Bernd Leitenbergers Blog

Eine Vision

Weiter gehts mit den Gastbeiträgen, diesmal einer von Hans:

Ziel ist es, das Europa eine dauerhaft besetzte Basis auf dem Mond errichtet, um diesen und den „erdnahen“ Weltraum (hier als 2 bis 3-fache Distanz zwischen Erde und Mond angenommen) zu erforschen. Grundsätzliche Forschungsziele wären dabei:

Weitere Ziele wären:

Mittel- und Langfristige Ziele wären:

Die Frage dabei ist, was man dazu braucht? Da wären als erstes mal die Transportmöglichkeiten um überhaupt zum Mond hin zu kommen. Raketen, die Lasten der Grössenordnung der Saturn 5 transportieren können. Evtl. auch eine Kombination von Trägern, wie es mit Ares I und Ares V mal geplant war. Oder auch eine Art Shuttle, das nur einmal gestartet wird, und dann zwischen niedrigen Umlaufbahnen um Erde und Mond pendelt, und dabei schwerere Lasten transportiert.
Damit die Versorgung des Personals auf dem Mond gesichert ist, sollten etwa 4 bis 6 Flüge pro Jahr stattfinden. Wie oft das Personal auf der Basis ausgetauscht werden sollte, wird sich zeigen. Vorläufig gehe ich mal von etwa 6 Monaten aus. Da es auf dem Mond ja auch Gravitation gibt, könnten auch längere Aufenthalte möglich sein. Das würde wahrscheinlich von der Strahlenbelastung abhängen. Die Personalstärke sollte Anfangs bei 4 bis 6 Personen liegen, die im Laufe der mittelfristigen Entwicklung auf 15 bis 20 ausgebaut wird. Langfristig ist natürlich auch mehr denkbar.

Um beim Transport nicht in ein ähnliches Dilemma zu geraten, wie man es zur Zeit bei der ISS beobachten muss, sollte es mindestens 2 besser 3 oder noch mehr Hersteller von Raketen, Raumkapseln, etc. geben, so das eine Versorgung der Basis immer gewährleistet ist, auch wenn mal ein Hersteller ausfällt; warum auch immer. Schliesslich braucht es Forscher, die die gesammelten Daten auswerten, daraus neue Erkenntnisse ziehen und diese für die weitere Evolution der Menschheit zugänglich machen. Leute, die die technischen Herausforderungen meistern, die auf dem Weg dort hin liegen, und schliesslich jene, die in der Lage sind, die gewonnenen Erkenntnisse der Allgemeinheit zu vermitteln.

Das ganze kann natürlich keine Einzelperson leisten und auch keine einzelne Firma, sondern das ist eine Aufgabe der Politik. Die hat dafür zu sorgen, das die benötigte Infrastruktur aufgebaut und auch aufrecht erhalten werden kann. Das heisst, eine koordinierte Wirtschafts- bzw. Industriepolitik, verbunden mit einer passenden Bildungspolitik. Denn ohne eine breit gebildete Bevölkerung lassen sich die vielen Probleme nicht lösen. Man braucht ja nicht nur Ingenieure um die Transporter zu bauen, sondern auch für die Startanlagen, die Flugkontrolle, Lebenserhaltung, etc. Appropos Lebenserhaltung: die muss natürlich auch für die Bevölkerung auf der Erde gesichert werden, womit wir bei der Landwirtschaft und Umweltpolitik wären.

Damit die Infrastruktur langfristig nicht nur von einer Hand voll Firmen oder Konzernen abhängig ist, hat die Politik nicht nur mit entsprechenden Kartellgesetzen dafür zu sorgen, dass die Angebote für Problemlösungen stehts breit gestreut bleiben und Wirtschaftsphänomene wie feindliche Übernahmen, übermässige „Fusionitis“, sowie Oligopolbildung ausbleiben. Sondern die Kartellbehörden sind auch mit genügend kompetentem Personal auszustatten, damit sie derartige Entwicklungen frühzeitig entdecken und verhindern können.

Doch bleiben wir erst einmal bei der Infrastruktur für den Transport, die Versorgung sowie die angeschlossene Forschung und Entwicklung. Dazu sind sicherlich erst einmal die vorhandenen Kapazitäten auszubauen. Diese liegen aber schon weitest gehend in der Hand von wenigen oder sogar nur einem einzigen Konzern. Damit eine Streuung des Angbotes zu Stande kommen kann, sind weitere Firmen zu gründen und zu fördern, die von den schon vorhandenen unabhängig sind. Sobald sich das Programm selbstständig trägt, bzw. die Firmen mit eigenen Mitteln oder aus eigener Kraft produzieren, forschen und entwickeln können, kann und soll sich der Staat aus der Förderung zurück ziehen. Damit die Allgemeinheit auch davon profitieren kann, braucht sie natürlich Hintergrundwissen. Um dieses zu vermitteln ist zunächst einmal eine umfassende Allgemeinbildung erforderlich, um die Sache angemessen würdigen zu können. Dann braucht es Fachleute, die die spezielleren Dinge einer interessierten Öffentlichkeit vermitteln können, die nicht aus Experten besteht. Schliesslich sind auch die Forschungsergebnisse so aufzubereiten, das sie auch von interessierten Laien verstanden werden können. Dazu wäre eine Bildungspolitik nötig, die sich meiner Meinung nach am Humboltschen Bildungsideal orientieren sollte, und die Bildung nicht auf die Ausbildung von Fachidioten reduziert. Und damit das ganze überhaupt angegangen werden kann, sollte man die PR der Politik anwerfen, damit sie Begeisterung dafür erzeugt und uns nicht mit Betriebswirtschaftlicher Ideologie zumüllt, wie es derzeit hauptsächlich der Fall ist.

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