Mit nur einem SLS Start zum Mond

Die SLS steht ja ziemlich in der Kritik – sie hinkt seit Jahren dem Zeitplan hinterher, sei zu teuer, man munkelt von 2 Mrd. Dollar pro Start (inflationsjustiert sogar noch teurer als eine Saturn V). Für mich sind das Symptome eines verkorksten Ansatzes. Er stimmte schon beim Vorgängerprogramm „Constellation“ das von George Walker Bush initiiert wurde, nicht. Das sollte alleine durch das Einstellen des Space Shuttles und der ISS finanziert werden, was angesichts der Kosten eines Mondprogramms nicht ausreichte. So hatte der Mondlander „Altair“ noch nicht mal die Designphase durchlaufen und auch die Arbeiten an den beiden Trägerraketen Ares I und V waren noch nicht sehr weit fortgeschritten als es Obama 2012 einstellen lies. Continue reading „Mit nur einem SLS Start zum Mond“

Artemis und der Halo Orbit

Das aktuelle Mondprogramm, das nun Artemis heißt – zumindest eine Reminiszenz an Apollo wird in vielem anders sein als Apollo. Heute geht es nur mal um den Orbit.

Zuerst mal zum Namen. Die Amerikaner haben ja ein gewisses Faible für römische und griechische Bezeichnungen bei ihren Weltraumunternehmungen – bei den Trägerraketen findet man Atlas, Pegasus und Titan, bei Raumfahrtprogrammen Juno und Apollo. Für mich ist das immer verwunderlich, da ich von US-Dokus die eingedeutscht ja inzwischen bei uns zuhauf laufen weiß das in den USA selbst Menschen mit einem Professorgrad die griechischen Eigennamen falsch aussprechen. Aus Titan wird dann „Titen“, was so ziemlich ähnlich wie „Titten“ klingt. Das scheint aber eine US-Spezialität zu sein, so war in den US-Medien auch immer von „Gorbatchief“ die rede, während selbst Reagan als nicht Intellektueller in seiner Berlinrede korrekt von Gorbatschow sprach. Artemis wurde wohl gewählt, weil sie die Zwillingsschwester von Apollon war. Unter Bush gab es mit „Constellation“ ja noch einen englischsprachigen Begriff. Continue reading „Artemis und der Halo Orbit“

Das Lunar Gateway

Als Bestandteil des Artemis-Programmes, so heißt nun das Mondprogramm ist ein Kernstück das Lunar Gateway. Es ist eine Raumstation in einem Mondorbit. Das aktuelle Diagramm zeigt acht Elemente dieser Raumstation. Zeit sich mal mit dem Lunar Gateway zu befassen. Continue reading „Das Lunar Gateway“

Versorgen wir das Lunar Gateway

Nun nimmt ja das neue US-Mondprogramm „Artemis“ Fahrt auf, auch wenn niemand an die Landung auf dem Mond 2024 glaubt, außer vielleicht Trump selbst, der natürlich davon ausgeht, das er das noch als Präsident im Amt erlebt (notfalls sagt er einfach die Wahlen im November coronoabedingt ab). Europa will auch dabei sein und ich will mal eine mögliche Beteiligung skizzieren.

Das Lunar Gateway, eine Mini-Raumstation um den Mond, muss auch versorgt werden. Nun hat die NASA einen Auftrag an SpaceX vergeben, aber ich denke, dass wäre eine gute Gelegenheit für Europa. Europa will ja auch an Artemis sich beteiligen, ich vermute vor allem Deutschland, das schon seit das Spacelab entwickelt wurde, die größten Ambitionen in der europäischen Raumfahrt hat und auch Hauptgeldgeber ist. Denn Europa hat das ATV entwickelt und anders als SpaceXs Dragon kann dieses automatisch an eine Raumstation ankoppeln, was bei einer meist unbemannten Station im Mondorbit außerordentlich nützlich ist. Continue reading „Versorgen wir das Lunar Gateway“

Das Deorbitieren der ISS mit der Orion

Wenn man die ISS einmal deorbitieren will, ist das nicht so einfach. Sie wiegt 420 t und unkontrolliert will man sie nicht verglühen lassen. Kontrolliert eine so große Masse zu deorbitieren, ist aber nicht ganz einfach. Es ist erst mal eine Frage der Treibstoffmenge. Wenn man von eine 400 km hohen Kreisbahn ausgeht und diese Bahn auf eine 120 x 400 km Bahn absenken will, muss man die Geschwindigkeit um 82 m/s ändern. 120 km dürften das Minimum sein, ab da bremst die Atmosphäre die Station so schnell ab, das sie verglüht. Mehr Kontrolle über den Punkt wo die Trümmer niedergehen wäre ein Perigäum in 80 km Höhe, wie es zumindest vor einigen Jahren mal geplant war, ein ATV hat deswegen seinen Wiedereintritt auf diesen Punkt ausgerichtet, um dies schon zu simulieren. Leider ging der Datenrekorder, der dies aufzeichnen sollte, verloren. Für ein Perigäum in 80 km Höhe benötigt man schon 94 m/s Abbremsung. Je niedriger es ist desto mehr braucht man, das ist logisch, desto steiler ist aber auch der Eintritt und desto kleiner der Streifen, auf dem die Trümmer niedergehen. Continue reading „Das Deorbitieren der ISS mit der Orion“