Anstatt Auftanken – die RBFR

Anstatt einer Oktobernachlese, die wieder mangels Neuigkeiten ausfällt beschäftige ich mich wieder mit einem „Was wäre wenn“ Artikel zu SpaceX.

Wie bekannt möchte SpaceX ja mit seinem Starship so ziemlich alles machen – von suborbitalen schnellen Transporten bis hin zu der Kolonisierung des Mars. Das energetisch anspruchsvollste dürfte der Einsatz im Mondprogramm sein, da man auf dem Mond anders als beim Mars die gesamte Geschwindigkeit chemisch vernichten muss. Continue reading „Anstatt Auftanken – die RBFR“

Die Augustnachlese von SpaceX

Einige Neuigkeiten gibt es wieder von SpaceX, nach Monaten, vielleicht auch einem Jahr hat sie zum ersten Mal wieder zwei Startaufträge bekommen, nämlich von SES, nicht so verwunderlich. Die Luxemburger sind treue Kunden. Allmählich kommt auch überall wieder Normalität in den Startkalender, so starteten auch innerhalb weniger Tage Ariane 5 mit drei und die Vega mit 53 Satelliten. Continue reading „Die Augustnachlese von SpaceX“

Die Juli Nachlese von SpaceX

… fällt wie schon bei den letzten Monaten kurz aus, weshalb ich die Gelegenheit nutze, mal ein Licht auf die kommerzielle Ausrichtung von SpaceX zu werfen und wie sich das Starship in diese Strategie einfügt.

Es gab zwei Starts im Juli, einen für Starlink, ein Zweiter beförderte einen GPS-Satelliten. Dazu kam die Landung der Crew Dragon und ein Hopser der Super Heavy. Die Landung der Dragon habe ich live in NASA TV mitbekommen und man sieht schon, wie groß da die Sehnsucht ist wieder selbst Astronauten ins All zu schicken. So die stockende und begeisterte Stimme der Sprecherin bei „Splashdown“. Nun ja, sofern im Golf von Mexiko keine andere Physik als wie bei uns gilt, fand ich das jetzt nicht so besonders – wie man in der Luftfahrt so sagt „runter kommen sie immer“. Und wenn die Kapsel druckdicht ist, was man annehmen kann, wenn die Astronauten noch leben, dann ist sie auch wasserdicht, dürfte also nicht untergehen. Der letzte kritische Zeitpunkt war für mich kurz vorher, wo die Fallschirme entfaltet wurden, denn da gab es ja im Testprogramm Rückschläge. Continue reading „Die Juli Nachlese von SpaceX“

Die Aprilnachlese von SpaceX

Die Nachlese zu April ist recht kurz, nicht nur wegen Corona. Fangen wir mit den Starts an. Es gab nur einen, und der für Starlink, logischerweise, denn zum einen gibt es nicht mehr viele Kunden und zum anderen sind dann nicht Dritte durch die Coronaeinschränkungen betroffen. Ausländer dürfen ja gar nicht erst einreisen.

Spektakulärer war da die Explosion eines Prototypen bei einem Test. Es ist schon die dritte innerhalb eines halben Jahres. Ich erwarte ja nicht viel von SpaceX, aber ich dachte nach fast 20 Jahren haben sie etwas Erfahrung im Bau von Raketen. Die ersten Falcon 1 Starts scheiterten daran, dass man bei SpaceX dachte, man könne auf Dinge verzichten die nicht umsonst sich in 60 Jahren Raumfahrt etabliert haben wie Prallblechen um das Treibstoffschwappen zu reduzieren oder Retroraketen um die Kollision, der Ersten mit der zweiten Stufe zu verhindern. Bei dem Jungfernflug der Falcon 9 gelangte immerhin die Nutzlast in einen Orbit, auch wenn es noch Vorfälle gab, wie ausbleibende Wiederzündungen, die Fastkollision mit dem Startturm beim Jungfernflug und die taumelnde Nutzlast im Orbit oder Triebwerksausfälle. Das SpaceX noch immer anders tickte merkte man, als bei einem Start sich ein Riss in der Düse der Oberstufe zeigte und man diese Düse nicht austauschte, sondern einfach kürzte. Continue reading „Die Aprilnachlese von SpaceX“

Raketenkonstruktion für Anfänger am Beispiel des Starships

Zuerst mal eine Erklärung: Unter Raketenkonstruktion verstehe ich die Ermittlung wesentlicher Daten einer Rakete, die man für Berechnungen benötigt, wenn diese nicht bekannt sind oder nicht bekannt sein sollen. Das meiste davon hat nichts mit Mathematik zu tun, sondern Erfahrung und einer guten Bibliothek: Da die Physik und Chemie überall die gleiche ist, wird eine neue Rakete sich nicht so stark von existierenden oder mal existenten unterschieden. Das ist bei anderen technischen Geräten auch so. Das heißt, man zieht vergleiche. Wenn ich z. B. die Masse einer Stufe zu 100 t schätze und es eine Treibstoffkombination mit einer mittleren Dichte von etwa 1 ist dann kann ich die Trockenmasse auf 5 bis 8 t schätzen. Am unteren Bereich liegen Konstruktionen mit innendruckstabilisierten Tanks, leichten Legierungen und einem Integraltank, am oberen Bereich Konstruktionen mit Edelstahl, ohne Innendruckstabilisierung und zwei getrennten Tanks. Kennt man da noch einige Details, so kann man das weiter einkreisen. Auch die Stufenverhältnisse, also wie sich die Startmasse auf die Stufen aufteilt, kann man so gut abschätzen. Continue reading „Raketenkonstruktion für Anfänger am Beispiel des Starships“