Bernd Leitenbergers Blog

Der Plagiator

Eigentlich hatte ich vor heute eine Buchkritik zu veröffentlichen. Doch schon beim Schreiben wurde mit klar, dass ich das nicht konnte. Ich habe bald beim Durchlesen festgestellt, dass sich das Buch viel von meiner Website bedient hat, vor allem was den Erklärungstext angeht. Teilweise wurden Sätze übernommen, teilweise in etwas anderen Worten das dort gelesene nacherzählt. Die Daten in den Tabellen stammen offensichtlich mehr von Astronautix.com, leicht erkennbar, dass bei Treibstoffen oft „fest“ steht, anstatt die genaue Mischung.

Nun ist der Autor nicht der erste der abgekupfert hat. Das wissen wir spätestens seit Gutenberg. Er ist auch nicht der erste der mit der Aufgabe überfordert ist und beim selbst verfassten Text jede Menge Fehler einbaut, indem er erfundene Dinge erzählt oder neue Namen erfindet. Aber gegen den Strich gingen mir zwei Dinge. Das eine war die Selbstbezeichnung als „ausgewiesener Fachmann“ auf dem Buchumschlag oder bei einem neueren Buch will er auch Profis noch was beibringen. Das ist ein starkes Stück, wenn man nur zusammenschreibt was andere aufwendig recherchiert haben. Und das zweite ist, dass man dies nicht mal würdigt, sondern die Liste der Links aus denen die Angaben geklaut sind, noch kommentiert in der Art „Recht bekannte Quelle. Sehr detailliert und unterhaltsam. Enthält Zusatzinformation die man sonst nicht bekommt, zitiert allerdings in manchen Fällen die Fehler der Urquellen mit“. (So der Text zu meiner Seite) und vorher schreibt als Einleitung zu den Links „Für die Erstellung des Buches wurden neben Anfragen bei Herstellern und Recherche in Fachpublikationen auch über 250 Internetadressen zu Rate gezogen. Nur wenige brachten einen Mehrwert oder Informationen die in das Buch einflossen“.

Das hat mich dann ziemlich verärgert. Material ungefragt klauen und dann so tun, als wüsste man es noch besser und hätte fast nichts verwendet und sich selbst als Experte aufspielen. Das ganze ist ja kein Einzelfall, ein zweites jüngeres Werk von ihm ist noch schlimmer, mit noch mehr Fehlern und wenn ich den Kommentaren bei Amazon bei anderen Büchern gehe, scheint das auch bei anderen Werken so zu sein. Als Opfer eines Plagiators sollte man keine Kritik verfassen. Vor allem nicht wenn man über den Autor verärgert ist.

Nun erfindet sicher nicht jeder das Rad neu. Auch das, was man bei mir findet, ist ja nicht vom Himmel gefallen. Die Fakten habe ich aus Büchern oder dem Internet. Ich würde meine Tätigkeit aber als Recherche bezeichnen. Für einen Artikel ziehe ich aus vielen Quellen Material zusammen, manchmal nur technische Daten, manchmal Beschreibungen. Sehr oft besteht die Arbeit darin Widersprüche aufzuklären. Inzwischen stammt im Bereich Raumfahrt sehr viel vom NASA Technical Reports Server. Die Arbeit liegt darin erst mal alles durchzulesen. Festzustellen, ob es brauchbar ist und wenn ja was. Wenn sich dagegen jemand diese schon zusammengestellten Informationen nimmt, einige Sätze leicht umformuliert und andere nicht, dann würde ich dies als Plagiat bezeichnen.

Man darf raten wer der Plagiator ist, ich werds aber nicht kommentieren.

Die mobile Version verlassen