Bernd Leitenbergers Blog

Ungerechtigkeit

Kürzlich ging es in der Sonntagspredigt um eine Geschichte aus der Bibel: Ein Bauer braucht zur Bestellung seines Weinbergs Tagelöhner und er stellt welche morgens ein, doch die Arbeit ist zu viel, so heuert er den Tag über weitere an, die letzten kurz vor Feierabend. Dann ist die Arbeit beendet und die Tagelöhner bekommen ihren Lohn. Da regt sich dann Unmut, weil alle den gleichen Lohn bekommen, unabhängig von der Arbeitszeit. Der Bauer erwidert natürlich: "Was regt ihr euch auf – bekommt nicht jeder den Lohn, den wir ausgemacht haben? Ist es nicht meine Sache, ob ich großzügig bin?". Es schließt sich natürlich dann eine Predigt an die uns über das Reich Gottes und seine Großzügigkeit aufklärt.

Doch ich kann die Tagelöhner verstehen. Natürlich regt sich in uns etwas, wenn wir den ganzen Tag arbeiten und wir bekommen den gleichen Lohn wie jemand der nur eine Stunde gearbeitet hat. Das Gerechtigkeitsempfinden ist etwas, dass, wenn ich es verletzt ist, bei den meisten Menschen am stärksten nagt. so auch bei mir. Mir kommen da einige Dinge in den Sinn, die mir zu schaffen machten, und wenn ich darüber nachdenke ertrage ich Undank, Abneigung oder Missgunst eher als Ungerechtigkeit.

Wenn ich darüber nachdenke ist es nicht nur bei mir so. Viele geschichtliche Ereignisse beruhen letzten Endes darauf, dass das Gerechtigkeitsempfinden von Bevölkerungsgruppen verletzt wurde:

Warum ist dies so? Diese Frage kann ich nicht so recht beantworten, denn es gibt durchaus bedrohlichere Dinge die von Menschen lange Zeit geduldet werden wie Zensur, hohe Steuern, fehlende Meinungsfreiheit selbst Armut oder Hunger. Vielleicht weil dies alle trifft und nicht nur einige? Was meint Ihr, was die Ursache ist? Und reagiert ihr auch so empfindlich auf Ungerechtigkeit? 

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