Nachlese zum Falcon 9 Jungfernflug

Eigentlich hatte ich erwartet, nach dem Jungfernflug gäbe es nun etwas mehr Informationen über die Falcon 9 und den Flug. Aber erst heute taucht ein Statement im typischen SpaceX Stil auf. Dieser SpaceX Stil – keinerlei Daten, gemischt mit falschen oder fragwürdigen Vergleichen, meistens auf Basis falscher Daten finde ich nervig. Kein Wort davon, dass der Orbit falsche Parameter aufweis, kein Wort von dem starken Rollen zum Ende des Betriebs der zweiten Stufe und das gefährliche Rollmanöver direkt nach dem Start.

Eigentlich hätte ich mehr Jubel, stolzes Präsentieren von Performancewerten wie der Nutzlast oder Orbitparametern erwartet. Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Bei Arianespace kann jeder bei den Übertragungen in Realzeit den Plot der Aufstiegsbahn sehen, auch wenn es keine Onboardkamera gibt, was sicher auch da interessant wäre.

Mich macht so was stutzig. Vielleicht ist einiges mehr nicht nach Vorschrift gelaufen. Vielleicht deutet das fehlende Eingehen der Kommentatoren auf die Anormalien darauf hin, dass sie bekannt waren – und man im Zeitdruck startete um wenigstens etwas vorweisen zu können. Elon Musk als Finanzier fällt ja aus. Er ist ja nun pleite und die Firma ist darauf angewiesen dass sie möglichst bald weitere Gelder von der NASA bekommt. (Was ja so gern bei der Diskussion um „private“ Firma vergessen wird: Die Firma hat nach Angaben von Elon Musk bisher 350-400 Millionen Dollar in die Entwicklung der Falcon 1+9 gesteckt. Von der NASA bekam sie bisher 349 Millionen Dollar. Dazu kommen noch die beiden von der Air Force finanzierten ersten beiden Starts der Falcon 9 in Höhe von 14 Millionen Dollar. Investoren haben also den kleinsten Teil der Summe aufgebracht (Elon Musk, der wahrscheinlich den größten Teil beisteuerte, steht für 100 Millionen Dollar. Nur: das ist eine Vorfinanzierung. Dem müssen nun auch Flüge folgen. Es gilt also recht schnell im Zeitplan vorranzukommen. Diese Zahlungen sind auch die Ursache für die drei letzten Jahre mit positiver Bilanz. Man sollte vielleicht als Vergleich mal den Konkurrenten OSC benühen, der vond er NASA weniger Geld für die Taurus II bekommt und nicht so hochgejubelt wird). (mehr …)

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Geschichte ist nicht logisch – auch nicht Technikgeschichte

Ein Argument, dass ich immer wieder hören, wenn Leute verunsichert sind durch die Argumente der Moonhoaxer, ist dass es nicht verständlich ist, warum die NASA die Mondlandungen so plötzlich einstellte – ohne Nachfolgesystem (das Shuttle war erst neun Jahre später flugbereit) ja sogar ohne die Hardware überhaupt zu nutzen, die 1969 fest bestellt wurde. Bis heute stehen zwei unbenutzte Saturn V als Ausstellungstücke herum – es sind keine Mockups, sondern Flugexemplare. Auch Mondfähren und CSM hatte die NASA genug auf Lager.

Das alles geschah ja nicht freiwillig, denn der Kongress kürzte ab 1969 der NASA kräftig die Mittel. Sie hatte keine andere Wahl als sparen. Gelohnt hat es sich nicht: Vor der ersten Mondlandung hatte die NASA 21,3 von rund 25 Milliarden Dollar ausgegeben. Die restlichen vier entfielen auf die verbliebenden sechs Missionen (eine Apollo H Mission kostete rund 350 Millionen Dollar, eine J Mission 420, dazu kamen noch Fixkosten für das KSC und MSC).

Logisch wäre es gewesen zumindest die Missionen zu absolvieren für die schon die Gerätschaften vorhanden waren. (mehr …)

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Geld verdienen mit ISS Transporten?

Ich habe mir überlegt ob ich noch was zum gestrigen Falcon 9 Start schreiben soll. Aber da es eigentlich keine genauen Daten der Raketen und Nutzlast gibt und keine unabhängige Einstufung des Starts, lasse ich das. Da SpaceX nach der Finanzknappheit von Elon Musk nun vollständig auf die Gelder des COTS / Transport Programmes abhängig ist (rund 349 Millionen Dollar haben sie schon davon erhalten, das ist ein Großteil der von SpaceX auf 350 bis 400 Millionen Dollar bezifferten Entwicklungskosten der Falcon Trägerraketen).

Ich frage mich ob dieser Bereich wirklich auf Dauer profitabel ist. Nun zumindest generiert er genügend Flüge. Sowohl OSC wie auch SpaceX rechnen mit 3-4 Starts pro Jahr. Das ist, wenn man die Startrate von Delta IV und Atlas V in den letzten Jahren ansieht, durchaus eine Menge die man gerne als festen Posten nimmt.

Wenn ich einen solchen Service konzipieren würde – wie geht man vor? Nun zuerst mal maximale Nutzlast bei minimalen Kosten. Da ist die Auswahl leicht: Am meisten Nutzlast erhält man wenn man Wasser oder Treibstoff transportiert. Die Tanks die dafür notwendig sind, wiegen wenig, verglichen mit dem Inhalt. Bei Fracht in einem Druckmodul wiegt alleine dieses in etwa soviel wie die Fracht, von der dann auch noch die Racks und Taschen abgehen, in dem der Inhalt verstaut wird. Zumindest ist dies beim ATV und HTV so. So bleibt ein Nutzlastanteil von unter 50 % übrig. (Beim ATV sind es knapp unter 40 %). (mehr …)

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