Bernd Leitenbergers Blog

Wenn’s teuer sein soll: macht’s bemannt!

Kurz vor Neujahr scheiterte eine EVA bei der die Astronauten/Kosmonauten Kameras von Urthecast installieren wollten aber scheiterten. Über die Kameras gibt es wenige Informationen, aber im Bild Modus sollen sie 40  km breite Streifen mit einer Auflösung von 5 m (entspricht 8000 Pixeln Breite) und Videos von 4K Auflösung mit 60 s Dauer erstellen können (entspricht auf der Erde einer Flugstrecke von rund 400 km).

so und nun das ketzerische. Ich rechne mal als Spaß aus, was das so kostete.

Da haben wir erst mal die ISS Kosten, die betragen 2013:

Macht zusammen: 5310 Millionen Dollar für den ISS Betrieb ohne Haushaltstricksereien (so läuft das COTS Programm nicht als Unterprunkt des ISS Haushalts…)

So und das teilen wir mal durch 8 Arbeitsstunden bei 6 Arbeitstagen pro Woche und 6 Astronauten und 52 Wochen im Jahr. Macht pro Stunde runde 354.600 Dollar.

So für die vergebliche Installation haben die Astronauten rund 8 Stunden gebraucht. Jeweils 2-3 Stunden vorher und nachher müssen sie sich akklimatisieren (reine Sauerstoffatmosphäre in den Druckanzügen von reduziertem Druck), gehen wir mal von 5 Stunden aus, dann sind das bei 2 Astronauten 26 Arbeitsstunden die 9,2 Millionen Dollar kosten.

Die Kameras werden noch mit einer Progress transportiert. Das ist recht preiswert und kostet bei 25 Kilo Gewicht rund 500.000 Dollar. Sagen wir mal roundabout 10 Millionen Dollar für den Spaß.

Gegenrechnung: Plantelabs will 28 Satelliten für 13,3 Millionen Dollar als Sekundärnutzlast starten. einer (Dove 2) umkreist seit dem 18.4. die Erde und hat schon Aufnahmen zur Erde gefunkt. Jeder der 28 Satelliten wird eine Auflösung von 3-5 m haben, also besser als die Kamera an Bord der ISS.

Also wir können eine Kamera an Bord der ISS haben, die nach Ausgaben von 9,2 Millionen Dollar noch nicht installiert ist (weiterer Weltraumspaziergang mit weiteren Kosten nötig) oder 28 Satelliten mit derselben Auflösung für 13,3 Millionen Dollar. Ein gutes Beispiel wie bemannte Raumfahrt teuer ist, selbst wenn man den Satelliten einspart und nur noch das Instrument bauen muss. Und die ersten beiden arbeiten schon (sanders als die Kameras. Hier ein kleiner Bildbeweis:

http://planetlabs.files.wordpress.com/2013/12/dove-2-pic-3.jpg

Die Rechnung hat auch andere Aspekte. So kostet ein 10 Minütiger Post eines ISS Astronauten auf seinem Twittter oder Facebook Account schon knapp 60.000 Dollar, und ich vermute das Video von Hadfield („Space Oddity“) dürfte das bei diesen Preisen pro Arbeitsstunde das mit Abstand teuerste je produzierte Musikvideo sein….

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