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Das Wasser

Das Wasser ist kein Nährstoff im eigentlichen Sinn, aber sowohl unsere Nahrung wie auch der menschliche Körper besteht größtenteils aus Wasser. Für fast alle biochemischen Reaktionen, Transportvorgänge oder als Strukturelement ist Wasser erforderlich. Der Mensch kann mehrere Wochen ohne Nahrung auskommen, jedoch nur einige Tage ohne Wasser.

Die Wasseraufnahme wird im menschlichen Körper von zwei Hormonen gesteuert. Der Wasserhaushalt ist mit dem Natriumhaushalt verbunden. Eine Aufnahme von Natrium bewirkt eine Bindung von Wasser im menschlichen Körper. Bei Aufnahme von Natrium wird daher weniger Wasser ausgeschieden und man bekommt Durst um Wasser aufzunehmen. Umgekehrt führt ein Natriummangel zu der Ausscheidung von Wasser und die Konzentration des Natriums konstant zu halten. So kann ein Natriummangel z.B. durch starke Schweißbildung entstehen.

Wasser wird aufgenommen durch die Nahrung und Getränke. Auch beim Abbau der Nahrung im Körper entsteht Wasser. Ausgeschieden wird Wasser durch den Kot (erhöhter Bedarf bei Durchfall), den Harn, die Haut (Schweiß) und die Lunge (die Atemluft enthält viel Wasser.)

Der Mensch sollte täglich mindestens 1-1.5 Liter Wasser zu sich nehmen. Wie bei allen Nährstoffen, es auch beim Wasser einen Minimalbedarf und einem Optimalbedarf. Auch beim Wasser kann zuviel schädlich sein. Die Nieren können dann nur noch unter großen Anstrengungen Nährstoffe aus dem Wasser ziehen. Es ist von einer Person bekannt, die an Nierenversagen starb, weil sie täglich ca. 12 Liter Wasser trank. Wünschenswert ist eine Zufuhr von 2-2.5 Liter. Berücksichtigt man den Wassergehalt von Speisen und die Bildung von Wasser beim Abbau der Nährstoffe, so muss noch 1.2 -1.7 Liter in Form von Getränken aufgenommen werden.

Der Wasserbedarf ist erhöht bei der Aufnahme von stark salzhaltigen Speisen und der erhöhten Ausscheidung von Wasser, z.B. durch Schweiß oder Durchfall. Auch wenn jedes Getränk größtenteils aus Wasser besteht, ist es wünschenswert Wasser vor allem den Form von Mineralwasser oder energiearmen Getränken aufzunehmen. Eine Aufnahme von mehr als einem Liter in Form von gesüßten Getränken (Limonaden, Fruchtnektare, Fruchtsäfte) führt große Mengen an Zucker dem Körper zu. Ebenso bedeutet die Aufnahme von alkoholischen Getränken eine erhebliche Energiezufuhr in Form von Alkohol. Auch Milch sollte nicht als Getränk sondern als Nahrungsmittel gesehen werden. So deckt der Genuss eines Liters mich schon ein Drittel des Energie eines Menschen mit geringer körperlicher Betätigung.

Ideal ist es Wasser in Form von energiearmen Getränken, Wasser, Mineralwasser, Tee oder verdünnten Säften aufzunehmen. Die Aufnahme von Kaffee, alkoholischen Getränken bewirkt eine bescheinigte Ausscheidung, so dass das Wasser nur kurz im Körper verweilt. Die Funktion des Wassers als Lösungsmittel für giftige Abbauprodukte wird dadurch gemindert. Es ist aber falsch zu sagen, dass Kaffee oder alkoholischen Getränken beim Wasserbedarf nicht berücksichtigt werden sollten. Der Wasserbedarf liegt hier nur höher, da die Ausscheidung forciert ist.

Wichtig ist das Wasser - sowohl als Mineralwasser wie Leitungswasser gelöste Mineralien enthält. Diese können bei den Mineralstoffen Calcium, Magnesium, Fluorid einen erheblichen Teil des Tagesbedarfs decken. Es gibt Mineralwässer mit einem so großen Calcium- oder Magnesiumgehalt, dass 1.5 Liter dieser Mineralwässer ausreichen den Calciumbedarf oder Magnesiumbedarf eines Menschen zu decken. Bei dem Leitungswasser hängt der Mineralstoffgehalt stark von der Region ab in der es gewonnen wurde. Grundwasser ist in der Regel mineralstoffärmer als Wasser aus tieferen Schichten. Wird das Wasser aus einer Gegend mit Kalksteingebirgen gewonnen so ist der Mineralstoffgehalt erheblich höher als im Tiefland. Ein Indiz dafür ist der Härtegrad ihres Wassers, je härter das Wasser ist, desto mehr Calcium und Magnesium enthält es. Eine genaue Angabe enthält eine Analyse des Wassers welche die Wasserversorger regelmäßig erstellen. Sie könnten den Gehalt an Mineralstoffen bei ihrem Wasserversorger erfragen.

Ab und an hört man das anorganische Mineralstoffe - wie sie im Wasser vorliegen - nicht so gut resorbierbar seien. Dem ist nicht so, es ist vielmehr ein Verständnisfehler: Wenn die Mineralstoffe im Darm ankommen sind sie sowohl aus organischen wie anorganischen Verbindungen in der Regel befreit und liegen als Ionen vor. Wie viele dieser Ionen aufgenommen werden hängt von Einflussfaktoren ab und hier können organische Verbindungen - vor allem Fruchtsäuren fördernd wirken. Diese liegen aber auch vor wenn man Wasser zu einem Essen trinkt oder ein Schorle mischt. Es gibt auch organische Verbindungen welche die Aufnahme hemmen wie Oxalsäure in Spinat und Rhabarber und Phytinsäure in Weizen. Unter diesem Gesichtspunkt sind Mischgetränke aus Fruchtsäften und Mineralwasser empfehlenswert.

Relativ neu ist der Sauerstofftrick: Angeblich soll Sauerstoff im Wasser jung machen. Nun in einem Liter Wasser können bei 20°C 30.5 ml Sauerstoff, also soviel wie in 150 ml Luft ist, gelöst werden. Mit einem Luftzug nehmen sie 1-2 l Luft zu sich, das ist die 10 fache Menge. Dabei habe ich noch nie gehört das man über den Magen atmen können soll. Offenbar haben die Werbetexter nur beschränkte Medizinkenntnisse. Ich glaube mehr ist dazu nicht zu sagen.

Bernds Ernährungstipps

  1. Mineralwasser hat einen Mindestgehalt an Mineralstoffen von 1000 mg und eine ernährungsphysiologische Wirkung. Es wird aus unterirdischen Quellen gewonnen
  2. Quellwasser ist Wasser aus unterirdischen Vorkommen, welches aber nicht den Mineralstoffgehalt oder die Wirkung von Mineralwasser aufweist.
  3. Tafelwasser ist abgefülltes Wasser (kann auch Leitungswasser sein), es darf anders als Mineralwasser mit Salzen versetzt werden.
  4. Heilwasser hat eine medizinisch nachweisbare Wirkung. Sie auch mein Aufsatz über Mineralwasser, Mineralstoffe und die Vittel Werbung.

Bücher vom Autor

Zum Thema Ernährung, Lebensmittel und Lebensmittelchemie/recht sind bisher vier Bücher von mir erschienen:

Das Buch „Was ist drin?“ wendet sich an diejenigen, die unabhängige Informationen über Zusatzstoffe und Lebensmittelkennzeichnung suchen. Das Buch zerfällt in vier Teilen. Es beginnt mit einer kompakten Einführung in die Grundlagen der Ernährung. Der zweite Teil hat zum Inhalt eine kurze Einführung in die Lebensmittelkennzeichnung - wie liest man ein Zutatenverzeichnis. Welche Informationen enthält es? Ergänzt wird dies durch einige weitere Regelungen für weitergehende Angaben (EU Auslobung von geografischen Angaben, Bio/Ökosiegel etc.).

Der größte der vier Teile entfällt auf eine Beschreibung der technologischen Wirkung, des Einsatzzweckes und der Vorteile - wie auch bekannter Risiken - von Zusatzstoffen. Der letzte Teil zeigt beispielhaft an 13 Lebensmitteln, wie man ein Zutatenverzeichnis sowie andere Angaben liest, was man schon vor dem Kauf für Informationen aus diesem ableiten kann, die einem helfen, Fehlkäufe zu vermeiden und welche Tricks Hersteller einsetzen, um Zusatzstoffe zu verschleiern oder ein Produkt besser aussehen zu lassen, als es ist. 2012 erschien eine Neuauflage, erweitert um 40 Seiten. Sie trägt zum einen den geänderten Gesetzen Rechnung (neue Zusatzstoffe wurden aufgenommen, Regelungen über Lightprodukte beschrieben) und zum anderen ein Stichwortregister enthält, das sich viele Leser zum schnelleren Nachschlagen gewünscht haben.

Wie sich zeigte, haben die meisten Leser das Buch wegen des zentralen Teils, der die Zusatzstoffe beinhaltet, gekauft. Ich bekam auch die Rückmeldung, dass hier eine Referenztabelle sehr nützlich wäre. Ich habe daher 2012 diesen Teil und den Bereich über Lebensmittelrecht nochmals durchgesehen, um die neu zugelassenen Zusatzstoffe ergänzt und auch um neue Regelungen, wie bei der Werbung mit nährwertbezogenen Angaben. Ergänzt um eine Referenztabelle gibt es nun die zwei mittleren Teile als eigenes Buch unter dem Titel "Zusatzstoffe und E-Nummern" zu kaufen.

Nachdem ich selbst über 30 kg abgenommen habe, aber auch feststellen musste wie wenig viele Leute von Ernährung oder der Nahrung wissen, habe ich mich daran gemacht einen Diätratgeber "der anderen Art" zu schreiben. Er enthält nicht ein Patentrezept (wenn auch viele nützliche Tipps), sondern verfolgt den Ansatz, dass jemand mit einer Diät erfolgreicher ist, der genauer über die Grundlagen der Ernährung, was beim Abnehmen passiert und wo Gefahren lauern, Bescheid weiß. Daher habe ich auch das Buch bewusst "Das ist kein Diätratgeber: ... aber eine Hilfe fürs Abnehmen" genannt. Es ist mehr ein Buch über die Grundlagen der Ernährung, wie eine gesunde Ernährung aussieht und wie man dieses Wissen konkret bei einer Diät umsetzt. Es ist daher auch Personen interessant die sich nur über gesunde Ernährung informieren wollen und nach Tipps suchen ihr Gewicht zu halten.

Das Buch "Was Sie schon immer über Lebensmittel und Ernährung wissen wollten" wendet sich an alle, die zum einen die eine oder andere Frage zu Lebensmitteln und Ernährung haben, wie auch die sich für die Thematik interessieren und auf der Suche nach weitergehenden Informationen sind. Während andere Autoren zwar auch populäre Fragen aufgreifen und diese oft in einigen Sätzen beantworten und zur nächsten Frage wechseln, habe ich mich auf 220 Fragen beschränkt, die ich mehr als Aufhänger für ein Thema sehe, so hat das Buch auch 392 Seiten Umfang. Jede Frage nimmt also 1-2 Seiten ein. Sie sind nach ähnlichen Fragestellungen/Lebensmitteln gruppiert und diese wieder in vier Sektionen: zwei Großen über Lebensmittel und Ernährung und zwei kleinen für Zusatzstoffe und Lebensmittelrecht/Werbung. Man kann das buch daher von vorne bis hinten durchlesen und so seinen Horizont erweitern, aber auch schnell mal nach einer Antwort suchen.

Sie erhalten alle meine Bücher über den Buchhandel (allerdings nur auf Bestellung), aber auch auf Buchshops wie Amazon, Libri, Buecher.de und ITunes. Sie können die Bücher aber auch direkt bei BOD bestellen.

Mehr über diese Bücher und weitere des Autors zum Themenkreis Raumfahrt, finden sie auf der Website Raumfahrtbucher.de.


© des Textes: Bernd Leitenberger. Jede Veröffentlichung dieses Textes im Ganzen oder in Auszügen darf nur mit Zustimmung des Urhebers erfolgen.
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