Der achte Flugtest des Starships soll am Montag, den 3. März, starten. Das Startfenster öffnet sich um 17:30 Uhr CT, das ist 0:30 am 4. März in Deutschland. Der Text wurde von SpaceX übersetzt, aber ergänzt, Formulieren ausgetauscht und kommentiert.
Nach Abschluss der Untersuchung zum Absturz von Starship beim letzten Flugtest wurden mehrere Hardware- und Betriebsänderungen vorgenommen, um die Zuverlässigkeit der Oberstufe (Starship) zu erhöhen.
Der bevorstehende Flug wird dieselbe suborbitale Flugbahn wie frühere Missionen nehmen und die gleichen Ziele verfolgen, die beim vorherigen Test nicht erreicht wurden, darunter die erste Nutzlastenentladung von Starship und mehrere Wiedereintrittsexperimente, die darauf abzielen, die Oberstufe zum Startplatz zurückzubringen, um sie dort einzufangen. Der Flug umfasst auch den Start, die Rückkehr und das Einfangen des Super Heavy-Boosters.
Umfangreiche Verbesserungen an der Oberstufe von Starship – der Übergang zur Version 2 – wurden beim vorherigen Flugtest erstmals vorgenommen und konzentrierten sich auf die Verbesserung der Zuverlässigkeit und Leistung in allen Flugphasen. Die vorderen Klappen von Starship wurden verbessert, um ihre Belastung durch das Plasma beim Wiedereintritt deutlich zu reduzieren und gleichzeitig die zugrunde liegenden Mechanismen und Schutzverkleidungen zu vereinfachen. Es gibt eine Neugestaltung des Antriebssystems, darunter eine 25-prozentige Erhöhung des Treibstoffvolumens von Starship V2 im Vergleich zu früheren Generationen. In diesem Bereich gab es beim letzten Mal ein Feuer und das führte zum Verlust des Starships. Die Avionik des Fahrzeugs wurde nach SpaceX-Angaben komplett neu gestaltet, um zusätzliche Leistung und Redundanz für zunehmend komplexere Missionen wie den Treibstofftransfer und die Rückkehr des Schiffs zum Startplatz zu bieten.
Während des Flugtests wird Starship als erste Erprobung einer Satelliteneinsatzmission vier Starlink-Simulatoren einsetzen, Modelle, die in ihrer Größe den Starlink-Satelliten der nächsten Generation ähneln. Die Starlink-Simulatoren werden sich auf derselben suborbitalen Flugbahn wie Starship befinden und werden daher wie dieses nach einer Stunde wieder in die Erdatmosphäre eintreten und verglühen. Genannt wird für diese Generation eine Startmasse von 2 t pro Satellit, sodass die Nutzlast rund 8 t betragen könnte. Beim letzten Start waren es übrigens noch zehn Simulatoren. Damit sinkt diue Nutzlast des Starships weiter und erreicht wohl bald die kritische Größe Null Kilogramm. Auch die Wiederzündung eines einzelnen Raptor-Triebwerks im Weltraum ist geplant.
Der Flugtest umfasst mehrere Experimente, die darauf abzielen, die Rückkehr der Oberstufe von Starship zum Startplatz zu ermöglichen. Eine beträchtliche Anzahl von Kacheln wurde aus Starship entfernt, um gefährdete Bereiche des Fahrzeugs einem Belastungstest zu unterziehen. Mehrere Optionen für metallische Kacheln, darunter eine mit aktiver Kühlung, werden alternative Materialien zum Schutz von Starship beim Wiedereintritt testen. An den Seiten des Fahrzeugs werden nicht strukturelle Versionen der Auffangvorrichtungen von Starship installiert, um die thermische Leistung der Vorrichtungen zu testen. Außerdem erhält ein Abschnitt der Fläche eine geglättete und verjüngte Kante, um die beim Wiedereintritt bei Starships sechstem Flugtest beobachteten Hotspots zu beheben. Das Wiedereintrittsprofil von Starship ist so konzipiert, dass die strukturellen Grenzen der hinteren Klappen der Oberstufe am Punkt des maximalen dynamischen Eintrittsdrucks absichtlich beansprucht werden. Schließlich werden mehrere Radarsensoren erneut an den Auslegern des Start- und Auffangturms getestet, um die Genauigkeit bei der Messung der Entfernung zwischen dem Einfangauslegern und dem zurückkehrenden Fahrzeug zu erhöhen.
Der Super-Heavy-Booster für diesen Flug verfügt über verbesserte Avionik, darunter einen leistungsstärkeren Flugcomputer, eine verbesserte Strom- und Netzwerkverteilung und integrierte intelligente Batterien.
Vor der Rückkehr und dem Einfangen des Super Heavy-Boosters müssen bestimmte Fahrzeug- und Startrampenkriterien erfüllt sein. Dazu sind einwandfreie Systeme des Boosters und des Turms sowie ein abschließender manueller Befehl des Flugleiters der Mission erforderlich. Wird dieser Befehl nicht vor Abschluss des Boostback-Burns gesendet oder zeigen automatische Gesundheitsprüfungen inakzeptable Zustände bei Super Heavy oder dem Turm an, wird der Booster automatisch eine Flugbahn für eine sanfte Wasserung im Golf von Amerika einschlagen. Das war so bei ITF-6 als beim Start eine Kommunikationsantenne beim Startturm beschädigt wurde.
Die zurückkehrende Rakete wird von Überschallgeschwindigkeit abgebremst, was zu einem Überschallknall in der Gegend um die Landezone führt.
Countdown
Alle Zeiten sind nach SpaceX Angaben nur „ungefähr“.
ZEITPLAN DER FLUGTESTS
Alle Zeiten sind nur „ungefähr“…
Gegenüber dem letzten Flug sind alle Zeiten in etwa die gleichen wie beim letzten Flug. Der einzige signifikante Unterschied ist das diesmal das Starship nach 8:44 Brennschluss hat, beim letzten Test war dies nach 8:57 der Fall. Würden Raptor 3 mit 17 % mehr Schub als die raptor 2 eingesetzt werden so wäre dies aber erheblich früher. Die Reduktion um 4,5 Prozent kann auch mit den Raptor 2 erreicht werden, die bisher immer unter ihrem Nennschub blieben. Bei 100 Prozent Schub müsste zum Beispiel bei Raptor 2 1.200 t Treibstoff nach 8:03 aufgebraucht werden und die Brennzeit passt zu einer Treibstoffladung von rund 1.300 t bei vollem Schub der Raptor 3. Ebenfalls vermerkt der Text, den ich von SpaceX übernommen (aber verändert und kommentiert) habe keinen Einsatz von Raptor 3. Das wäre bestimmt der Fall, wenn man dies vermelden könnte, also denke ich, sind noch ein Raptor 2 verbaut.
Im Wesentlichen ist dies eine komplette Wiederholung von ITF-7, da dieser Flug ja die wesentlichen Ziele die oben stehen nicht erreichte.
Ergänzung 4.3.2024
Der Start wurde am 3.3. abgesagt. Es gab zuerst eine Unterbrechung des Countdowns. Während die Moderatoren des Webcasts erklärten, dass das Booster-Problem behoben zu sein schien, ergab es ein weiteres, nicht näher spezifiziertes Problem mit dem Starship. Einige Minuten später wurde der Countdown wieder aufgenommen, nur um einige Sekunden später bei der T-40-Sekunden-Marke zu stoppen. Danach wurde der Start abgebrochen. “Standing down from today’s flight test attempt. Starship team is determining the next best available opportunity to fly,” erklärte SpaceX. Das könnte nach dem Webcast bereits am 4. März sein: „“Too many question marks about this flight and then we were 20 bar low on ground spin start pressure, … Best to destack, inspect both stages and try again in a day or two.” sagte Elon Musk.
Währenddessen haben in Florida die Bauarbeiten füe eine Starship-Montagehalle am Kennedy Space Center begonnen. Die „Gigabay“ genannte Fabrik soll 115 m hoch sein und den elffachen Platz der Megabay in Boca Raton bieten. Das sind 24 Buchten für die Montage. Eine zweite Gigabay soll in Boca Raton entstehen. Beide sollen Ende 2026 fertig sein. Geht man von der bisherigen Startrate aus, so dürfte jede Gigabay für mindestens 60 Starts pro Jahr gut sein, zusammen also 120. Gwen Shotwell hat ja schon angekündigt das das Starship von 2025 bis 2028 400-mal starten soll, das erscheint so möglich, allerdings, nur wenn man nicht nach jedem Start wieder etwas ändern muss.