Raketenstarts werden immer teurer – und die Problematik der Wertberechnung

Alle jammern. Es wird alles immer teurer, auch Starts. Gerade deswegen sind ja Newcomer wie SpaceX wichtig sagen dann die einen. Doch stimmt das? Meiner Ansicht nach sind Raketenstarts immer billiger geworden. Nun ist es schwer die Daten zusammenzutragen, zudem sind Typen ja auch nicht unverändert über Jahrzehnte im Einsatz sind (okay, bei den Chinesen und Russen schon, aber dafür gibt es von denen keine echten Informationen, was ihre Raketen früher kosteten). Ich habe das vor Jahren schon mal gemacht, aber ich wiederhole es hier mal und zwar am Beispiel von Ariane. Das liegt zum einen daran, dass ich hier durch meine beiden Bücher die Daten schon recherchiert habe, und zum anderen, weil sie in Europa gebaut wurden, was die Rückrechnung der Kaufkraft einfacher macht als bei US-Raketen.

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Das Modulkonzept: mit dem Prometheus

As kleiner Abschluss meiner Reihe über moderne Modulbauweisen will ich mich einem realistischen Konzept widmen. Derzeit wird ja das Prometheus-Triebwerk entwickelt. Es ist in vielem ideal für eine modulare Rakete

  • es soll vergleichsweise preiswert sein (1 Million €/Triebwerk)
  • es ist auf eine hohe Produktionszahl (50 bis 100 Triebwerke/Jahr) ausgelegt.
  • es hat vergleichsweise wenig Schub (1.000 kN).

Ich habe dies einmal zu einem Bestandteil eines Modulkonzepts gemacht. Ich habe als Startmasse 65 t angenommen, das ermöglicht es, das als kleinste Version vier Booster reichen, um eine Zentralstufe zu starten. Wenn man mit der Modulmasse heruntergeht, dann reichen auch drei, dann gibt es aber ein Problem bei großen Nutzlasten. Ich halte es dann besser, wie bei Ariane 4,0 einfach Treibstoff wegzulassen. Man spart ein Modul ein, das ist preiswerter, als Nutzlast zu verlieren. Continue reading „Das Modulkonzept: mit dem Prometheus“

Beim dritten Mal klappts

Heute will ich an den 24.sten Dezember 1979 erinnern. Doch die Geschichte beginnt neun Tage früher am 15.12.1979. In Französisch Guyana steht die erste Ariane 1 auf der Startrampe ELA-1. Der Jungfernflug steht an. Der Countdown läuft herunter: Trois, Deux, Un, Feu!. Flammen treten aus, doch es tut sich nichts weiter. Acht Sekunden nach der Zündung geht die Rakete wieder aus. Continue reading „Beim dritten Mal klappts“

Am deutschen Raketenwesen …

… kann die Welt genesen. Ja Kaiser Wilhelm hatte schon recht. Ohne uns Deutschen würden die Russen immer noch an Katjuschas basteln, die Amis wären auch in 50 Jahren noch nicht auf dem Mond gelandet und Inder und Chinesen hätten nichts zum Kopieren. Auf den Blogbeitrag kam ich schon vor einigen Wochen, als ich die Einleitung über die Trägerentwicklung bei den internationalen Trägerraketen geschrieben habe. In der Tat stehen hinter den meisten ersten Trägern vieler Staaten Deutsche. Hier mal eine kurze Rekapitulation.

Zu Ende des zweiten Weltkriegs fahndeten beide Siegermächte nach den Schöpfern der A-4. Nicht nur die USA, sondern auch die UdSSR boten denjenigen die sich ihnen stellten hohe Belohnungen. Wie bekannt landeten die meisten bei den USA. Die Entwickler wurden vor Ende des Krieges nach Bayern gebracht wo der Krieg von der Alpen Festung aus weitergehen sollte. Von Braun stellte sich aktiv den Amerikanern, die auch zuerst im Mittelbau Dora ankamen und dort demontierten was nur brauchbar war. Etwa 100 A-4 waren fertig oder fast fertiggestellt die wurden dann in die USA verschifft, den Mittelbau Dora lag in Thüringen und damit in der russischen Besatzungszone. Bevor man die den Sowjets übergab, verschiffte man alles in die USA was man Geheimwaffen oder Waffenentwicklungen fand. Es gab dann noch, als sich die Besatzungsmächte nach dem Krieg noch verstanden zu Starts der A-4 durch die Siegermächte von Deutschland aus. Bei einem war auch Koroljow dabei. Continue reading „Am deutschen Raketenwesen …“

Hochrechnungen

Ich lese gerade von T.A. Heppenheimer „Development of the Space Shuttle 1972 – 1981“ und ganz am Anfang ist auch die Tabelle, die sicher heute jeder Raumfahrtfan als völlig überzogen optimistische Einschätzung kennt: die Aufstellung der Shuttle Flüge von 1979 bis 1990 und was sie bringen. Man muss die Vorgeschichte kennen. Das Shuttle wurde 1972 genehmigt, nachdem man auf das heutige Konzept mit Tank, Boostern und Orbiter gewechselt hatte und die Wiederverwendung des ganzen Systems aufgab. Das reduzierte die geplanten Entwicklungskosten von 9,92 auf 5,15 Milliarden Dollar, womit das Projekt gesichert war, allerdings standen noch die Haushaltsdebatten an und die USA befanden sich gerade in einer Rezession. NASA-Administrator Fletcher musste zusagen, dass bis 1980 das NASA-Budget inflationskorrigiert bei 3,2 Milliarden Dollar von 1972 bleiben würde, trotz des Shuttles als neuem Projekt. Continue reading „Hochrechnungen“