Die SLS – Evolution

Ich denke es ist mal Zeit für einen Blog. Ich mache mich nicht aus Themenmangel rar, sondern weil ich nachdem ich es etwas schleifen haben lasse wieder mehr an meinem Apollobuch arbeite. („Apollobuch“, weil es sich kürzer schreibt als der momentane Titel „Apollo – Raumfahrzeuge und Saturn“). Es ist das eingetreten was ich befürchtet habe. Ich stecke fest. Das Problem ist anders als bei den Büchern über Gemini und Mercury, dass es nicht zu wenig, sondern zu viel Informationen gibt. Es gibt so vieles durchzulesen und durchzuarbeiten, ohne das man im Text weiter kommt. Fertig sind eigentlich nur zwei kleine Artikel über den Anzug (immerhin auch schon 30 Seiten) und die Fernsehkameras. Sie zeigen auch ein zweites Problem das ich habe: Projektgeschichte. Die meisten US-Bücher behandeln die ausführlich, ich wollte sie aber weglassen. Es geht aber nicht. Es gab so viele Änderungen während des Programms. Beim Anzug ist es extrem: es gab sieben Versionen des Anzugs und ebenso viele des Backpacks. Das lag an Problemen, aber auch das man mehrfach die Anforderungen revidiert hat. Anfangs hatte man z. B. viel zu niedrige Anforderungen an die abzuführende Energie – das System das eingesetzt wurde führte schließlich 2,4 mal mehr Wärme ab als in der ersten Ausschreibung stand. Continue reading „Die SLS – Evolution“

Das Modulkonzept: mit dem Prometheus

As kleiner Abschluss meiner Reihe über moderne Modulbauweisen will ich mich einem realistischen Konzept widmen. Derzeit wird ja das Prometheus-Triebwerk entwickelt. Es ist in vielem ideal für eine modulare Rakete

  • es soll vergleichsweise preiswert sein (1 Million €/Triebwerk)
  • es ist auf eine hohe Produktionszahl (50 bis 100 Triebwerke/Jahr) ausgelegt.
  • es hat vergleichsweise wenig Schub (1.000 kN).

Ich habe dies einmal zu einem Bestandteil eines Modulkonzepts gemacht. Ich habe als Startmasse 65 t angenommen, das ermöglicht es, das als kleinste Version vier Booster reichen, um eine Zentralstufe zu starten. Wenn man mit der Modulmasse heruntergeht, dann reichen auch drei, dann gibt es aber ein Problem bei großen Nutzlasten. Ich halte es dann besser, wie bei Ariane 4,0 einfach Treibstoff wegzulassen. Man spart ein Modul ein, das ist preiswerter, als Nutzlast zu verlieren. Continue reading „Das Modulkonzept: mit dem Prometheus“

Macht es beim ersten Mal richtig!

Den Aufhänger für mein heutiges Thema liefert mir folgende Meldung: Germany trades P120 booster production for Ariane 6 turbo pumps, upper stage carbon fiber research. Als die Ariane 6 beschlossen wurde, ging es wie immer um die Verteilung der Mittel. Wir haben in Europa das Prinzip des geografischen Rückflusses, wonach wenn ein Land eine bestimmte Summe für ein Projekt aufwendet, es in etwa die gleiche Summe an Aufträgen erhält, man also nicht nur Nettoeinzahler ist. Das ging bisher ganz gut, man musste eben für jedes Land etwas finden, was es machen kann. Deutschland hat zum Beispiel bei Ariane 1-4 nicht viel entwickelt, bekam aber Aufträge für die Triebwerktests – auch das Vulcain und Vinci werden im deutschen Testzentrum n Lampoldshausen getestet und vor allem für die Integration der Stufen, man hat also zusammengebaut was andere entwickelt und produziert haben, so die zweite Stufe und die PAL-Booster bei Ariane 4. Bei Ariane 5 waren es die Boostergehäuse, die aus Edelstahl waren und daher sehr gut in die Fähigkeiten von MAN als Maschinenhersteller passten und die zweite Stufe, diesmal sogar mit selbst entwickeltem Triebwerk, dazu verschiedene Strukturen wie die von der VEB. Continue reading „Macht es beim ersten Mal richtig!“

ATV Reloaded

In diesem Artikel will ich (zum wiederholten Male, wer sucht, findet ähnliche Artikel im Blog) über die Möglichkeiten des ATV referieren. Ursprünglich sollte die ISS bis 2016 betrieben werden. Darauf hatte man sich geeignet, als 2005 das Vorgehen für die bemannte Raumfahrt nach dem Ausmusterungsbeschluss der Space Shuttles fiel. Der Hintergrund war, dass damals ja noch das Constellation-Programm aktiv war und damit eine Rückkehr zum Mond. Die Mittel sollten auch dadurch gewonnen werden, indem die USA Space Shuttle und ISS aufgaben. Vertragsbedingt mussten die USA die Station 10 Jahre lang betreiben, nachdem die Labore aus Japan und Europa installiert wurden. Continue reading „ATV Reloaded“

Die Prometheus-Booster der Ariane 6

Immer wenn ich was simuliere, kommen mir Ideen – meine Stellungnahme zur Ariane 6 sollte mal einen Artikel umfassen, nun ist es schon der Vierte. Als ich die Rakete entwickelte, kam mir am Schluss ide Idee, wofür die ESA tatsächlich den Prometheus Antrieb nutzen könnte. Für Flüssigbooster, die den P120C der Ariane 62/64 ersetzen.

Schon alleine durch den hohen spezifischen Impuls von 3322 im Vakuum würden sie die Nutzlast gravierend steigern. Auch das Voll-/Leermasseverhältnis des P120C von 12,5 können schon konventionelle Booster leicht unterbieten. Beim weiteren Nachdenken fallen mir mehrere Lösungen zum Umsetzen ein: Continue reading „Die Prometheus-Booster der Ariane 6“