Weltraum Transferfähren

Ich antworte mit diesem Blog auf die Frage von „Immanuel-Kantholz“:

Herr Leitenberger,

was ist von wiederverwendbaren „Space-Tugs“ zu halten? Deren Versprechen ist schließlich riesig: Man bringe günstig viel Masse per Rakete in den LEO. Von dort schleppt sie ein wiederverwendbares Taxi per Plasma- oder Ionenantrieb an den Bestimmungsorbit. Im LEO könnte sogar Reparatur oder Integration durch Astronauten stattfinden.

Wenn dies funktioniert, dann stellt es die Ökonomie im Erdorbit völlig auf den Kopf: Weg von vielen spezialisierten Trägerraketen hin zum puren Massengeschäft; inklusive einem neuen Zweck für die bemannte Raumfahrt, nämlich Wartung und Montage.

Funktionierts?“
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Die Lösung für ein überflüssiges Problem: Die ISS mit dem Space Shuttle

Die große Tragik im Space Shuttle Programm war meiner Ansicht nach, das es ursprünglich gebaut wurde, um eine Raumstation zu versorgen und aufzubauen und gerade als diese fertig wurde es außer Dienst gestellt wurde. In allen anderen Rollen, die es vorher innehatte, war es entweder ein teurer Ersatz für eine Rakete oder erlaubte nur kurze bemannte Missionen. Zugegeben – das Shuttle, das als Space Station Versorger geplant war, war auch eine Nummer kleiner mit nur 12 t Nutzlastmasse, was aber heute gemessen an den unbemannten Versorgern immer noch viel wäre.

Ich will heute mal skizzieren, wie eine ISS aussehen könnte, die das Space Shuttle versorgt und auch mal einen Preisvergleich anstellen. Continue reading „Die Lösung für ein überflüssiges Problem: Die ISS mit dem Space Shuttle“

Mögliche Feststoffboosterverlängerungen beim Space Shuttle

Eine, wenn auch vorhersehbare Tragik des Space Shuttles war, das es anders als alle US-Träger während der 30 Jahre im Einsatz praktisch keine großen Upgrades gab. Die Gründe sind vielfältig. Anfangs waren durchaus Upgrades vorgesehen. Doch nach der Challengerkatastrophe hatte die Sicherheit Vorrang. So entfiel nicht nur die Centaur Oberstufe, sondern es entfielen auch alle Upgradepläne. Daneben ist dies bei einem bemannten Raumfahrzeug jede gravierende Veränderung sowieso schweirig, man kann ja nicht einfach so einen unbemannten Qualifikationsflug einschieben.

Es blieben nur Upgrades der Feststoffbooster. Es war auch eines geplant, nämlich für den operationellen Betrieb der ISS. Dadurch das man sich mit Russland auf eine Bahnneigung von 51,6 Grad geeinigt hatte – vorher war eine viel niedrige Bahnneigung für die US-Station „Freedom“ geplant, sank die Nutzlast des Space Shuttles stark ab. Eine Verlängerung auf 5 Segmente hätte die Nutzlast für die ISS um 9,1 t erhöht, das waren 50 % der Nominalnutzlast für diesen Orbit. Continue reading „Mögliche Feststoffboosterverlängerungen beim Space Shuttle“

Das Space Shuttle Derived Launch System

Die SLS hatte ja (inoffiziell) die Aufgabe die vielen Beschäftigten des Space Shuttle Programms weiter zu beschäftigen, denn dieses wurde 2005 von Bush eingestellt, 2011 stellte dann Obama das Nachfolgeprogramm mit den Raketen Ares I + V ein, sodass im Prinzip alle die an großen Trägern arbeiteten, nun arbeitslos waren. Das ist auch ein Grund für die Misere der SLS, doch das ist heute nicht mein Thema. Continue reading „Das Space Shuttle Derived Launch System“

Das Space Shuttle und das Starship

Als SpaceX seine Pläne für den Ausbau von Pad 39A vorlegte, wurde ich an das Space Shuttle erinnert, das ja auch von dort aus flog. Und da sehe ich einige Parallelen. Ich will sie mal kurz zusammenfassen. Es ist naturgemäß mehr über das Space Shuttle, schließlich ist es schon Geschichte und ein NASA-Projekt, das öffentlich ist. Die Informationslage ist damit um Größenordnungen besser als bei SpaceX Entwicklungen, die ziemlich geheim ablaufen, auch wenn der Chef andauernd neue Dinge verspricht. Seit Musk ist mir die Doppelbedeutung des Worts „Versprechen“ (einmal im Sinne von „Zusage“ und einmal im Sinne von „aus Versehen gesagt, ist nicht ernst gemeint, habe mich nur versprochen“ erst so richtig klar geworden. Continue reading „Das Space Shuttle und das Starship“