Eine kurze Geschichte der Astronomie im Weltraum

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Nun ist das James Webb Teleskop ja schon auf dem halben Weg in den L2-Lagrangepunkt und ich greife das mal auf, um die Geschichte der Astronomie mit Satelliten Revue passieren zu lassen. Die erdgebundene Astronomie hat zwei große Einschränkungen. Die kleinere Begrenzung ist die begrenzte Auflösung, verursachte dadurch das die Atmosphäre über uns niemals vollständig ruhig ist. Es gibt immer wieder kleine Zonen mit unterschiedlichen Temperaturen und damit Dichten, die das Licht unterschiedlich passieren lassen. Lichtstrahlen nehmen durch unterschiedlich dichte Medien verschiedene Wege und im Teleskop „tanzt“ ein Stern dann leicht um die wahre Position. Wenn dies sehr stark ist kann man es auch mit bloßen Auge als Blinken der Sterne erkennen. Bei den meisten Orten liegt die als „Seeing“ definierte maximale nutzbare Auflösung bei 1 Bogensekunde, Orte mit weniger als 0,5 Bogensekunden sind selten und die besten erreichen rund 0,3 Bogensekunden. Mittlerweile kann man das Problem technisch angehen, indem man die Spiegel mechanisch so verformt, dass die Störung kompensiert wird. Dazu nimmt ein Teleskop einen natürlichen oder künstlichen Stern (Laserstrahl) auf und misst dessen scheinbare Bewegung. Das ist das Grundprinzip der adaptiven Optik. Continue reading „Eine kurze Geschichte der Astronomie im Weltraum“

Die Sache mit der Impfpflicht

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Nun soll es einen – nicht von der Regierung, sondern den Abgeordneten entworfene – Gesetzesvorlage geben, die noch im Januar debattiert werden solle und dann im April / Mai in Kraft treten soll. Es geht wie schon seit Monaten um die Impfpflicht. Wie immer in den letzten zwei Jahren, da ändert sich bei der neuen Regierung nicht substanziell viel – wird darüber debattiert, nachdem das Kind in den Brunnen gefallen ist.

Ich hatte schon als die ersten Demonstrationen von Coronaleugnern und Impfgegnern im Sommer 2020 aufkamen, die Überlegung das es schwer würde, die berühmt-berüchtigte Herdenimmunität durch Impfen zu erreichen. „Herdenimmunität“ – ein fürchterliches Wort, das wohl aus der Veterinärmedizin kommt, heißt das, wenn ein ausreichender Anteil der Bevölkerung immunisiert ist, auch der Rest geschützt ist, weil ein Virus dann im Schnitt nicht mehr genug nicht immunisierte Personen als Kontakte findet, an die es übergehen kann. Es verschwindet dann aber immer noch nicht, weil es immer noch Fälle gibt, wo es trotzdem noch Kontaktpersonen findet, aber es kann sich nicht mehr explosionsartig unter der ganzen Bevölkerung, sondern nur lokal vermehren. Zudem haben fast alle Viren mit denen wir es zu tun haben, noch ein Reservoir an Wirten aus dem Tierreich. Das einzige bekannte Virus, dass nur den Menschen infiziert, waren die Pocken und die konnte man so durch Impfen ausrotten. Continue reading „Die Sache mit der Impfpflicht“

Die Lösung für ein überflüssiges Problem: DARTs Kollision mit Dimorphos

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Ich recherchiere gerade für meinen nächsten Raumsonden-Aufsatz über die Mission DART (Double Asteroid Redirection Test), nicht zu verwechseln mit DART (Demonstration of Autonomous Rendezvous Technology) eine mit einer Pegasus XL am 15.4.2005 gestartete Mission, die schon nach 11 Stunden scheiterte. Der Satellit sollte einen militärischen Satelliten umrunden, fiel aber wiederholt aus. Continue reading „Die Lösung für ein überflüssiges Problem: DARTs Kollision mit Dimorphos“

Frag Google!

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Heute ein kleiner Blog, der sich bei meiner Recherche für die DART Mission ergab. Ich wollte wissen, wie viel das Ziel Didymos wiegt und gab bei Google Suche ein: „Didymos mass“ (ich gebe meistens die Stichworte in Englisch ein, weil ich dann vorwiegend englische Treffer erhalte, die in der Regel besser als die deutschen sind). Und Google, antwortet wie hier gezeigt:
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Video killed the written Word

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Den heutigen Beitrag hatte ich schon seit einigen Tagen vor, aber durch die Frage von Duc Lo Ngygen hat ihn noch etwas aktueller gemacht. Dazu noch am Schluss mehr.

Es geht um die Verdrängung von geschriebenen Informationen durch Videos und die allgemein sinkende Informationsmenge zur Raumfahrt. Ich mache mal einen Zeitsprung, zurück ins Jahr 1997. Da hatte ich meine ersten Erfahrungen mit dem Internet. Ich hatte selbst noch keinen Anschluss, der kam erst ein Jahr später, aber ich arbeitete bei einer Firma mit Internetanschluss, damals noch über ISDN. Es war um die Zeit der Pathfinder Landung und ich saugte alles auf was es da gab. Und das war nicht wenig. Man erfuhr von IBM Details über den Bordcomputer, der einen PowerPC einsetzte, von Motorola über das Radiomodem mit dem Pathfinder und Sojourner Daten austauschten (das auch von Motorola stammte) und es gab die Webseite, die nicht nur jeden Tag die neuesten Fotos verbreitete – für jemanden, der sie vorher nur in der Zeitung oder erst Monate oder Jahre später in einem Buch sah, eine Sensation – sondern auch jede Menge Informationen über die Sonde. Vieles stand in FAQ, die Fragen gingen damals viel tiefer, was man aber leicht daran erklären kann, das die breite Bevölkerung noch kein Internet hatte, wer Internet hatte, hatte meist einen technischen oder wissenschaftlichen Hintergrund und stellte entsprechend auch nicht triviale Fragen. Continue reading „Video killed the written Word“