Die Deutsche Automobilindustrie.
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Ich weiß, ich habe lange nichts von mir hören lassen. Ich lebe aber noch. Ich arbeite derzeit viel an dem neuen Buch über die Thor- und Delta-Trägerraketen. Leider stoße ich auf immer mehr Material und das nimmt sehr viel Arbeit in Anspruch, um mich einzuarbeiten und zu schreiben. Jetzt schon ist das Buch auf 400 Seiten Umfang angewachsen. Mein heutiges Thema ist die deutsche Automobilindustrie, ihr Einfluss auf die Politik und ihre Probleme. Inspiriert wurde ich durch die Meldungen, die wahrscheinlich heute bestätigt werden, dass das „Verbrenner-Aus“ gelockert wird von 100% Kohlendioxid neutral im Jahre 2035 auf 90% im selben Jahr. Dazu etwas später mehr. Ich eröffne damit mal eine neu Kategorie über Politik, wo es natürlich mehr über meine persönliche Meinung, als über Fakten geht.
Meiner Ansicht nach ist Deutschland im festen Griff der Lobby der Automobilindustrie. Das konnte man schon 2008, als wir die weltweite Wirtschaftskrise hatten, verursacht durch die Bankenkrise in den USA sehen. Die Automobilindustrie als einzige Branche bekam einen Extra-Bonus der Politik, damals in Form der Abwrackprämie, damit man einfach noch ein funktionierendes und gutes Auto verschrottet und sich ein neues kauft, um die Umsätze hochzutreiben. Das hat schon damals nicht viel geholfen, weil die Prämie ja nicht nur für deutsche Automobilhersteller war, sondern auch für ausländische Automobilhersteller und sehr viele dieser Autos, die verschrottet wurden, relativ preiswerte Autos waren und dann auch meist wieder von den preiswerteren ausländischen Herstellern nachgekauft wurde.
Wir haben seit 2011 einen grünen Ministerpräsidenten in Baden-Württemberg, den ich zwar persönlich hoch schätze, aber dessen politische Position ich nur bedingt teile, so wurde insgesamt bei uns (in BW) nicht der Klimawandel richtig vorangetrieben. Nach wie vor sind wir bei den Windkraftwerken weit hinten. Man hat sich nicht gegen die teuren Stromtrassen von Norden nach Süden ausgesprochen und vor allem war schon im ersten Jahr sichtbar, dass er im Griff der deutschen Automobilindustrie ist. Sie wurde in den letzten Jahren regelrecht hofiert. Natürlich ist in Baden-Württemberg die Automobilindustrie ein großer Faktor. Wir haben mit Mercedes-Benz und Porsche zwei große Hersteller mit den Hauptwerken in Baden-Württemberg, aber auch andere Hersteller wie Audi produzieren hier. Aber, anstatt dass wenn man schon grüner Ministerpräsident ist, der Automobilindustrie, Auflagen macht, die sie dazu bringen, in die richtige Richtung, nämlich die einer Klimaneutralität zu gehen, das war ja nicht erst seit heute, sondern schon seit 1990 das Ziel Deutschlands und der Welt, hat man sie weiter hofiert, immer wieder eingewirkt auf internationaler Ebene, um irgendwelche Vorgaben abzuschwächen.
Bevor es das Verbrenner aus gab, war zum Beispiel die Flottenregelung für Kohlendioxid so, dass ein Automobilhersteller nur für die Gesamtflotte den Kohlendioxid-Ausstoß angeben musste. Dabei wurden Elektrofahrzeuge nicht nur nicht mitgezählt, sie zählten negativ. Das bedeutet, wenn ein Automobilhersteller ein Elektrofahrzeug zugelassen hat, konnte er dafür Kohlendioxid negativ in seine Bilanz einpreisen, was dazu führte, solange diese Wagen noch relativ teuer waren und die Zulassungen bei privaten und gewerblichen Kunden gering waren, dass die Automobilhersteller vorwiegend selbst diese Fahrzeuge auf sich zugelassen haben. Ob diese dann auch eingesetzt wurden oder nur auf dem Parkplatz herumstehen, weiß man bis heute nicht. In den letzten Jahren hat die deutsche Automobilindustrie massiv an Aufträgen verloren. Sie hat bisher vor allem in China gut verdient und viel exportiert und nun kaufen die Chinesen eben chinesische Elektroautos anstatt deutschen mit Verbrennermotoren. Das ist jetzt nicht so überraschend. Tesla als großer Automobilhersteller von Elektrofahrzeugen hat schon im Jahre 2008 damit begonnen, Fahrzeuge mit reinem Elektroantrieb zu produzieren. Also das ist jetzt fast 20 Jahre her und in der Zeit hat unsere Automobilindustrie geschlafen.
Nun geht es wieder weiter mit dem Lobbyismus, in dem das Verbrenner-Aus im Jahre 2035, also in 10 Jahren, abgeschwächt wird. Ich frage mich persönlich, was soll das? 2035 ist in 10 Jahren. Wenn man sich anguckt, wie die Zulassungszahlen für Elektrofahrzeuge in der Bundesrepublik in den letzten 10 Jahren sich entwickelt haben, dann kann man voraussehen, dass im Jahre 2035 kaum noch Verbrenner neu zugelassen werden. Daneben kann die Regierung auch durch Lenkung dies relativ einfach beeinflussen. Norwegen hat in diesem November eine Neuzulassungsquote von 96% Elektrofahrzeugen. Was macht Norwegen besser als wir? Nun, sie haben die Steuern für Benziner und Dieselfahrzeuge hochgesetzt und die Steuern für Elektrofahrzeuge heruntergesetzt. Daneben gab es wie bei uns zuerst Subventionen für Elektrofahrzeuge, die aber jetzt nach und nach zurückgefahren werden. Zudem hat man dort viel mehr in die Ladeinfrastruktur investiert als bei uns und gerade das dünne Netz der Ladesäulen schreckt ja immer noch viele potenzielle Käufer ab.
Ein weiterer Punkt, den bei uns auch kein Mensch angreifen möchte, ist es, dass wir, wenn wir Städte haben mit Feinstaubbelastung, mit hohem Stickoxidwerten, einfach einmal zu sagen, Verbrenner dürfen in diese Städte nicht reinfahren. Prompt hat man die Umweltbelastungen reduziert. In Paris oder in London geht dies und wird von der Bevölkerung akzeptiert. Aber bei uns ist ja das Auto ein heiligs Blechle. An dem darf man nichts rütteln. Da darf man auf keinen Fall ein Verbot aussprechen. Denn Verbote, das haben wir ja gelernt von der FDP, sind was ganz, ganz, ganz Schlimmes. Deswegen gibt es ja auch bei uns keine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen wie in anderen Ländern, wo es dafür weniger Verkehrstote gibt.
Ich sehe für die Automobilindustrie, wenn sie weiter auf Verbrenner setzt, nur noch ein Abwärtstrend. Schon jetzt, da hat sie ja Beschäftigte verloren und das wird sich, wenn sie nicht schnell das Ruder umreißt, noch weiter fortsetzen. Besonders komisch finde ich, dass die Politik immer einen Extrawurst für die Automobilindustrie macht. Denn schaut man sich die Beschäftigten nach Branchen an, dann ist die Automobilindustrie ein ganz kleiner Fisch. Platz 6 auf der Liste mit weniger als einem Sechstel der Beschäftigten im Gesundheitssektor. Nur im Umsatz ist sie relativ stark, was natürlich nicht verwundert, wenn ein Automobil 20.000 bis 100.000 Euro kostet. Aber die Beschäftigten, die hier wegfallen, kämen problemlos in anderen Branchen unter, wenn man die Automobilindustrie nicht so hofieren würde und dafür mehr Geld in die anderen Branchen hineinsteckt.
|
Rang |
Branche |
Beschäftigte (ca., in Mio.) |
|---|---|---|
|
1 |
Gesundheitswesen |
6,0–6,1 destatis+1 |
|
2 |
Tourismus |
2,9–4,1 zia-deutschland+1 |
|
3 |
Logistik |
3,36 marcustransport |
|
4 |
IKT |
1,5 t-online |
|
5 |
Maschinenbau |
1,0 t-online |
|
6 |
Automobilindustrie |
0,77 vda+1 |
|
Rang |
Branche |
Umsatz (ca., in Mrd. €) |
|---|---|---|
|
1 |
Automobilindustrie |
506 ig |
|
2 |
Chemisch-pharmazeutisch |
261 ig |
|
3 |
Maschinenbau |
244–269 ig+1 |
|
4 |
Elektrotechnik |
225 ig |
|
5 |
Ernährungsindustrie |
219 ig |
Zuletzt noch eine Bemerkung. Natürlich können ab 2035 immer noch Verbrenner oder Fahrzeuge neu zugelassen werden. Nur müssen die eben kohlendioxidneutral sein. Was geht, wenn sie synthetisch erzeugte Kraftstoffe benutzen, die man aus Kohlendioxid und Wasser hergestellt hat, sogenannte E-Fuels. Davon redet die Automobilindustrie natürlich nicht so gerne, weil die Herstellung extrem energieaufwendig ist und diese Kraftstoffe daher um ein Vielfaches teurer sein, als die heutige Kraftstoffe.
Wie sollte es nun meiner Meinung nach mit den Klimazielen der Verkehrsbranche, also der Automobilindustrie, weitergehen? Nun, ich denke, man sollte einfach keine Extrawurst für die Automobilindustrie braten. Wir haben ein EU-Klimaziel bis 2040: die Reduktion der klimarelevanten Gase, also vor allem Kohlendioxid, gegenüber dem Ausgangswert von 1990 um 90%. Das kann man schlicht und einfach auf die Automobilindustrie übertragen. Sie hat dann sogar 5 Jahre mehr Zeit und sie muss nur 90% schaffen, wie das jetzt derzeit auch diskutiert wird. Der Knackpunkt ist aber, es sollten dann echte Reduktionen sein. Es ja so, dass der Ausstoß an relevanten Treibhausgasen sowohl in Deutschland wie in der EU gegenüber 1990 beim Verkehrssektor am geringsten gesunken ist, im Vergleich zu allen anderen Sektoren. Bisher glänzte nämlich die deutsche Automobilindustrie, aber auch die europäische Automobilindustrie, nicht dadurch die Treibhausgasemissionen zu senken. Nach den Angaben des Deutschen Bundesumweltamtes lag der Ausstoß von Treibhausgasen durch Automobile im Jahre 1990 bei 164 bis 165 Millionen Tonnen. 2025 lag er bei 143 Millionen Tonnen. Das heißt, er ist kaum gesunken gegenüber anderen Sektoren wie Energiewirtschaft, Häuserbau oder Chemie. Wie die Industrie dann von 143 Millionen Tonnen bis 2035 auf Null bekommen möchte, würde mich wirklich interessieren. Denn sie hinkt ja jetzt schon hinterher:
|
Sektor (KSG) |
Reduktion 1990–2024 (ca.) |
Anmerkung |
|---|---|---|
|
Energiewirtschaft |
−61 % |
Größter absoluter Minderungsbeitrag.umweltbundesamt+1 |
|
Industrie |
−50 % |
Effizienz, Prozessumstellungen.umweltbundesamt+1 |
|
Gebäude |
−48 % |
Heiztechnik, Dämmung, Brennstoffmix.umweltbundesamt+1 |
|
Landwirtschaft |
−27 % |
Rückgang CH₄/N₂O, aber weiter schwierig.umweltbundesamt+1 |
|
Verkehr |
−12 % |
Nur geringe Senkung; mehr Verkehr.statista+2 |
|
Abfall & Sonstiges |
−87 % |
Deponiepolitik, Gasfassung.umweltbundesamt+1 |
Wahrscheinlich wird sie es auch nicht auf Null bekommen, sondern sie wird nach dem bisherigen Rechenmodell auf Null kommen. Nach diesem Modell könnte sie aber problemlos 50% der Flotte als Verbrenner produzieren, wenn sie noch 50% Elektroautos produziert, weil diese ja negativ angerechnet werden.
Meine Meinung: Anstatt einem Verbrenner-Aus sollte es ein Aus für Benzin und Diesel geben. Alle Autos mit Benzin- oder Dieselmotor müssten dann die E-Fuels tanken und die sind eben teuer. Aktuell kosten E-Fuels zwischen 1,59 und 2,29 €/l. Klingt zuerst mal nahe an den Preisen die wir vor einigen Jahren hatten. Aber das sind die reinen Herstellungkosten, ohne Steuern und Verkauf. Die reinen Herstellungkosten liegen bei Benzin und Diesel bei 0,50 bis 0,60 Euro pro Liter. Für E-Fuels müsste man noch die Mineralölsteuer aktuell ca. 65,45 ct/l für Benzin und 47,04 ct/l für Diesel addieren und die Mehrwertsteuer, die CO2-Abgabe von 10-14 ct/l würde dagegen wegfallen. Dann käme noch der Gewinn durch den Handel drauf. Realistisch kann man also noch 1 Euro/Liter zu den obigen Preisen addieren.
Ich denke in der Zukunft wird dies billiger werden, denn die E-Fuels sind deswegen so teuer weil man ein Vielfaches der chemischen Energie die im Treibstoff steckt für die Synthese aufwenden muss. Regenerative Energien werden aber immer billiger. So könnte der Verbrenner dann doch ein langes Leben haben. Das nützt allerdings nichts, wenn das Elektroauto im Betrieb günstiger wird, denn sinkende Energiepreise bedeuten auch sinkende Preise für den Ladestrom. Andere Kritikpunkte, wie die zu geringe Reichweite sind ja in den letzten Jahren auch beseitigt worden.
Ich verstehe das bestehen auf die Verbrenner auch nicht.
Anstatt die 9 Jahre jetzt als Chance zu sehen, innovativ zu werden, wird schön am Alten festgehalten.
In neun Jahren können wir es schaffen, jeden Parkplatz mit pv voll zu überdachen.
https://www.rundschau-online.de/region/euskirchen-eifel/euskirchen/therme-euskirchen-ueberdacht-1000-parkplaetze-der-badewelt-763379
Keine Lademöglichkeit zuhause? Lädst du halt auf der Arbeit. Auf der Arbeit auch nicht möglich? Dann eben beim Supermarkt.
Ich habe bis vor einiger Zeit über 35.000 km/Jahr abgerissen. Teils elektrisch, teils verbrenner. Ca. Zwei mal/Woche zur Tankstelle fahren, an der Säule warten, bezahlen vs. einmal am Tag an die wallbox hängen.
Ich denke das Problem ist, dass den Leuten, die Sorge vor dem Umstieg haben nur die Fälle einfallen, in denen ein e-Auto nicht so gut passen könnte (Urlaubsfahrt). Dass der Rest des Jahres aber viel besser ist (nicht mehr taken fahren und Geld nach Saudi Arabien, Katar… überweisen) wird außer Acht gelassen
Das trifft im wesentlichen zur auf die wenigen Menschen zu, die in einem freistehendem EFH wohnen und über die Wallboxinstallation selbst entscheiden können. Die meisten Menschen in Mehrfamilienhäusern werden keine Wallbox zur Verfügung haben, da in sehr vielen Fällen bei älteren Gebäuden und Tiefgaragen die Installationskosten ein Vielfaches über den gebildeten Rücklagen liegt und für viele nicht bezahlbar ist. Und in nicht wenigen Fällen sogar technisch gar nicht umsetzbar ist, wie z.B. in Häusern mit stromlosen Garagenhöfen, häufig gebaut in den 70ern und 80ern, welche für heutige Mittelklasseauto häufig schon zu klein zum Parken sind, geschweige da noch eine Wallbox reinzuquetschen. Und man denke an die vielen Mehrfamilienhäuser ohne Garage, mit Laternenparkplatzbedarf.
Für die Mehrheit funktioniert das E-Auto-Laden daher nur über eine öffentliche DC-Schnelladesäulen, und der Zeitmehraufwand liegt hier selbst mit modernsten 800V-BEVs bei ca. Faktor 8-10 im Vergleich zum klassischen Fossiltanken, reichweitenneutral gerechnet. Und eine solche Säule ist, wenn überhaupt verfügbar, in der Regel deutlich weiter entfernt als die nächste Tankstelle, d.h. die längere Anfahrt kommt noch obendrauf. Alles in allem sehr unpraktikabel und wiegt viel schwerer als das Urlaubsargument.
Was es bräuchte wären
– eine massive Steigerung der Schnelladesäulen (nicht die normalen öffentlichen 22KW-AC-Säulen, die für rin BEV nur ein Tropfen auf den heißen Stein sind).
– eine massive Förderung sehr teurer Wallbox-Installationen in Altbauten.
– und eine massive Verbreitung von AC-Ladepunkten in Wohngebieten für Laternenparker.
Sonst wird man die Verbrennernachfrage nicht wegbekommen. Und Verbote helfen hier auch nicht weiter, weil die o.g. Probleme damit nicht adressiert werden.
Halbwegs richtig
Mein Bruder ist genau in der Situation, die du beschreibst.
Mehrfamilienhaus, keine Wallbox, schlicht keine Möglichkeit zu Hause laden. Auf der Arbeit auch nicht.
Er fährt trotzdem ein e Auto.
Jeder findet Gründe irgendwas nicht zu tun.
Zum Thema zeitlicher Mehraufwand: schlicht falsch.
Am Supermarkt die Karre eingesteckt, einkaufen gehen, extra Fahrt zur Tankstelle gespart.
Wenn man zu Hause (oder auf der Arbeit) eine Lademöglichleit hat, ist das sogar noch krasser: mein zeitlicher Aufwand fürs Laden sind ungefähr 30 Sekunden (Klappe auf, einstecken, ausstrecken, Klappe zu).
Wenn man deiner Argumentation folgt, darf die Mehrheit kein neues Auto (egal ob verbrenner oder E) mehr kaufen, da die Parkplätze zu klein sind. Das macht dann ja keinen unterschied, ob verbrenner oder E. 🙂
Ich bin mir nicht so sicher ob das Kippen des „Verbrennerverbotes“ wirklich ein Thema der Automobilindustrie war. Ja deren Lobby ist groß, gerade in Deutschland. Aber denen ist allen klar das die Zukunft im BEV liegt. Die haben alle vor Jahren schon große Teile der Entwicklung dahin umgestellt und jetzt werden auch die Ergebnisse sichtbar. Die aktuellen Modell von VW (und Konzernmarken), BMW und Mercedes sind Technologisch auf höchstem Stand. Tesla mittlerweile abgehangen, die Chinesen sind näher drann als bei den Verbrenner aber es fehlt denen immer noch einiges.
Wo das „Verbrennerverbot“ aber ein extrem wichtiges Thema ist ist bei der AFD und CDU. Denn die können damit gegen Grüne und Co als „Verbotspartei“ wettern. Gerade diese beiden Parteien sorgen auch dafür das das E-Auto in Deutschland immer noch einen so schweren Stand hat. Man sprich von Technologieoffenheit, meint damit aber bleiben beim alten. Dann redet man von nicht ausgereifter Technik und Träumt von der Uralttechnologie Wasserstoff in Brennstoffzelle.
Das „Verbrennerverbot“ war einer der großen Fehler „der Grünen“. Man wollte damit der eigenen Anhängerschaft ein Schlagwort geben, hat es aber den Gegner gegeben. Alleine über die CO² Steuer werden Benziner/Diesel (und auch Heizungen mit Erdöl/Erdgas) absehbar unübersehbar teutlich teurer als Strom für BEV/Wäremepumpe (Billiger sind sie jetzt schon in den meisten Fällen). Schlimmer als das aufweichen des Verbrentnerverbotes ist das man den EU Emissionsmindernd von 2027 auf 2028 verschoben hat.
Uralttechnologie Wasserstoff 🙂
Autos mit E-Motor und Akku sind ca. 80 Jahre älter. Und was ist das überhaupt für ein Argument? Neuer ist nicht gleich besser.
Das Aus für Verbrenner ist vor allem interessant für Arbeitsmaschinen und LKW, da kommt man mit Akkus meist nicht weit und das ist auch genau die Sparte für Brennstoffzellen.
Technologieoffenheit funktioniert in beide Richtungen.
Der unterschied ist das man seit über 10 Jahren Autos E-Autos mit zu Benzin/Diesel konkurrenzfähiger Technik und Preis kaufen kann. Beim Wasserstoff ist das nicht der Fall und auch keine Besserung im Sinn. Dazu steht eine funktionierende Infrastruktur für E-Autos im Großen und ganzen in Europa, zur Verfügung. Bei Wasserstoff nicht da. Dazu das Grundproblem bei Wasserstoff, man hat mindestens zwei Energieumwandlungen mehr. Das sorgt für eine Extreme Reduktion des Gesamtwirkungsgrades und treibt damit die Preise in die Höhe. Batterieekeltische Autos (und LKW) werden immer Billiger sein als Wasserstoff-Brennstoffzelle.
Hallo,
aus meiner Norddeutschen Sicht sind Windkraftanlagen in Badenwürtemberg und Bayern nicht unbedingt erforderlich, und wenn, dann nur an wirklich guten Standorten.
Wichtig sind:
1) zusätzliche Fernleitungen für Strom, erst mal in Nord-Süd Richtung, vorzugsweise oberirdisch. Die sind jetzt 20 Jahre lang verschleppt worden.
2) verschiedene Strompreiszonen in Deutschland einführen, zumindest solange bis es ausreichend Fernleitungen gibt. Das soll insbesondere das finanzielle Interesse erhöhen die Fernleitungen zu genehmigen und zu bauen.
3) wenn es vergünstigten Industriestrom gibt, dann bitte nur mit lastabhängigen Strompreisen, vorzugsweise von Anfang an und zuerst entsprechend der Strompreiszone.
MfG
Man könnte durchaus beides tun, also mehr Windkraft in BW und gleichzeitig die Fernleitungen ausbauen. Im Übrigen war es weniger BW und mehr Bayern welches sich gegen überirdische Leitungen sperrt (vergleiche z.b. Ultralink und Süd- und Südostlink)
Stimme deinen Punkten 2&3 zu.
@Simon – e-LKW werden kommen. 500 km sind damit machbar.
Da an einen Tag mindestens 45 Minuten Pause zu machen sind, kommen (bei nur 300 kW Ladeleistung) 220 km dazu(eher mehr). Mehr Reichweite als Lenkzeit.
Die hohen Produktionskosten für E-Fuels werden auch in Zukunft bei weitem nicht durch erwartete zukünftige Preisreduktionen bei Erneuerbaren aufgewogen; die extrem verlustbehaftete E-Fuels
Produktion wird für PKW niemals wirtschaftlich sein – BEVs werden den Kostenvergleich mit E-Fuel Verbrenner immer mit Vorsprung gewinnen.
Zudem: selbst wenn die E-Fuel-Preise wettbewerbsfähig werden würden (was sie nicht tun werden), dann gibt es andere Industrien, die damit vorrangig beliefert werden müssten, weil es dort keine E-Alternative gibt, z.B. Aviation. Außerdem kann man aufgrund der Komplexizität der Synthese niemals die benötigten Mengen industrieüberfreifend herstellen, auf unabsehbare Zeit nicht mal für Aviation alleine.
Also: das Verbrennerverbot macht Sinn, alleine schon wg. lokaler Feinstaubvermeidung, und nicht das Verbot von Benzin und Diesel. E-Fuels für Autos ist der größte Unfug überhaupt (und deswegen will die Automobilindustrie auch keine E-Fuels). Die Automobilindustrie hat technisch die E-Alternative, und die muss konsequent umgesetzt werden inkl. aller erforderlicher infrastrukturellen Maßnahmen.
Einfach mal Harald Lesch anschauen; https://www.youtube.com/watch?v=MnrudYCzh2E
In Deutschland kommen da viele Dinge zusammen die bis heute nicht angegangen wurden. So sit hier niht nur die Automobilindustrie ein Problem (zwar siehst du das richtig und die Autoindustrie wird immer hoffiert, aber da sind noch andere Faktoren).
1. Das deutsche Stromnetz ist immer noch sehr Zentral ausgelegt. Trotz immenser Zuwaechse im RE bereich, die Stromtrassen sind hier meist noch im Bau.
2. Ladesauelen -> hier in Thailand gibt es mittlerweile an fast allen Tankstellen auch mehrere (Schnell-) Ladesaeulen. Ich war seit 15 Jahren nichtmehr in Deutschland, aber was ich hoere ist das dort noch nicht so.
3. Strompreise -> sind mit die hoechsten in Deustchland. Wenn EV’s nur wenig oder keine Ersparnis bringen, ist der Wechsel halt langsam, auch muss man bei EV’s den 2nd hand markt mit bedenken (schneller Wertverlust -> EV muss wesentlich guenstiger im Unterhalt als Verbrenner sein um da was gut zu machen)
Ich denke das das Stromnetz hier auch ein grosser Faktor ist, da Ausbauten nicht rechtzeitig fertig werden.
Norwegen hat z.B. zu viel RE strom zu guenstigen Preisen. das erkalert schon einen grossteil der hohen transferrrate zu ev.
In der Tat muesste man die Gesetze hier nicht wirklich machen und besser die richtigen Rahmenbedingungen setzen, dann wuerde der Verbrenner von ganz allein Verschwinden.
Hallo, die Chinesen sind führend. Wir haben einen BWD Atto 2. Das bisher einzige Fahrzeug mit 5 Sternen im Crashtest.
Haben eine Photovoltaik am Dach unde ebenso im Ferienhaus. Wir haben letztes Jahr e
2000 kWh netto eingespeist und entsprechend Geld damit verdient. BWD hat 5 riesige Werke gebaut die sind auf Satellitenbildern nicht zu sehen, da die Chinesen ihre Werke komplett mit Je 1000 Ha Photovoltaik überdacht haben. Die Speisen Unmengen ins Netz ein und können dadurch Ihre Autos praktisch für ömme bauen. Während solche Vollpfosten wie Zipse jammern und nach dem Staat schreien. Und Du lieber Bernd hast ja auch ein eigenes Haus und ein Ferienhaus mit genug Dachfläche. Also trete Deinen Steinzeitverbrenner in die Tonne. Ich empfehle die den Mercedes EQ240, Leasingrate 300 Euro und ein paar zerquetscht. Nix wie ab zum nächsten Mercedeshändler
Wen sprichst du an? Was ist an dem BYD Atto 2 besonders. 5 Sterne im Euro NCAP Crashtest sind es auf jeden Fall nicht. Ja der Atto 2 ist kein schlechtes Auto aber nichts was die angebliche Überlegenheit „der Chinesen“ zeigt. Es gibt zwei sachen die die Chinesischen Hersteller gut können, schnell reagieren/entwickeln und billig Produzieren.
Die Stromkosten sind nur eine kleiner Teil der Kosten die bei der Produktion eines Autos anfallen.
Bei aktuell gebauten Solaranalgen bekommst du im optimalfall rund 12,5 Cent pro eingespeister Kilowattstunde. Bei deinen 2000 eingespeissten kwh also sage und schreibe 250 EUR. Kein wirklich relevanter Betrag. Interessanter ist der Teil des Stroms den man selbst verbraucht, da spart man das Geld.
Wie viel staatliche Zuschüsse bekommen denn die Chinesischen Hersteller? Auch solche die Inoffiziell sind. Aber natürlich ist Lobbyarbeit in einer Demokratie sichtbarer als in einer Autokratie.
Ich wusste gar nicht das Bernd einen Chaffeur hat, denn sonst bräuchte er ja weder einen Verbrenner noch einen Elektro PKW.