Die SLS-Schnappsidee

Die SLS, noch hat sie ja keinen besseren Namen bekommen, wird sich trotz Rekordzuwendungen von (beantragt 3441 Millionen $ für Orion und SLS) im nächsten NASA-Budget weiter verspäten. Verwundern tut das keinen Experten, denn das Modell der gleichmäßigen Finanzierung anstatt des typischen Anstiegs bis zum Ende der Entwicklung hat noch nie funktioniert. Es kam unabsichtlich öfters zum Einsatz, wenn man die beantragten Summen nicht bekam und sich so die Entwicklung verlängerte. Immer wurde es teurer als geplant. Continue reading „Die SLS-Schnappsidee“

ESAs Beitrag zur ISS ab 2020

Ich bekam gestern ein vorläufiges MoU (Memorandum of Understanding) zwischen der NASA und ESA von einem DLR-Mitarbeiter zugeschickt mit der Frage, ob mich das interessieren würde und ich vielleicht mein Buch zum ATV neu auflegen wöllte. Das noch nicht öffentliche Dokument skizziert eine Übereinkunft zwischen der NASA und ESA, wie man die Finanzierung der ISS durch die ESA seit 2020 umsetzen könnte.

Bei der ISS funktioniert alles auf der Basis von Gegenleistung und Kompensationen. Das heißt die ESA bezahlt nicht für die Betriebskosten, sondern bringt Sachleistungen ein. Das waren für die zehn Jahre von 2006 bis 2016 die ATV Flüge. Von 2017 bis 2020 baut man die Servicemodule der Orion. Nun steht eben aus, wie es danach weitergeht. Beschlossen ist der Betrieb bis 2028. Dafür gab es lange Zeit keine Lösung. Die ESA hätte gerne weitere Servicemodule für die Orion gestellt, doch angesichts des unterfinanzierten Explorationprogramms, bei dem schon das erste Servicemodul erst 2024 starten soll, war die NASA da nicht so begeistert von dem Vorschlag. Der Ausfall der Sojus hat nun die Entwicklung beschleunigt. Continue reading „ESAs Beitrag zur ISS ab 2020“

Orion kommt langsam in die Gänge

Nachdem gerade erst der erste Testflug der Orion aka MPCV zu Ende gegangen ist, gerade die ESA ein Abkommen mit Airbus abgeschlossen hat, das nun auch die Fertigung des Servicemoduls regelt, legt die NASA nach, solange das Projekt noch in den Schlagzeilen ist. Sie hat nun die Nutzlast für die Exploration Mission 2 bekannt gegeben, die 2021 stattfinden soll.

Anders als bei Apollo versucht die NASA Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen, indem schon die ersten Missionen wissenschaftlich genutzt werden. Da die Finanzierung eines Asteroideneinfangs bisher noch nicht steht, hat die NASA diesen aus dem Missionsprofil gestrichen, stattdessen soll nun einer Fernerkundungsmission aus der Exploration Mission 2 werden. Die Exploration Mission 1 wird unbemannt erfolgen und nur den Mond umrunden, die EM-2 dagegen in einen Mond einschwenken und bemannt sein. Sollte nach EM-1 eine weitere unbemannte Mission nötig sein, so wird das Programm auf EM-3 verschoben. Continue reading „Orion kommt langsam in die Gänge“

Es läuft einiges schief…

… und zwar an vielen Stellen in der Raumfahrt. Wir dürfen uns freuen, dass MAVEN und MOM gut im Marsorbit angekommen sind, so sollte das nicht hinwegtäuschen, das dies auch die letzte US-Mission seit langem ist, und das auch nur, weil man sie schon frühzeitig verschieben musste um für Curiosity Mittel frei zubekommen um deren Mission von 2009 auf 2011 zu verschieben. Indien hat nun aber zumindest beim Mars China und Japan überholt. Continue reading „Es läuft einiges schief…“

Ein Vorschlag für die NASA und SpaceX

Ja, ihr werdet es nicht glauben, aber ich denke es gibt wirklich eine Möglichkeit wo sich SpaceX engagieren könnte und die ich sogar selbst gutheißen würde. Die NASA hat ja das Problem, das sie nun nach Obamas Ausstieg aus Constellation das einstellen soll, aber der Kongress den gegenteilligen Auftrag erteilt hat, also eine billige Form der Schwerlastrakete Ares V, nun unter der Bezeichnung SLS (Space Launch System). Sie selbst will sich nicht von der Orion trennen. Beides wird in den nächsten Jahren teuer, aber das NASA Budget wird real sinken, auch weil es einen Beschluss gibt, dass die US-Regierung sparen muss und den setzt man eher bei der NASA als beim Wehretat um.

Dabei gibt es für das SLS ja keinen Einsatz. Die Frage die ich mir stelle ist: warum bewirbt sich hier nicht SpaceX? Nach dem Konzept der Falcon Heavy könnte sie auch eine Falcon Superheavy entwickeln. Sie müssten nur anstatt zwei deren sechs Booster neben die Zentralstufe montieren und diese zuerst zünden. Schon hätten sie eine Trägerrakete für 100-110 t Nutzlast. Wenn das nicht reicht kann man an den äußeren Ring weitere Booster montieren. Ein Ring aus 9 Boostern, 6 als Innenring und 1 Zentralstufe müsste in dreistufiger Bauweise (12-3-1) über 200 t in den Orbit befördern. (Geschätzt: 240) Continue reading „Ein Vorschlag für die NASA und SpaceX“