Die Taurus II – man hätte es besser machen können

Als sich OSC 2006 um den Auftrag für die COTS Subventionen bewarb, benötigten sie neben einem Raumschiff auch eine Trägerrakete. Die größte bisher von OSC produzierte war die Taurus XL mit maximal 1,7 t Nutzlast. Die Delta II, die in der richtigen Größe war, würde in wenigen Jahren auslaufen. 2009 beendete die Air Force die Nutzung, die NASA schloss sich an. Eine von zwei Startrampen wurde sofort geschlossen.

Die Frage ist nun, wie kommt dann das Raumschiff in den Orbit? Atlas V und Delta IV wären zu groß gewesen und auch wenn sich in den letzten Jahren einiges getan hat, dürfte der Start auf einer russischen Rakete (z.B. hat die Sojus die richtige Nutzlast) wohl ausscheiden, zumal die Sojus ja auch noch die Progress und Sojusraumschiffe starten soll und die Produktion auch so hochgefahren werden muss.

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Buchkritik: David J. Shayler: Apollo, The Lost and Forgotten Missions

Das ist das dritte Buch von David Shayler, dass ich lese. Das erste „Gemini steps to the Moon“, enthielt zwar viele Fakten zu dem Projekt, war aber recht schlecht aufbereitet, so wurden nicht die Missionen als Ganzes besprochen, sondern es fanden sich Details in den Rubriken „Medizinische Ergebnisse“, „Kopplungsmanöver“ und „Rückkehrmanöver“ etc. Ich vermisste allem Details zu den Raumschiffen selbst. Das zweite Buch „Skylab – Americas Space Station“, war um einiges besser und logischer aufgebaut, behandelte also Projektgeschichte und Missionen chronologisch.

Während ich diese beiden Bücher vornehmlich „beruflich“ las, nämlich um mich für meine eigenen Bücher zu informieren, war das Dritte gedacht als Urlaubsschmöker, wenn ich nach Nesselwang reise. Da gibt es immer rund drei Stunden Hin- und Rückfahrt, die ich gerne mit einem Buch fülle. Aber diesmal verlor ich schon auf der Hinfahrt die Lust. Es liest sich äußerst schwer. Das Problem des Buches ist, dass der Autor keinen echten Schwerpunkt setzt. Also wer sich mit Raumfahrt auskennt, weiß, dass im Umfeld von Projekten jede Menge Projektstudien entstehen. wie man die Teile für was anderes verwenden kann, wie man sie weiterentwickeln kann. Bei einem 25 Milliarden Dollar Programm wie Apollo sind es dann besonders viele. Dazu kommt die laufend angepasste Missionsplanung, einschließlich dreier gestrichener Missionen. Das alles enthält das Buch. Das bedeutet, dass der Autor ein sehr umfangreiches Thema sich vorgenommen hat und entsprechend jedes kurz wegkommt. Es versucht also allen Mannschaftszuweisungen zu Apollomissionen zu folgen, beschreibt die geplanten Apollo 18-20 Missionen, wie auch was Apollo 13 machen sollte, wenn gelandet würde. Genauso werden Missionen beschrieben, die 1966 noch geplant waren und dann nach dem Brandt von Apollo 1 wegfielen.

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Stahlherstellung

Nun zu dem zweiten Teil meiner Serie über Eisenverhüttung. Gusseisen wie es aus dem Hochofen kommt, weist einen recht hohen Kohlenstoffanteil auf, dazu kommen andere Verunreinigungen wie Mangan, Silizium und Phosphor. Diese Begleitelemente machen Gusseisen für eine Reihe von Anwendungen unbrauchbar. So wird es schon lange vor seinem Schmelzpunkt weich (weises Roheisen), ist hart oder spröde (grauen Roheisen). Es ist weder elastisch, noch thermisch hoch anspruchbar. Teilweise versuchte man durch kombinieren von weisen und grauem Roheisen in dünnen Schichten und zusammenschmieden, um diese Nachteile zu vermeiden. Der heutige Weg ist es aber den unerwünschten Kohlenstoff aus dem Material zu entfernen.

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Eisenverhüttung

Zeit mal wieder für eine kleine Chemiestunde, nachdem es eine Weile keine mehr gab. Schließlich wollen wir dem Bildungsauftrag des Internets ja nachkommen oder? Nachdem ich (zum wiederholten Male) eine Unsinnssendung des ZDF, die als Wissenschaft kommt, gesehen habe, bekam ich die Idee für die heutige Sendung. Die Sendung behandelt den angeblichen Einschlag eines Kometen im Chiemgau vor 2.500 Jahren und führt sogar die Überlegenheit der römischen Armee auf „Chiemgauer Eisen“, dass durch den Kometen besonders kohlenstoffreich sei zurück. Schon als die Sendung vor einigen Jahren publiziert wurde, war klar, dass das ZDF einer kleinen Gruppe gefolgt sind die das postulieren. Nur fanden andere Geologen, Archäologen oder Historiker keinerlei Hinweise auf ein solches Ereignis. Die Sendung wird übrigens heute um 19:30 auf ZDF NEO wiederholt. Was mich ärgerte findet sich auch in der Beschreibung des ZDF: „Einige Zeit nach dem Kometeneinschlag revolutionierten die keltischen Noriker die Schmiedekunst. Sie entwickelten den ersten Stahl Europas. Ihre Schwerter waren härter und widerstandsfähiger als alles bisher Dagewesene. Die Pioniere konnten Kohlenstoff und Eisen zu Spitzenqualität verbinden. Vermutlich verarbeiteten die Handwerker bei der Prozedur große Mengen von Meteoritengestein. “ Mal abgesehen das oben noch von einem Kometen (bestehen vorwiegend aus Eis) und unten von Meteoriten (da gibt es auch welche aus Eisen) die Rede ist, fing ich nochmals in meinem Chemiebuch nachzuschlagen, denn meiner Kenntnis nach ist Kohlenstoff in größerer Menge im Eisen äußerst unerwünscht. (mehr …)

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