Nun überschattet werden die von den beiden Unglücken der Antares und von Spaceship Two. Bei letztem hat man sehr schnell die Ursache veröffentlicht: der Copilot hat bei knapp über Mach 1 ein Federsystem für das drehbare Leitwerk, ein Bremssystem ausgefahren, das nominell erst bei Mach 1,4 ausgefahren werden darf. mich wundert da eher das bei einem neuen High-Tech Flugzeug das überhaupt möglich ist. So was kritisches sollte abgesichert sein. Wenn ich etwas programmiere dann prüfen bei mir Tester alle Fälle ab, selbst welche, die ich nicht vorhergesehen habe (das man bei der Frage „wie viele Werte darf der Testfall haben“ und einer Prüfung auf größer 1 und maximal 2000 Werte auf die Schnauze fliegt wenn jemand 4 Milliarden eingibt, weil die Zahl nicht in eine 32 Bit vorzeichenbehaftete Zahl rein geht habe ich z.B. auch nicht gedacht. Aber es wurde geprüft und der Fehler beseitigt. Bei Spaceship Two scheint man selbst einfachere Prüfungen nicht einzusetzen.
So wird auch der (danach) anvisierte Start einer Nachfolgeversion auf sich warten lassen – realistischerweise in 3 Jahren. Orbital kündet dagegen schon 2016 an. Verwendet soll angeblich das RD-193 werden, eine modifizierte RD-191 Version der Angara – erneut ein noch noch nicht flugqualifiziertes Triebwerk. Die Angara hatte ja bisher nur einen suborbitalen Testflug und das RD-193 ist eine uneingesetzte Modifikation. Aber viele Alternativen gibt es ja nicht, eigentlich keine außer dem RD-180, doch das will ja nun auch Lockheed-Martin ersetzen.
Inzwischen will die ESA mit Zahlen Deutschland überzeugen. Die ESA würde innerhalb von 10 Jahren 345 Millionen Euro für Starts einsparen (ohne die Vega Starts) wenn sie die Ariane 6 hätte. Mal sehen ob das Deutschland überzeugt. Am 2.12. tagen die Minister. Bis dahin sollte man eine Lösung finden. Deutschland ist übrigens nicht das einzige Problem – durch die Feststoffantriebe ist bei der Ariane 6 Italiens Anteil größer und ob Italien sich soweit beteiligen ist davon war bisehr noch gar nichts zu hören.
Währenddessen hat China die Generalprobe für die Mondbodenrückführung gemacht: Chang E‘-5 umrundete den Mond wie Ende der sechziger Jahren die Sond Raumsonden und landete wieder auf der Erde und machte dabei auch dieses Foto. Es ging wohl um den Test der Landung und der Kapsel, denn der interessantere Teil ist ja die Landung auf dem Mond und die Gewinnung von Bodenproben. Wie immer weis man von Chang E’5. Immerhin, die Kapsel ist relativ groß, deutlich größer als die der russischen Luna und mit 2 kg Bodenproben wird sie auch die zehnfache Menge zurückführen (mehr wird durch eine Punktbohrung ohne einen Lander der sie über längere Zeit einsammelt wohl auch nicht möglich sein). Wenn sie klappt haben die Chinesen mehr Mondmaterial geborgen als die Russen. Europa, Japan und Indien haben sie zumindest was die Erstleistungen angeht ja schon überholt.