Bernd Leitenbergers Blog

Ich bin reich …

Also zumindest meint meine Bank das. Als kleines Zwischenbonbon bis der nächste Beitrag fertig ist, heute ein ganz kurzer unterhaltsamer Blog. Jeder der einen Online Zugang zu einer Bank hat kennt das: sie wollen einem immer auch noch neue „Produkte“ verkaufen und blenden Werbung ein.

Ich bin mal bei der Commerzbank den Anzeigen nachgegangen und zwar als mir eine Werbung suggerierte ich sollte doch mal an Rücklagen denken, an eine Notfallreserve und dort fand ich dies:

Wahnsinn ich habe ein Monatseinkommen über 21.000 Euro, das sind über 250.000 Euro pro Jahr. Ich muss also wirklich reich sein. Nun kommt die Bank ja nicht von alleine auf die Summe, sie interpretiert sie nur falsch. Bei einem Monatseinkommen denke ich an bezahlte Rechnungen, Tantiemen oder Gehalt. Dem würden dann auch Ausgaben für Einkaufen, Miete, Strom, Steuern, Abgaben eben einfach alles, was man kauft oder bezahlen muss entgegenstehen. Die Bank liefert dann auch gleich eine Aufschlüsselung:

Und hier wird deutlich das von dem Konto nur drei Umsätze im Bereich „Sparen und Anlegen“ gab. Das Konto ist nämlich kein Girokonto, es ist ein Kapitalverrechnungskonto. Ich habe bei der Commerzbank mein Onlinedepot und damit irgendwo hin Dividenden, Verkäufe und Käufe verbucht werden, gibt es eben ein Kapitalverrechnungskonto, das ist kein Girokonto so kann ich von dem Konto z.B. Geld nur an mein eigentliches Girokonto bei der Bank in meinem Ort überweisen.

Das erklärt auch zwanglos das hohe „Einkommen“ bei dem man korrekt sagen müsste „Umsätze durch Wertpapierverkäufe“ – ich verkaufe eben Wertpapiere, wenn sie viel Gewinn oder Verlust machen und kaufe dann andere. Das sind dann schnell Posten die über 10.000 Euro liegen. Und davon gibt es pro Monat einige. Das Geld rotiert so mehrmals im Jahr und so kann man mit einem nicht besonders großen Depot durchaus zu großen Umsätzen kommen, ohne das viel Geld auf dem Konto dauerhaft liegt.

Noch skurriler war, was ich bei dem Klicken auf eine andere Anzeige sah, bei der meine Versicherungen überprüft werden sollten. Da sah ich Folgendes:

Nach der Bank habe ich also 10 Verträge mit Versicherungen mit dem Konto verknüpft, die mich glatte 273.000 Euro pro Jahr kosten! Das ist ungefähr das 200-fache dessen, was ich wirklich an Versicherungsprämien zahle. Wie die Bank darauf kommt, ist mir ein Rätsel. Ich habe in dem Depot Aktien von zwei Versicherungen aber nicht 10 und die sind auch keine 273.000 Euro wert und generieren auch nur einen Umsatz im drei bis maximal niedrigen vierstelligen Bereich.

Ich vermute, die Commerzbank hat eine KD – eine Künstliche Dummheit – eingesetzt, um aus den Kontobewegungen abzuleiten, wofür das Geld genutzt wird. Diese KD kann aber offensichtlich nicht erkennen, dass es sich bei meinem Konto um kein Girokonto handelt.

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