Deutschland – astronomisches Entwicklungsland

Im Jahre 1962 gab es eine Gedenkschrift zur Lage der deutschen Astronomie, Darauf wurde verwiesen, dass diese einen beträchtlichen instrumentellen Rückstand gegenüber den Nachbarländern hat, bedingt dadurch, dass sowohl nach dem ersten wie auch zweiten Weltkrieg keine neuen Teleskope mehr gebaut wurden und es wurde vorgeschlagen, zwei (damals) mittelgroße und ein großes Teleskop an einem klimatisch günstigen Standardort zu erichten, dazu noch ein Radioteleskop.

Diese Projekte wurden umgesetzt: Es entstanden zwei 2,2 m Teleskope, eines als Dauerleihgabe an die ESO in la Silla und eines im Calar Alto Forschungszentrum in Spanien. Dort wurde auch das größere – 3,5 m – Teleskop aufgestellt. Das Radioteleskop – das 100 m Teleskop in Eiffelsberg wurde ebenfalls errichtet. Damit hatte Deutschland bis Anfang der 80 er Jahre an die Weltspitze aufgeschlossen. (mehr …)

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Vermischtes

Heute mal wieder ein Blog ohne spezifisches Thema, so ein „Kessel Buntes“. Zum einen fehlt mir derzeit so ein richtig knalliges Thema, dass ich noch nicht aufgegriffen habe, zum andern gibt es einige kleine Dinge die ich ansprechen möchte. Ich habe mir vorgenommen nun mal wieder etwas kürzer mit den Büchern zu treten und pro Woche wieder einen neuen Aufsatz zu schreiben. Angefangen habe ich mit einem weiteren über Ionentriebwerken, diesmal gerade mit den Chancen, die leistungsfähige Solarkonzentratorarrays bieten. Wie ich schon bei einer ersten Rechnung festgestellt habe – Bei 300 W/m² sind praktisch alle Ziele im Sonnensystem innerhalb von 1 Jahr erreichbar und am Horizont sichtbar sind schon Systeme mit 500 W/m². Eine Riesenchance für eine preiswerte Raumfahrt ohne große Trägerrakete – mal sehen ob die Industrie und Weltraumagenturen weiterhin schlafen. (mehr …)

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eBooks

Passend zu meiner Bemerkung, dass Google Books die beiden letzten Bücher von mir gescannt hat (angeblich ohne vollständige Ansicht, doch ich konnte recht schnell und vollständig durch die Bücher blättern) kam heute auch ein Beitrag im Fernsehen bei „neues“. Mal abgesehen, dass ich mich frage, woher Google die Bücher bei weniger als 60 verkauften Exemplaren pro Stück hat (wenn ich nachschaue, ob eine Bibliothek sie hat, bekomme ich immer keine Fundstelle) ist es vielleicht mal an der Zeit das ganze Thema zu besprechen. Es hat ja mehrere Dimensionen. Da ist zum einen mal die Sache mit den Lesegeräten, dann der Zugang und dann die Rechte von Autoren, aber auch Konsumenten.

Fangen wir mal an mit den Lesegeräten. Was ich bisher von den Geräten (Kindle & Co) gelesen habe ist recht positiv. Sie haben ein sauberes Schriftbild, das auch an der Sonne lesbar ist, sie brauchen wenig Strom (keine LCD, sondern „elektronische Tinte, die nur beim Seitenaufbau Strom benötigt und dann wie bei einer Buchseite sich ohne Strom nicht mehr verändert) und man kann seine ganze Bibliothek unterbringen, wenn man das Gerät entsprechend erweitert. Sie müssten nur billiger werden. Ich würde für mich so wahrscheinlich 100 Euro als Grenze ansehen. Derzeit kosten sie noch dreimal so viel. (mehr …)

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Auf dem Weg zur Super Ariane – Teil 3

So, nachdem gerade der Upload des 321 MB PostScript des Buchs läuft (erstmals musste ich die Auflösung auf 1200 dpi reduzieren, weil es sonst zu groß gewesen wäre) kann ich mich an den nächsten Blogeintrag wagen. Erst mal habe ich genug vom Bücherschreiben, zumal auch nach dem Hype im Juli/August die Umsätze sehr lau sind, vor allem merke ich aber das 392 Seiten doch etwas viel sind. Bücher mit der Hälfte wären wohl besser und wahrscheinlich greifen dann auch mehr Leute zu (weils auch billiger wird). Aber auf weniger hätte ich kaum 99 US Trägerraketen untergebracht und es sollte ja auch ein besseres Buch werden als das Konkurrenzwerk von Eugen Reichl. Ich denke in 2-3 Wochen kann man es käuflich erwerben. Wenn es soweit ist, erfährt man natürlich hier. Ich hoffe Kevin hat neben seinen Plänen für hochfliegende Ballonfahrten auch noch etwas Zeit für das Manuskript von Band 2, das er gerade zum Korrekturlesen hat, sodass dieser auch noch vor Weihnachten erscheint.

So nun zur Erweiterung der Ariane 5

Die bisherigen Pläne gingen von den bisherigen Stufen aus, nur Optimierung bei verschiedenen Parametern. Trotzdem konnte so die Nutzlast der ESC-B auf rund 13.6-14.2 t gesteigert werden – ohne Vulcain 3 und neue CFK-Booster. Ich will auch diese in den folgenden Überlegungen nicht einbeziehen, da es zu wenige Daten über sie gibt und ich vor allem eine weitere kostenintensive Triebwerksentwicklung für nicht wirtschaftlich halte (zumindest nicht für die ESA. SBNECMA mag da anderer Meinung sein). (mehr …)

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Die Gefahr von Großprojekten

Michels Aufsatz über das Voyager Projekt bringt mich auf ein Thema: Großprojekte und zwar bei der unbemannten Raumfahrt (jedes bemannte Raumfahrtprojekt ist sowieso ein Großprojekt). Was ist ein Großprojekt? Ich würde es so definieren: Wenn ein Projekt sehr große Mittel eines Budgets in Anspruch nimmt und deutlich teurer als andere Projekte ist, dann ist ein Großprojekt. In der unbemannten Raumfahrt wären es z.B. Cassini-Huygens, Viking, das mobile Marslabor (nun „Curiosity“ genannt). Für Europa wären es Exomars und Bepi-Colombo. Nicht alle Projekte begannen als Großprojekte. So waren Galileo und Hubble es ursprünglich nicht, doch Verzögerungen in der Entwicklung oder Schwierigkeiten machten sie dazu.

Wie in anderen Teilend er Raumfahrt muss sich auch die unbemannte Raumfahrt Kostenüberlegungen beugen. Natürlich ist es unsinnig eine Rechnung aufzumachen wie viel 1 MBit Daten kosten oder was ein Spektrum wert ist. Aber ein Großprojekt muss dann auch einen entsprechenden Erkenntnisgewinn versprechen. Das ist eine der wichtigen Bedingungen. Die zweite ist die Zeitdauer. Großprojekte haben eine Tendenz ein Eigenleben zu entwickeln. Es gibt zwei wichtige Einflussfaktoren. Das eine ist, dass die Politik meist versucht zu sparen, selbst wenn ein Projekt schon läuft. Dann kommen plötzlich Alternativvorschläge oder der Zeitplan wird gestreckt – bislang bedeutet dies immer nur erhöhte Ausgaben und Verzögerungen. Billiger wurde es in keinem Fall. Das zweite ist, dass Großprojekte oft so teuer sind, weil sie die Technologie bis zum äußersten ausreizen. Dabei sind natürlich auch große Kostenriskien. So kostete die Entwicklung des Viking Biolabors rund 59 Millionen Dollar, das war in etwa genauso viel wie zur gleichen Zeit die Mariner 9 Mission kostete. nach heutigem Wert sind es rund 240 Millionen Dollar für ein einziges Experiment. (mehr …)

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