Das Deorbitieren der ISS mit der Orion

Wenn man die ISS einmal deorbitieren will, ist das nicht so einfach. Sie wiegt 420 t und unkontrolliert will man sie nicht verglühen lassen. Kontrolliert eine so große Masse zu deorbitieren, ist aber nicht ganz einfach. Es ist erst mal eine Frage der Treibstoffmenge. Wenn man von eine 400 km hohen Kreisbahn ausgeht und diese Bahn auf eine 120 x 400 km Bahn absenken will, muss man die Geschwindigkeit um 82 m/s ändern. 120 km dürften das Minimum sein, ab da bremst die Atmosphäre die Station so schnell ab, das sie verglüht. Mehr Kontrolle über den Punkt wo die Trümmer niedergehen wäre ein Perigäum in 80 km Höhe, wie es zumindest vor einigen Jahren mal geplant war, ein ATV hat deswegen seinen Wiedereintritt auf diesen Punkt ausgerichtet, um dies schon zu simulieren. Leider ging der Datenrekorder, der dies aufzeichnen sollte, verloren. Für ein Perigäum in 80 km Höhe benötigt man schon 94 m/s Abbremsung. Je niedriger es ist desto mehr braucht man, das ist logisch, desto steiler ist aber auch der Eintritt und desto kleiner der Streifen, auf dem die Trümmer niedergehen. Continue reading „Das Deorbitieren der ISS mit der Orion“

Kommerziell – immer billiger?

Die NASA läuft ja derzeit auf der „Kommerziell“-Welle. Nun soll auch ein Lunar Gateway (eine Raumstation im Mondorbit) und der Mondlander „kommerziell“ entstehen. In Deutschland ist man ja da noch viel weiter. In dem Abbau der Kompetenz der Fachredaktionen wird dann inzwischen schon beim SWR und im Heute Journal von „privaten“ Raketen von SpaceX gesprochen. Klar, Elon Musk ist ja Milliardär, der baut die nur so zum Spaß. Und das seine Firma zu 70 bis 80 % von Staatsaufträgen lebt ist ja auch völlig unbedeutend. Ich will heute mal untersuchen, wie es mit „Kommerziell“ bestellt ist, und zwar am einzigen etablierten System: dem Transport von Besatzung und Fracht zur ISS. Continue reading „Kommerziell – immer billiger?“

Raketen-Vermischtes

Heute ein Blog zu einigen Raketenthemen, die alle etwas kurz sind. Das erste spannt einen Bogen von Trägerraketen zum Brexit (diesmal so geschrieben wie die Medien). Ich bin drauf gekommen, weil ich gerade an einer Neuauflage der Fotosafari durch den Raketenwald arbeite. Ich habe es aufgegeben, das ich bis zur Landung von Apollo 11 es schaffe den Band 2 über Apollo zu veröffentlichen. Da meiner Erfahrung nach (von 2009) dann rapide die Verkäufe runter gehen, ist es eigentlich, egal wann er danach erscheint. Aber bis zum Jubiläum von Apollo 13 sollten alle Bände (es gibt noch einen Dritten über Raumanzüge Ausrüstung, Mondmobil und Experimente) erschienen sein – zumindest nach der Planung. Continue reading „Raketen-Vermischtes“

Politiker und der Mond

Es scheint irgendwie ein Dauerbrenner zu sein. Immer wenn Politiker ein Problem haben, legen sie ein Mondprogramm auf. Bei Bush war es im Wahljahr vor seiner zweiten Amtszeit. Bei Obama, um von der Einstellung von Constellation abzulenken und bei Problemen mit einer fehlenden Mehrheit im Kongress und nun kommt von Pence die Ankündigung in 5 Jahren auf dem Mond zu landen. Just wo gestern die Meldung kam, dass 16 Bundesstaaten gegen Trumps Notstandsgesetzgebung klagen werden. Kurzum: Politiker erzählen einem gerne etwas vom Mond(programm). Continue reading „Politiker und der Mond“

Die SLS-Schnappsidee

Die SLS, noch hat sie ja keinen besseren Namen bekommen, wird sich trotz Rekordzuwendungen von (beantragt 3441 Millionen $ für Orion und SLS) im nächsten NASA-Budget weiter verspäten. Verwundern tut das keinen Experten, denn das Modell der gleichmäßigen Finanzierung anstatt des typischen Anstiegs bis zum Ende der Entwicklung hat noch nie funktioniert. Es kam unabsichtlich öfters zum Einsatz, wenn man die beantragten Summen nicht bekam und sich so die Entwicklung verlängerte. Immer wurde es teurer als geplant. Continue reading „Die SLS-Schnappsidee“