Artemis durchlebt nach dem Amtsantritt von Trump gravierende Änderungen, hier nur mal eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Ereignisse:
- Der Entwurf für das Finanzjahr 2026 sah die komplette Einstellung nach Artemis 4 vor.
- Die Senatoren, in denen die Hersteller der Komponenten liegen, setzten durch das Artemis 10 Milliarden Dollar mehr in den nächsten vier Jahren enthält. Wofür können sie aber nicht bestimmen.
- Der Haushalt für 2026 ging dann mit der „Great Bill“ durch, mit nur leichten Kürzungen des NASA-Haushalts, geplant waren von Trump 33 % zu streichen.
- Der auch nach etlichen Verzögerungen gewählte neue NASA-Administrator Jaredman stellte im Februar 2026 die Entwicklung der EDS-Stufe und des Lunar Gateways ein. Die neuen Booster bleiben, weil die derzeit eingesetzten STB noch Reserveexemplare vom Space Shuttleprogramm sind und der Vorrat geht zur Neige.
- Im neuen Budget Request vom April taucht wieder die allgemeine Streichung von 33 % im NASA Haushalt auf. Nur das Mondprogramm legt um 800 Millionen zu, alles andere verliert Geld. Allerdings soll auch danach das Budget für Artemis weiter sinken.
Hier der Vorschlag vom April für 2027 (das Finanzjahr 2027 beginnt am 1.10.2026):
Also ich würde für Artemis nichts planen, zumal wie ihr an dem Budget seht, ab 2028 keine SLS mehr zur Verfügung steht. Wie soll es sonst gehen? Wie sollen die Astronauten zum Mond kommen? Den Mondlander in dem man ja erst, wenn man in der Nähe des Mondes angekommen ist, umsteigt, kann man mit mehreren Tankerflügen zum Mond bringen, aber die Orion ist zu schwer für jede andere Trägerrakete. Sie wiegt 26,25 t, nach der NASA Performance Website kann eine Falcon Heavy 15,5 t in eine Mondtransferbahn befördern, eine New Glenn 7,1 t. Nur Blue Origin entwickelt derzeit einen cislunaren Transporter, der den eigenen Blue Moon vom LEO zum Mond befördert, aber ob der für die Orion ausreicht, steht in den Sternen.
Artemis – quo vadis?
(Ich muss mal meine Lateinkenntnisse aus Hollywood-Schinken raushängen lassen) Ich glaube das dies keinen Bestand hat, denn wie wir schon 2025 gesehen haben werden die Senatoren in den Bundesstaaten in den die Hersteller für SLS, Orion, SRB liegen und in jedem Falle Texas und Florida, weil dort die Missions-/Startzentren liegen, Einspruch erheben. Da gab es in den letzten zwei Runden eine parteiübergreifende Einigkeit. Vor allem scheint Jaredmann eine andere Linie als Trump zu verfolgen. Als Erstes hat er den Auftrag für den Einsatz der Centaur V auf der SLS als Ersatz für die Delta 4 Zweitstufe, die nach dem Auslaufen der Delta 4 nicht mehr produziert wird. Wäre unnötig, wenn keine SLS mehr gebaut wird. Zum zweiten will er ja eine Mondbasis aufbauen was nicht nur die SLS erforderlich macht, sondern weitere Mittel für den Aufbau. Kleinere Aufträge für weitere Projekte wie Fahrzeuge für die Astronauten, Absetzen von Fracht auf dem Mond und ein geplanter Start des zweiten Flugexemplars von Perseverance auf den Mond gab es auch in den letzten Monaten.
Was aber Bestand haben wird, ist, dass das Lunar Gateway wegfällt. Ich hielt es schon immer für überflüssig. Nur seinetwegen wurde der Haloorbit gewählt. Zum einen ist er stabil (das ist bei Mondorbits meist nicht der Fall, die 81-mal schwerere Erde und die Sonne stören stark, aber es gibt auch stabile niedrige Orbits, in einem ist seit 20 Jahren der Lunar Reconnaisance Orbiter), zum andern erlaubt er, weil der Orbit bis zu 70.000 km vom Mond wegführt, eine Kommunikation auf der Mondrückseite, wichtig für Landungen, aber auch sonst ganz nützlich.
Der Haloorbit hat den Vorteil, dass eine Mission recht wenig Geschwindigkeit abbauen muss. Orion hat eine Sollgeschwindigkeitsveränderung von 840 m/s, bei Apollo waren es 2.200 m/s. Entsprechend wenig Treibstoff braucht das europäische Servicemodul. Das ist natürlich keine echte Ersparnis, denn die Mondlander müssen die Geschwindigkeitsdifferenz aufbringen, aber die entwickelt ja nicht die NASA, sondern SpaceX und Blue Origin. Also man hat im Prinzip den Aufwand outgesourct. Dadurch kommt auch das Lunar Gateway ins Spiel: gedacht war, dass die Orion dort ankoppelt und so eine „gemütliche“ Umgebung bietet um auf den Mondlander zu warten. Dafür hätte aber ein Modul gereicht, aber man hat das zu einer Miniraumstation aufgeblasen.
Geplant war das ab Artemis 4 die SLS die EDS Oberstufe hat. Damit hätte sie mehr Nutzlast und würde bei jedem Start ein weiteres Modul für das Gateway befördern. Braucht man kein Gatewaay, so braucht man keine EDS, so die einfache Logik von Milliardären die NASA Administratoren werden. Das die EDS fertig entwickelt ist und als sie eingestellt wurde, schon in der Qualifikation war, der letzten Phase bevor sie einsatzfähig ist, zählt da nicht. Hat aber Tradition. Schon beim Constellation Programm wurde das J-2X vollständig zertifiziert, aber dann für die EDS nicht übernommen, da zu schubkräftig. Hat damals auch schon einige Milliarden Dollar gekostet.
Die Frage ist auch, wie man die Lunar Base aufbauen will. Im Budget bekommt auch die Orion immer weniger Geld und stattdessen wird alles in den Posten „Infrastructure & Transportation“ gesteckt. Da steckt wohl die Mondbasis drinnen. Nur wie kommt die zum Mond? Und wie die Astronauten ohne Orion? Bei den typischen Entwicklungszeiträumen in der bemannten Raumfahrt müsste man schon jetzt mitten in der Entwicklung sein, damit es rechtzeitig zur Verfügung steht und kommerziell geht es zwar schneller, aber nicht unbedingt so schnell wie das Budget annimmt. Bei CCDev vergingen 6 Jahre vom letzten Kontrakt bis zum ersten bemannten Testflug, das Lunar Starship ist 5 Jahre nach der Auftragsverteilung immer noch nicht so weit, selbst nach der SpaceX Website, die durch besonders optimistische Zeitpläne glänzt, nicht vor „early 2028“, also auch sieben Jahre nach Auftragsvergabe im April 2021. Also wenn man heute noch nicht mal einen Auftrag vergeben hat, würde ich nicht vor Mitte 2030 mit dem ersten Labormodul rechnen.
Die Orion zum Mond ohne SLS
Sicher kann man eine Orion auch ohne SLS starten genauso wie das Lunar Starship oder beim Blue Moon sind dann eben mehrere Flüge und Auftankdepots und eine weitere Stufe nötig. Es gibt prinzipiell zwei Ansätze: beherrscht man das Auftanken von großen Stufen im Orbit und kann die Verdampfungstemperatur minimieren, so kann man eine Raketenstufe/Vehikel konstruieren, das man zuerst im Leo auftankt, dann die Orion startet (mit 26,25 t Masse gäbe es drei US-Träger die sie in einen LEO transportieren könnte) und dann bringt der Transporter die Orion zum Mond. Alternativ, wenn man die Technologie nicht beherrscht und in der Entwicklung billiger, startet man eine Orion und dann die normalen Träger nur ohne Nutzlast mit einem Koppeladapter an der Oberstufe. Die Orion dockt an die passive Oberstufe an und sie wird erneut gezündet. Jede Zündung hebt den Orbit etwas an und mit zwei, maximal drei Starts wäre man auch beim Mond. Wenn man dazu parallel mehrere verschiedene Träger nimmt, z.B. New Glenn und Falcon Heayv müsste auch die Besatzung der Orion nur kurz im Erdorbit bleiben, da man jede Rakete startbereit auf einer eigenen Startrampe haben kann, wenn die Orion startet.
Nach meinen Erfahrungen gibt es aber immer Überraschungen, wenn man eine neue Technologie einführt. Die Erfahrung macht auch seit drei Jahren SpaceX beim Starship. Und das Blue Origin Konzept funktioniert nur mit Auftanken von kryogenen Flüssigkeiten und Zero-Boiloff-Technologie. Auftanken im Orbit ist nicht neu, aber bisher erfolgt das mit lagerfähigen Treibstoffen die nicht verdampfen und bei druckgeförderten Triebwerken mit Drucktanks. Da entlüftet man einfach einen Tank am Ziel und der Druck treibt den Treibstoff bis zum Druckausgleich rüber. Wiederholt man dies, so kann man den Treibstoff weitestgehend transferieren. Den Rest nutzt man für den eigenen Antrieb. Ob das bei großen Raketenstufen, die nur für geringe Überdrücke ausgelegt sind, genauso gut funktioniert, vor allem wenn der Zieltank viel größer ist, wird man erst bei den Versuchen feststellen. Mein Einsatz mit dem Ankoppeln unveränderter Oberstufen braucht dagegen nur einen Koppeladapter an der Oberstufe.
Aber wir haben ja noch einige Jahre Zeit, 2028 wird erst mal im Erdorbit getestet und die SLS für die nächste Artemis dürfte auch schon in der Fertigung sein. Dann reden wir von 2029+ und dem Ende von Trumps zweiter Amtszeit und beim nächsten Präsidenten kann auch alles anders sein. Meine persönliche Vermutung ist aber das spätestens die Chinesen vor den Amis landen das ganze Programm eingestampft wird wie damals das sowjetische Mondprogramm, nachdem die USA schneller waren. Und China hat im letzten Jahr Prototypen ihres Mondlanders im Erdorbit getestet und eine Stufe ihrer Langer Marsch 9, die chinesische Mondrakete.
Was kann man jetzt machen, um schneller zu sein? Meiner Rechnung nach transportieren die SLS mit Delta 4 Oberstufe wie auch der Centaur rund 33 t zum Mond. Die NASA gibt nur >27 t an. Vielleicht ist die Angabe auch nur auf die Masse der Orion ausgelegt, sonst würde man sich wohl fragen, warum eine Rakete 33 t zum Mond transportiert und Orion nur 26,5 t wiegt. Da es jetzt nicht in den Haloorbit, wegen des fehlenden Gateway gehen muss, kann man die Mission abändern: Apollo brauchte rund 900 m/s um in eine 100 km Umlaufbahn einzuschwenken, das absolute Minimum liegt bei 800 m/s, setzt aber eine günstige Geometrie voraus. Ich sehe zwei Möglichkeiten die 6+ t Mehrnutzlast zu nutzen:
Man erweitert das europäische ESM um weitere Tanks. Das wäre die vernünftigste und einfachste Lösung. Ich befürchte aber das die ESA, nachdem sie beim Lunar Gateway einfach vor vollendete Tatsachen gesetzt wurde, da nicht mitmacht. Die ESA hätte ein Modul fürs Gateway gestellt und ein weiteres zusammen mit der JAXA gebaut. Die Tanks für das ESM fassen 2000 liter und wiegen 110 kg. Die Tanks braucht man paarweise. Beim ESM sind es vier Tanks die 9.000 kg fassen, davon 8.600 kg nutzbar. Pro Tank also 2.150 kg. Würde man zwei weitere Tanks einbauen, so würden sie 4.300 kg nutzbaren Treibstoff (4500 insgesamt) aufnehmen und 220 kg Gewicht addieren. Das wären 4.720 kg Mehrgewicht und die wären bei 33 t Nutzlast transportierbar. Das würde das Δv von Orion von 840 auf rund 1.300 m/s erhöhen. Zieht man 100 m/s für Reserve und Koppelmanöver ab so sind dies 1.200 m/s. Das reicht nicht, um in einen 100 km Orbit einzuschwenken aber ein 100 x 3.700 km Orbit wäre möglich, der – kleiner Nebeneffekt für die Öffentlichkeitsarbeit – tolle Aufnahmen des Vollmondes (auch der Rückseite und Pole) aus ganz neuen Perspektiven ermöglicht.
Der wesentliche Nutzen wäre das dies bei den Landern viel Treibstoff spart. Derzeit sieht es so aus (reines Δv ohne Gravitationsverluste, Schweben etc):
Einschwenken in den Haloorbit: 420 m/s
- Landung: 2389 m/s
- Rückstart: 2389 m/s
- Summe: 5189 m/s
Im 100 x 3700 km Orbit wäre man bei:
- Einschwenken in den Orbit: 600 m/s
- Landung: 2002 m/s
- Rückstart 2002 m/s
- Summe: 4604 m/s
Das sind 585 m/s weniger. Klingt nach wenig, entspricht bei einem spezifischen Impuls von 4420 m/s (Blue Moon) aber einer Gewichtsreduktion um 14 %, ein 30 t schwerer Mondlander würde dann nur noch 26,3 t wiegen, weiteres Gewicht (etwa 0,2 t) kann man durch kleinere Tanks einsparen. Daneben macht es ihn kleiner, was bei der Höhe nicht schlecht ist. Noch drastischer wäre es beim Starship. Bei einem spezifischen Impuls von 3.600 m/s sind es hier 17,6 Prozent weniger Startmasse, was bei derzeit 15 geschätzten Tankflügen zwei (2,6) Flüge einsparen würde, wahrscheinlich drei, weil nach SpaceX Plänen das Auftanken ein halbes bis ein Jahr braucht und man so früher fertig ist, was die Verdampfungstemperatur reduziert.
Die zweite Möglichkeit ist es die Centaur V angekoppelt zu lassen und ihren Restreibstoff zu nutzen. Sie führt dann die Einbremsung in den Orbit durch. Rechnet man 100 m/s Reserve für Koppelmanöver, Lageänderung und Feinkorrekturen, so kann das Servicmodul 740 m/s nutzen, um den Orbit wieder zu verlassen. Idealerweise würde die Centaur also 740 m/s aufbringen. Die Leermasse der Centaur V ist nicht bekannt, in meiner Simulation habe ich einfach den gleichen Strukturfaktor wie die Single-Engine Centaur der Atlas V angenommen, das sind dann 5.800 kg bei 54.500 kg Treibstoff. Ich denke, es geht besser, weil die Avionik, Batterien, Sender/Empfänger immer gleich viel wiegen egal wie schwer die Stufe ist. Daneben wiegt die Stufe 2,7-mal mehr als die SEC-Centaur, hat aber nur die doppelte Triebwerkszahl. Als Gegenbeispiel sei die für die Vulcan vorgeschlagene ACES Stufe auf derselben Technologie genannt, die mit 67 t etwas schwerer ist mit 8 % Trockenmasse. Ihre Leermasse würde skaliert auf die Centaur V 4,8 t trocken wiegen. Wahrscheinlich liegt die Wirklichkeit dazwischen, z.B. bei 5,3 t. Bei 5,8 t Trockenmasse hat die Centaur noch 5,9 t Treibstoff, wenn sie eine 27 t schwere Orion in eine TLI befördert. Das würde ausreichen, wenn man den Treibstoff komplett verbraucht, um die Orion um 736 m/s abzubremsen. Mit einer 5,3 t schweren Centaur wären es 840 m/s. Da man mit der Orion noch nachjustieren kann, könnte man den ganzen Treibstoff aufbrauchen, normalerweise lässt man bei bemannten Missionen immer große Reserven übrig. Das Minimum, das die Centaur liefern muss wären 300 m/s, dann wäre man in einem ersten, wenn auch instabilen Mondorbit, den man mit der Orion nachjustieren kann.
Allerdings stellte ich beim Nachrecherchieren fest, dass eine Centaur für die SLS deutlich schwerer ist, 7.123 kg trocken, dann sinkt das Δv auf 580 m/s. Trotzdem würde im Mittel auch eine Abbremsung um 600 m/s resultieren (580 + 700 m/s)/2 = 690 m/s. Die Centaur ist für längere Missionen bis zu 10 Stunden ausgelegt. Wenn man die Orion zur Sonne ausrichtet, sodass die Centaur im Schatten der Orion und ihrer Solarmodule liegt, sollte der Treibstoff auch für die drei Tage einer Mondmission flüssig bleiben. Es sollte also klappen.
Ich sehe also zwei Möglichkeiten wie man den Mondlandern das Leben leichter machen könnte, was sicher SpaceX freuen dürfte.
Nun wirds echt Heavy …
Beim Schwimmen – Sport regt ja das Denken an und was anderes machen kann man auch nicht – kam mir eine Idee: Warum setzen wir die SLS Kernstufe nicht einfach auf die Super Heavy und lassen die beiden Booster weg. Warum das klappen könnte? Nun weil:
- Die Super Heavy hat einen Durchmesser von 9 m, die Core-Stage von 8,38 m, da kann man mit einem Adapter vermitteln. Er muss vielleicht etwas länger sein als zum Starship.
- Es wird ein Hot-Staging durchgeführt, das ist wichtig, weil die RS25 für eine Bodenzündung also nicht unter Schwerelosigkeit ausgelegt sind. Eventuell explodiert dabei die Superheavy, weil die Triebwerke länger zum Hochlaufen brauchen.
- Die Core-Stage ist leichter als das Starship
- Die Super Heavy war in dem Missionsteil bis zur Stufentrennung bisher ohne Probleme seit Flug 2. Danach klappte nicht immer alles aber das muss die NASA nicht interessieren.
In einer ersten Simulation habe ich die Wiederverwendung ausgeschlossen, die Super Heavy mit 300 t Leermasse modelliert (für V1 wurden 200 t genannt, aber wahrscheinlich ist sie wie das Starship schwerer als geplant). Das führt zu einer hohen maximalen Beschleunigung.
In der zweiten Runde habe ich die Raptors so im Schub reduziert, das man auf 1,25 g Startbeschleunigung kommt, das reduziert die maximale Beschleunigung, aber auch die Nutzlast. In der Praxis würde man einfach zum Brennende die Raptors herunterfahren, das kostet weniger Nutzlast.
Zuletzt ist die Centaur für die Nutzlast zu klein und ich habe sie weggelassen. Das hat den Vorteil das die schwere Corestage nicht in einem elliptischen Erdorbit landet, sondern auf den Mond gelenkt werden kann.
Weil die Nutzlast jenseits von Gut und Böse ist, habe ich dann noch eine Simulation mit 16 % Resttreibstoff ausgeführt. Bei den Testflügen bleibt 14 % Treibstoff in den Tanks, aber hier wird die Abtrennung bei höherer Geschwindigkeit durchgeführt.
| Version | Nutzlast 200 x 450.000 km TLI | Spitzenbeschleunigung |
| Superheavy + Core + Centaur V | 100 t | 54 m/s |
| Superheavy schubreduziert + Core + Centaur V | 85 t | 42 m/s |
| Superheavy schubreduziert + Core | 75 t | 44 m/s |
| Superheavy wiederverwendbar + Core + Centaur V | 60 t | 46 m/s |
Nur zur Erinnerung: 100 t sind die doppelte Nutzlast von Apollo, mehr als Blue Moon und Orion zusammen wiegen. Stattdessen führt SpaceX 15 Flüge des Starships durch das noch mal 600 t pro Start schwerer ist um nur ihren Mondlander zu starten. Das ist, wie wenn ein Spediteur einen 40 Tonner durch 15 Kleinbusse ersetzt. Echt ökonomisch, kein Wunder das die Firma Verluste macht.
Die explosive Bedeutung dieser Option ist die: Die SuperHeavy existiert, die Nutzlast ist riesig. Derzeit braucht man für eine Artemis-Mission: einen SLS Start und 15 Starship Starts oder drei New Glenn Starts, nun geht das alles mit einem Start. Die New Glenn ist derzeit auf 35 t LEO Nutzlast beschränkt, drei Starts transportieren dann einen 30 t Mondlander mit zwei Auftankflügen, bei dem Ausbau auf 45 t könnte er 40 t schwer werden. Die Orion wiegt 27 t, maximal 28 t darf sie bei der SLS wiegen. Mit 60 bis 70 t TLI-Nutzlast, die alle Planspiele bis auf die letzte Konfiguration erreichen, gelangt also beides zum Mond. Damit muss man nicht warten bis die New Glenn ihre Kinderkrankheiten abgelegt hat und das Starship mal in kurzem Abstand erfolgreich fliegt und das Auftanken funktioniert. Aber ich denke, man wird weiter wursteln bis China zuerst gelandet ist, derzeit für 2030 geplant. Da es 2028 erst mal nur in den Erdorbit geht, wirds knapp und ich wage zu prophezeien: wenn China zuerst landet, dann wird Artemis eingestampft. (Hatte ich das schon erwähnt?)
Ach ja einen kleinen Schönheitsfehler gibt es noch: mit der SuperHeavy macht man sich abhängig von einem CEO, der bei einem Streit mit Trump schon mal angekündigt hat, niemanden mehr zur ISS zu schicken und das sollte man ernst nehmen. Als er im Oktober 2022 eine Umfrage online stellte, nach der man in den besetzten Gebieten einfach über die Zugehörigkeit zu Russland/Ukraine abstimmen sollte (ja klar, so demokratisch wie in Russland eben Wahlen sind) und da Kontra von Selenskyj bekam, hat er Starlink kurzzeitig für die Ukraine abgeschaltet. Dieser Mann schreckt also nicht davor zurück Menschen zu opfern, wenn er beleidigt ist. Daneben hat er sich in den letzten Jahren radikalisiert, also wenn ich im DoD oder bei der NASA wäre, ich würde alles was geht nicht mit SpaceX starten, denn was passiert, wenn er wieder mal Ärger mit Trump hat? Das lohnt die eingesparten Dollars beim Start sicher nicht.