Heiligs Blechle

Letzte Woche kam der Urteilsspruch des Bundesverwaltungsgerichts zum Thema Fahrverbote in Innenstädten und anscheinend hat sich jeder gerade das rausgesucht, was ihm in den Kram passt. Die für eine reinere Luft klagenden Umweltverbände, dass die Klage erfolgreich war, die Städte, dass die besonderen Umstände berücksichtigt werden müssen, Handwerker und Lieferanten, dass es Ausnahmegenehmigungen geben kann und die Bundespolitik, dass es ja eigentlich niemanden betrifft und man nichts machen muss. So Merkel. Denn es sind ja nur 66 Gemeinden, also so kleine Dörfer wie Berlin, Hamburg, München, Stuttgart, Dresden und die vielen kleinen Dörfer im Ruhrgebiet wie Düsseldorf, Köln, Duisburg … Kurzum: In den 66 Städten dürfte wohl ein größerer Anteil der Bevölkerung wohnen. Eigentlich auch logisch den der Dreck entsteht ja nun mal durch Autos und die findet man vor allem in großen Städten und nicht in kleinen Dörfern auf dem Land. (mehr …)

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Die Proton und der Mond

Schade, dass ich so aufmerksame Leser habe – Niemand ist auf die Münchhausener Geschichte vorgestern hereingefallen. Doch eigentlich ist es keine Münchhausener Geschichte, es ist reale Physik und daher dazu heute etwas mehr.

Ich habe alles mit meiner neuen Aufstiegssimulation durchgerechnet, die inzwischen um einige Optimierungsfunktionen ergänzt wurde. Die Vega als Problemfall funktioniert nun auch. Ich werkele derzeit am Zweiimpulstransfer. Wenns fertig ist stelle ich es vielleicht mal hier vor. Aber die Proton in der Version Proton M Breeze M macht Probleme. Das liegt daran, dass die Proton mal als zweistufige ICBM entwickelt wurde. In der Version hätte der Sprengkopf etwa 8 bis 10 t gewogen. Nun wiegen dritte und vierte Stufe und Nutzlast zusammen 80 t. Schon die zweite Stufe hat eine Beschleunigung die anfangs unter 1 g liegt. Die oberen auch und am extremsten ist es bei der Breeze M. Bei einer Startmasse von rund 28 t beträgt der Schub nur 19,6 kN. (mehr …)

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Die neue Proton

Vor zwei Jahren hat ILS angekündigt eine neue Version der Proton in Dienst zu stellen. ILS ist in einer schlechten Lage: die Proton hatte in den letzten Jahren viele Fehlstarts sowohl im Modell M das für kommerzielle wie russische Starts genutzt wie auch von Russland exklusiv genutzten Variante mit Block DM3.

Solange ILS die einzige Konkurrenz zu Arianespace war, bekam die Firma trotzdem genügend Aufträge. Es gab ja keine Alternative. Mit dem Ansteigen der Startrate von SpaceX blieben die aber weitestgehend aus. Noch schlimmer: Anders als Arianespace befördert die Proton nur einen Satelliten. Das setzte sie bei nicht voll ausgenutzter Nutzlast unter Kostendruck. ILS musste schon die Kosten für einen Start bei kleineren Satelliten senken. Da die Rakete aber in der Herstellung immer gleich viel kostet auf die Dauer ein teures Zugeständnis.

So wurde im März 2017 die Proton M und Proton Light aus der Taufe gehoben. Bei der Proton Medium sollte die zweite Stufe wegfallen, bei der Proton Light zusätzlich noch zwei der Booster. Die Nutzlast sinkt so von 6,3 auf 5 bzw. 3,5 t. (mehr …)

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Raumfahrtbegeisterung und Raumfahrtnutzen

Ein Kommentar bei der Raketennachlese war ja das der Start der Falcon Heavy für die Raumfahrt begeistert. Nun macht der rote Roadster mit dem Astronautenanzug ja eine schöne Figur und es sind ästhetische Fotos entstanden. Ich nehme das mal zum Anlass, einen Blog über die Extreme Raumfahrtbegeisterung und Raumfahrtnutzen zu schreiben.

Unbestritten: Faszinierende Fotos können begeistern. Auch bei mir waren es Fotos die mich zur Raumfahrt brachten, nachdem ich mich für Astronomie schon interessiert habe. Allerdings waren es bei mir die Fotos von Voyager und Viking von Mars, Jupiter und den Jupitermonden. Wer andere Interessen hat, mag sicherlich Raketenstarts faszinierender finden. Es gibt auch genügend Fans der bemannten Raumfahrt, die sich an schwebenden Astronauten erfreuen. Egal wie, es ist schön, wenn man jemand von der Raumfahrt begeistern kann. Doch ich meine immer, dann muss auch der zweite Schritt folgen: das Beschäftigen mit der Raumfahrt. Auch das hat verschiedene Ebenen. Man kann tief in die Technik gehen, oder sie nur oberflächlich verfolgen. Doch selbst die, die dies tun vergessen gerne wie die Raumfahrt in den Alltag eingezogen ist. Damit befasst sich dieser Artikel. (mehr …)

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Der IBM PC

Ich will heute an ein Jubiläum erinnern – den IBM PC. Der eine oder andere der schon etwas Ahnung hat wird nun sagen „Jubiläum? Der IBM PC wurde am 12.8.1981 angekündigt!“, Ja aber in Deutschland war er erst im Frühjahr 1983 zu kaufen. Das ist nun 35 Jahre her. In diesem Blog geht es nicht um die Entwicklungsgeschichte des IBM PC, die habe ich meinem Buch und auf meiner Website lang und breit erzählt. Es geht um die Technik.
Als der IBM PC erschien, kauften sich natürlich auch die frühen Computerpioniere einen davon. Schon alleine, um zu sehen, was IBM produziert hatte. Die Einstufung schwankte stark. Lee Felsenstein, Mitgründer des ersten Computerclubs des „Homebrew Computer Clubs“ und beteiligt am Entwurf des Osborne 1 sah es positiv: „Wir schraubten das Gehäuse auf und sahen, dass Bausteine aus der Industrie verwendet worden waren, keine IBM spezifischen. Endlich hatte IBM die Mikrocomputerindustrie ernst genommen“. Andy Herzfeld, bei Apple angestellt dagegen. „Das Gerät war ein Witz! Es konnte weniger als die Rechner, die wir schon herstellten, ganz zu schweigen von dem, was in der Entwicklung war“ (weniger als ein Jahr später erschien von Apple die LISA, der erste Mikrocomputer mit einer grafischen Oberfläche).
Die Geschichte des IBM PC beginnt ein Jahr vor der Markteinführung. IBM hat eine Krisensitzung. Sie bemerken natürlich, dass immer mehr dieser Mikrocomputer verkauft werden. Dieser Markt boomte und IBM schaute nur zu. Alarmierender als der wirtschaftliche Aspekt war, was der bei IBM besonders gut aufgestellte Außendienst berichtete. Sie fanden immer mehr der Rechner in den Firmen die auch Großrechner einsetzen. Sie wurden genutzt für Dinge, die keinen Großrechner erforderten und die Anwender waren begeistert von ihnen. Mehr noch IBM verlor massiv an Wertschätzung. Sie galten als veraltet. Der wichtigste Zweck des IBM PC war es nicht, ein Verkaufsschlager zu werden (IBM sollte sich in den verkauften Stückzahlen enorm irren, es wurden viel mehr IBM PC verkauft als geplant) sondern die Wertschätzung bei den Kunden wieder zurückzugewinnen. (mehr …)

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