, ist ja nicht so sicher) überlasse ich euch. Continue reading „Russlands Ausstieg aus der ISS“

Die Antwort an Jewgeni-7

Jewgnei-7 ist nach mir der fleißigste Blogkommentierer. Leider sind seine Kommentare sehr lang, haben oft wenig mit dem Thema zu tun und ein Mix verschiedener Themen, sodass eine Antwort recht schwierig ist. Ich finde mehrere, kürzere, thematisch eingegrenzte Kommentare besser. Allerdings habe ich die Vermutung es geht weniger um Kommentare, als vielmehr nutzt Jewgeni diesen Blog als Informationsmöglichkeit für Raumfahrtinteressierte. Hier wäre der bessere Weg eines Gastartikels. Ich kann auf Wunsch gerne einen Autorenaccount anlegen, alternativ den langen Kommentar an bl at bernd-leitenberger.de schicken und ich veröffentliche ihn dann.
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Die ISS und Ionenantriebe – Fortsetzung folgt

Ich habe ja schon vor ewigen Zeiten mal skizziert, das eigentlich die ISS ein ideales Testzentrum für Ionenantriebe wäre. Ich will heute mal einen neuen Anlauf machen, weil die ISS gerade neue Solarpaneele bekommt. Sie ersetzen die alten nicht, sondern ergänzen sie, liefern also mehr Strom. Dies ermöglicht ein einfacheres Erweitern der ISS um kommerzielle Module. Damit steht aber auch mehr Strom für Ionentriebwerke. Continue reading „Die ISS und Ionenantriebe – Fortsetzung folgt“

Die neue russische Raumstation ROSS

Inzwischen gibt es immer mehr Indizien, wofür Russlands neue Raumstation gedacht ist. Wie schon bekannt soll sie eine sonnensynchrone Umlaufbahn erreichen. Diese Bahn hat einige Vorzüge für Russland. Zum einen ist sie von allen Weltraumbahnhäfen – Baikonur, Plessezk und Woschodny erreichbar. Zum anderen eignen sie sich vorzüglich für jede Form der Erdbeobachtung.

Will man von Bord der ISS aus die Erde beobachten so gibt es mehrere Einschränkungen. Das eine ist das jeder Ort der Erde zu einer anderen lokalen Uhrzeit überflogen wird. Damit ist der Schattenwurf der Aufnahmen variabel und nicht vergleichbar. So kann man schwer Bilder die zu unterschiedlichen Zeiten aufgenommen wurden vermessen und vergleichen. Aus dem Schattenwurf kann man z.B. die Höhe von etwas errechnen. Der Schatten kann bei niedrigem Sonnenstand aber auch viel verdecken. Continue reading „Die neue russische Raumstation ROSS“