Der Blog wird 20

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Vor genau 20 Jahren erschien der erste Blog, damals noch unter der Bezeichnung „Web-Log“. Ich habe gerade einen Artikel gelesen über das Zustandekommen des Worts „Blog“. Interessanterweise war es genauso wie bei mir. Obwohl es die Bezeichnung „Blog“ damals schon gab, bezeichnete ich meinen Blog lange Zeit als „Web-Log“, also so eine Art Web-Tagebuch.

Das war es das erste Jahre auch. Damals habe ich meine Blogeinträge in einer normalen Webseite verpackt, die auf der Hauptdomain erschien. Kommentieren konnte man nichts, gut man konnte in das damals noch existierende Gästebuch einen Kommentar hinterlassen, aber das musste man erst mal finden. Im August 2007 habe ich dann den WordPress Blog aufgesetzt. Der erste hatte den einprägsamen Titel „Nun ja Web 2.0 halt“ und er war für meine Verhältnisse echt kurz.

Das Web-Log habe ich erstaunlich lange parallel zum WordPress Blog noch weitergeführt, nämlich bis zum 23.12.2021, die letzte (durchnummerierte) Seite mit jeweils mehreren Blogeinträgen hatte die Nummer 637. Der Grund war primär, dass bei diesem Blog den ihr lest, alle Einträge in einer MySQL-Datenbank liegen. Gut die kann man sichern, sie überlebte auch einen Umzug zu einem neuen Hoster 2011 (allerdings gingen dabei alle Nicht-ASCII Zeichen wie umlaute verloren) doch ohne das Framework für das Publizieren, nützt sie einem nichts. Ich wollte eine eigene Kopie. Inzwischen schreibe ich die Blogeinträge in LibreOffice und kopiere per Copy & Paste dann in WordPress. Das ist komfortabler als im Frontpage Editor und ich mache das inzwischen auch bei Artikeln so, nur die Bilder füge ich in Frontpage oder WordPress noch ein, weil LibreOffice nicht mit relativen Links zurechtkommt und dann die Links nur aufs lokale Dateisystem verweisen. Die Kopie habe ich dann immerhin noch als Text. Vor allem sehe ich das aber inzwischen entspannter. Die Blogeinträge rutschen ja nach hinten. Also wirklich nach hinten, Richtung Vergessen. Sie werden nicht nur bei Google kaum noch bei Suchanfragen angezeigt, auch im Blog muss man viel Aufwand treiben, um einen alten Artikel zu finden, trotz verbesserter Suchfunktion. Dazu mal ein Tipp: um etwas zu finden, was nur in einer bestimmten Website vorkommt, kann man bei google „site:“ mit der Url der Website in die Suche eingeben, also ich habe z.B. ein Lesezeichen mit

site:www.bernd-leitenberger.de/blog

(Das dürfte auch in Bing, DuckGo oder anderen Suchmaschinen funktionieren). Trotzdem wird man viel suchen müssen. Das liegt an einer Eigenart von WordPress. Neben den eigentlichen Blogseiten generiert sie Indexseiten für die Kategorien (Allgemein, Raumfahrt …) jeden Tag, jeden Monat und jedes Jahr und für Stichworte. Wie man das abschalten kann, habe ich noch nicht herausgefunden die Indexseiten findet man auch in den Suchergebnissen, das deckt echte Treffer zu.

Aber zurück zum Thema. Der Blog hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert und er spiegelt in gewisser Weise meine Veränderung aber auch die der Gesellschaft wieder. Die drei Themengebiete – Raumfahrt, Computer und Ernährung blieben. Aber früher habe ich viel mehr „Allgemeines“ geschrieben. Meine Meinung zu bestimmten Themen, ab und an auch ein Wissensblog zu anderen Themen. Das ging schon los mit dem ersten Eintrag am 14.6.2006. Der befasste sich mit „Lynne und Tessa“, die damals bei einem Video-Karaoke Wettbewerb mitmachten. Sie wurden dann sogar recht schnell bekannt als Bild und einige Fernsehsender über sie berichteten und hatten sogar eine eigene Show, in der sie Videos vorstellten, primär um ein neues Portal (Clipfish) zu promoten. Die floppte und das wars dann auch mit der Karriere.

Damals gab es noch kein Twitter aka X und das Internet war noch kleiner. Heute postet jeder seine Meinung, meistens sogar mehrere Male am Tag. Da muss ich auch nicht unbedingt noch mitmischen. Ich selber habe mich auch weiterentwickelt. Ich merke das bei den Raumfahrt-Blogs da kann ich heute erheblich mehr in die Tiefe gehen und exakter antworten geben, weil ich viel mehr berechnen kann. Ein Grundproblem ist, das sich auch die Leser verändert haben. Früher waren erheblich mehr Kommentatoren unterwegs, bei deren Kommentaren ich gut erkennen konnte, dass sie nicht nur eine Ahnung von Raumfahrt hatten, sondern sich recht gut auskennen. Anja die sich kürzlich mal wieder gemeldet hat scheint die letzte der ersten Generation zu sein, die noch dabei ist. Das ist heute nicht mehr der Fall, weshalb ich inzwischen jeden Raumfahrt-Artikel mit einer langen Grundlagensektion beginne, obwohl es dafür ja eine eigene Sektion auf der Webseite gibt, von der ich aber meine, das sie keiner besucht. Ich sehe das auch an den Verweisen der Kommentare zu Videos. Ich schaue inzwischen kaum Videos im Internet, wenn dann nur von Primärquellen wie „Heute live“, nicht von irgendwelchen Privatpersonen, deren fachliche Qualifikation fragwürdig ist. Um das zu erkennen, muss man allerdings mehr wissen ist das Video-Podcaster …

Und was in Foren vor sich geht ist mir ehrlich gesagt auch egal, weil das im Prinzip auch nur die Meinung von Personen ist. Das berüchtigte Raumcon-forum löscht übrigens inzwischen nicht nur Posts die den Moderatoren nicht gefallen, wenn ihr hier und dort mit demselben Namen / Pseudonym unterwegs seid, könnt ihr auch dauerhaft gesperrt werden, wie mir vor einigen Wochen jemand mitteilte, der beim Einloggen nur die Meldung bekam das er nun auf einer „Schwarzen Liste“ sei aber nicht mehr ins Forum kam. 2016 schrieb ich, weil dort jeder der was gegen SpaceX postete, gleich mit einem Shitstorm überzogen wurde, (den Begriff Shitstorm gab es aber erst später) das Forum wäre „gleichgeschaltet“ also in dem Sinne, das nur eine Meinung dort toleriert wird. Mein Kompliment: das war damals übertrieben, man konnte ja noch was gegen SpaceX posten. Danach haben sie erst Kommentare, die auf mich verweisen, kommentiert, man solle sie dort nicht posten, dann wurden die einfach gelöscht und nun werden User die auch hier aktiv sind ausgesperrt. Gratulation an die Raumcon-Verantwortlichen, ihr habt in zehn Jahren genau das geschafft, was ich damals kritisiert habe.

Aber zurück zu diesem Blog. Der Blog als WordPress-Anwendung hat aber einen enormen Vorteil: Alles rutscht nach hinten. Also das Internet vergisst nichts, aber es erscheint nicht mehr auf der ersten Suchseite und wenn man nach etwas sucht, wird man zu vielen Themen viele Treffer finden. Das erlaubt es mir Dinge immer wieder aufzugreifen, wer weiß vielleicht lernt der eine oder andere etwas durch Wiederholung…

Wie sieht die Zukunft des Blogs aus? Also ihr seht es ja selbst, ich poste immer weniger. Zum einen aus dem schon erwähnten Grund, dass ich meine das ich vieles schon beackert habe. Zum zweiten, weil ich mich inzwischen fast nur auf meine Wissens-Themengebiete konzentriere. Dann bin ich älter geworden und der Antrieb jeden Tag was zu schreiben ist schlicht und einfach nicht mehr in dem Maße gegeben. Eine Antriebsquelle sind für mich Kommentare und da ist es doch in den letzten Jahren auch deutlich leiser geworden. Also wenn ihr mehr Blogs haben wollt, dann kommentiert auch mehr, also substantielle Kommentare aus denen man etwas machen kann. Ich glaube nicht das ich noch das 40-jährige Jubiläum des Blogs feiern werde. Zum einen aus biologischen Gründen – ich bin jetzt 61 und wäre dann 81. Ich habe vor Jahren mal nach meinen Ahnen gesucht, soweit dies mit den Kirchbüchern ging, die Linie meiner Mutter ließ sich bis zum Jahr 1587 im ältesten erhaltenen Kirchenbuch nachvollziehen, die Linie meines Vaters bis 1653. Keiner der Männer in beiden Linien wurde recht alt. Der Rekordhalter war lange Zeit mein Vater der 77 wurde. Mein Bruder hat ihn am 24. April überholt, hatte aber auch schon einen Herzinfarkt und war kürzlich wieder im Krankenhaus, ohne das man etwas fand. Es mag anders kommen, aber ich rechne nicht damit das ich sehr alt werde.

Inzwischen mache ich mir auch Sorgen was nach meinem Tod der Website wird. Ein anderer Raumfahrt-Freak, der wie ich viel Material sammelt, ist (oder war?) Norbert Brügge. Als ich kürzlich mal wieder auf seine Website b14643.de (die Zahlen geben das Geburtsdatum wieder, also den 14.6.1943) war, sah ich eine Casino-Webseite, allerdings nur auf der Index-Seite die darunterliegenden Seiten waren nach wie vor zugänglich. Inzwischen wurde dies auf Github verschoben die b14643.eu unterhalten. Also ich möchte nicht das meine Website mal in den Händen solcher Glückspiel-Abzocker landet. Ich denke dazu kommt es, wenn die Hosting-Gebühren nicht bezahlt werden. Eher werde ich sie beim DENIC abmelden, wie ich das schon mit zwei anderen Websites gemacht habe, die ich nicht mehr brauchte und warten wollte.

Es heißt ja, das Internet vergisst nichts und in gewisser Weise ist das auch wahr, selbst wenn eine Website nicht mehr existiert, so kann man mit der Wayback-Machine noch sie inspizieren, aber die ist enorm langsam und surfen wie man es gewohnt ist ist damit nicht möglich, die Reaktionszeiten sind länger als 1997 als ich mit einem 56 KBaud Modem zum ersten Mal ins Internet ging. Informationen können durchaus verschwinden. Das merke ich beim aktuellen Buch über Galileo. Wo die NASA die Missionswebseite durch eine einzige Seite ersetzt hat. Gott sei Dank habe ich noch eine Kopie, weil ich zu Galileos Zeiten noch per Modem unterwegs war, damit ich Online-Zeit einsparte (damals gabs keine Flatrate, jede Onlineminute kostete) nutzte ich Werkzeuge um die gesamte Seite lokal auf Platte zu kopieren und die Kopie habe ich noch.

Ich denkemein Vermächtnis werden die Bücher sein und nicht die Website und der Blog. Hinsichtlich Raketen steht schon mehr in den Büchern als im Web. Bei Raumsonden noch nicht, dazu wird es wohl auch nicht mehr kommen. Bücher können nicht einfach verschwinden, zumindest in der Nationalbibliothek ist ja immer ein Exemplar. Und Bücher haben nicht so was wie eine Mode: wenn ihr auf die Website geht, dann merkt ihr bald das sich an dem Design nichts geändert hat. Ich habe anfangs noch mit grafischen Elementen experimentiert, bin dann aber recht rasch bei einer Struktur gelandet, die ich sinnvoll finde, in der Informatik würde man von einem Baum sprechen, sprich es gibt eine Hauptseite mit Rubriken wie Raumfahrt, Computer …. und geht man auf Raumfahrt so fächert sich das auf in Trägerraketen, Satelliten … die Trägerraketen dann in US-Träger, russische Raketen … ihr erkennt das System. Klar es gibt schon lange Kontext-Management-Systeme, aber alleine die Inhalte dorthin zu verschieben wäre bei über 2.200 Webseiten mit über 100 MB Umfang eine Mammutaufgabe.

Ich möchte den Blog abschließen mit meiner Lieblingsfirma, SpaceX, früher gerne auch mal als „SpassX“ tituliert, weils nach Elon Musk ja nicht um den Erfolg geht, sondern ein Raketenstart eine Show ist und heute her als „MurksX“, weil anders als Murks kann man diverse Ereignisse beim Starship wie Explosionen bei Bodentests nicht vor dem Countdown, ja nicht bewerten. Ich habe versucht den ersten Blog zu finden, der sich mit SpaceX beschäftigt. Den ältesten den ich fand, ist dieser hier, der sich auch mit der gravierenden Differenz der Nutzlast der Falcon 9 und Heavy nach SpaceX-Angaben und meinen Berechnungen beschäftigt (Hinweis: die Falcon 9 von damals und die heutige sind zwei verschiedene Raketen, die Angaben von 2008, also vor dem Erstflug beruhen auf den damaligen Angaben auf der Website). Das die Nutzlastangaben nicht stimmen, hat sich gehalten. Keine Falcon 9 hat auch nur annähernd die 22 t Nutzlast befördert die SpaceX reklamiert, und beim Starship war es so das die V1 Version keine 100 t Nutzlast hatte, sondern nur 15 t. Aber hey, die V3 die nun im Einsatz ist, wird die 100 t schaffen – also zumindest nach den Wunschvorstellungen von SpaceX. Ich meine sie wird deutlich niedriger liegen bei 60 bis 80 t.

Da gab es nun ja den Börsengang. Die Aktie die mit 135 Dollar von SpaceX bewertet wurde (für den Preis konnte man zeichnen) hat deutlich zugelegt, was primär ein Effekt dessen ist, dass sie überzeichnet war, also wer eine hatte konnte sie am ersten Tag mit Gewinn verkaufen, weil viele nicht zum Zuge kamen. Ob es weiter nach oben geht das werden die nächsten Monate zeigen. In jedem Falle dürften nun Fehlstarts des Starships oder eine langsame Entwicklung der SpaceGoose Auswirkungen auf den Aktienkurs haben.

Mit dem Börsengang entfallen aber auch alle Ausreden die Musk bisher vorbringen konnte. Er sprach beim IPO ja wieder davon jeden – wirklich jeden, nicht nur Milliardäre – zum Mond und zum Mars und sogar über das Sonnensystem hinauszutransportieren. Schon an der Bezeichnung „Übers Sonnensystem hinaus“ sieht man das der Mann einen, ohne mit der Wimper zu zucken anlügt: Das Sonnensystem endet, wenn man den letzten Planeten nimmt in 4,5 Milliarden km Distanz, KBO sind noch weiter entfernt. Sedna kann sich bis zu 140 Mrd. km entfernen und die Oortsche Wolke ist rund 1 Lichtjahr, 9462 Milliarden km entfernt. Kein Starship kann die Geschwindigkeit der Vorsager Raumsonden erreichen, die nach 50 Jahren gerade mal in der Entfernung von Sedna sind. Voll betankt, ohne Nutzlast reicht es zwar gerade noch zur Fluchtgeschwindigkeit aus dem Sonnensystem aber so braucht man über 12 Jahre bis zu Neptun, und da die Nutzlast dann Null ist, ist das nur etwas für Urnen. (auch wegen der Reisezeit).

Der Börsengang brachte 75,6 Milliarden Dollar ein, nur ein Bruchteil der Aktien von SpaceX wurde überhaupt verfügbar gemacht, alle stammen von Elon Musk der die meisten Anteile hält. Damit hat Elon Musk das Geld seine Marspläne (einzuweichen um Mondpläne ergänzt) umzusetzen. Er ist zwar enorm reich, aber das Vermögen war bisher ein in Anteilen gebundenes. Also er musste seine Anteile an Tesla oder SpaceX verkaufen um Geld zu erhalten und wie viel er dann bekommt ist offen, so sank der Tesla-Kurs vor einigen Jahren, als er Anteile verkaufte, um den Twitter-Kauf zu finanzieren. Die 75 Milliarden sind aber Nettoeinnahmen in echten Dollars. Dafür müsste er doch nun mal endlich zum Mars aufbrechen.

Eines was ich in den letzten 20 Jahren ja auch immer wieder gesagt habe, ist dass ich das „Marsgerede“ nur für Lügen halte, das jemand permanent lügt, ist ja seit Trump gang und gäbe. Ich orientiere mich an Tatsachen und obwohl SpaceX die Mittel hat – die meisten Raketen, die sie starten sind, ja nicht für Kunden, sondern fürs eigene Geschäft – haben sie bisher nichts zum Mars geschickt. Keine ausgediente Dragon, keinen Starlink-Satelliten, um zu testen, ob der dort auch funktioniert, ja nicht mal den roten Tesla der beim Jungfernflug der Falcon Heavy transportiert wurde. Also mehr Differenz zwischen Ankündigungen und Durchführung geht eigentlich nicht.

Das echt traurige ist, das man damit, dass man so unverschämt lügt so erfolgreich sein kann und enorm reich wird. Es gibt ja viele Milliardäre, die schnell reich wurden. Im Computerbusiness fallen mir spontan Bill Gates und Steve Jobs ein. Aber die haben ja wenigstens etwas geleistet und fingen klein an. Elon Musk hat eigentlich nur seine erste Software teuer verkauft und seitdem das Geld immer wieder neu investiert und die Kurse der Firmen mit solchen Ankündigungen hochgetrieben. Das sich daran noch was ändert, den Glauben habe ich mittlerweile verloren, wir leben in einer Zeit der Hochstapler, Lügner und Narzissten.

Den alten Weblog, also noch als HTML habe ich inzwischen wieder auf der Webseite reaktiviert. Hier die URL zur Webseite. Ich hoffe in ein paar Tagen hat sie auch Google indiziert, dann solltet ihr zumindest bis zum Dezember 2021 relativ einfach nach alten Blogs suchen können, mit der obigen Methode ohne Duplikate zu erhalten.

Da ein Blog von der Interaktivität lebt, wäre es doch mal schön, wenn auch die Blogleser mal was über sich schreiben würden, also wie alt seid ihr, was macht ihr, was interessiert euch?

Dieser Beitrag hat 12 Kommentare

  1. Vineyard

    Zunächst mal:

    “ obwohl es dafür ja eine eigene Sektion auf der Webseite gibt,“

    Der dortige Link funktioniert leider nicht, Bernd.

    Was mich betirfft:

    Ich bin 46, Ausgebildeter Bürokaufmann und stamme aus Wien.

    Primär ist lesen mein Hobby, bei Sachbüchern primär Geschichte und Raumfahrt.

    Raumfahrt hat mich seit den 90ern interessiert, wobei mir leider der sektenhafte Kult um die „Lieblingsfirma“ und dass immer schneller Diskussionen über Raumfahrt generell von Jüngern der Lieblingsfirma ziemlich den Spass daran geraubt haben.

    Aktuell lese aber doch recht gerne Nachbetrachtungen (deine Webseite war hier SEHR hilfreich) zu bestimmten Sachen und warum speziell gewisse Entwicklungen nicht so gekommen sind (zuletzt über NERVA).

    Zum Börsengang: Ich habe nicht umsonst auf deinen alten Blog von 2011 verlinkt. (Suchen ist wirklich schwieriger geworden ,aber ich hatte noch den Bezug zu OTRAG in Erinnerung, dadurch war es doch recht einfach.)

    Zum Lügen: Da gab es unlängst dazu ein Video von einem in den USA lebenden Deutschen.

    https://www.youtube.com/watch?v=0Wcb0ssQYfk

    Mir persönlich ist eine Quelle, die ich lesen kann, immer noch lieber, aber so ist halt die moderne Zeit. (Außerdem lernt man so manchmal Begriffe, dich ich vorher noch nicht kannte, dann im Netz nachschlage und dann doch einen interessanten Blog dazu finde.)

    Zum Schluss noch zwei Leseempfehlungen von mir, sowohl im Netz als auch als Print:

    https://pluralistic.net/ – Vom Autor Cory Doctrow, welcher den immer gelüfigeren Begriff „Enshittification“ geprägt hat.

    Umberto Eco: Die Fabrikation des Feindes und andere Gelegenheitsschriften – Eco ist nicht leicht zu lesen, seine alten Essays und Vorträge sind aber immer sehr interessant.

    1. Hallo „Weinberg“. Ich wollte mit den Antworten mal warten damit sich eine Off-Topic Diskussion über meine Kommentare der Kommentare entfacht.

      Bei deinem Beruf kann ich einige Aussagen von Dir besser verstehen, denn da ibt es ja nur sehr sparsamen Bezug zur Technik oder Naturwissenschaft (Technik ist ja angandte Naturwissenschaft).

      Ich freue mich wenn mal jemand einen alten Blog rausholt. Manchmal gibt es ja auch neue Erkenntnisse. So kann ich mich noch an meine Berechnungen der Nutzlast des Starships V1 anhand des Resttreibstoffs erinnern und dann kam nach dme Ende von V2 die offizielle angabe das ich recht hatte.

      Also mehr Mut zum Risiko: schaut doch mal gezielt nach alten Blogs und setzt neue kommentare rein.

      1. Vineyard

        Was ich noch zusätzlich erwähnen sollte: Bevor ich die Ausbildung zum Bürokaufmann gemacht habe, hab ich Geschichte und Vergleichende Literaturwissenschaft studiert, das Studium aber abgebrochen. (Geschichte ist aber immer noch ein Hobby von mir.)

        Ich muß auch gestehen, dass ich früher etwas mehr technikbegeistert war und in manchen Sachen etwas naiver. (Auch wenn ich versucht habe mich nicht von Hypes zu sehr beeinflußen zu lassen.) Es ist ja im nachhinein interessant, was bestimmte „Zukunftsforscher“ noch Ende der 90er für die folgenden Jahrzehnte für Prognosen hatten. Und nun leben wir im Jahr 2026.

        Erinnert mich übrigens auch daran, dass deine Computertechnik Artikel und Blogs sehr lesenswert und aufschlussreich waren.

        Was alte Blogs betrifft: Gut, da nehme ich dich beim Wort.^^ (Es macht auch Spass hier nochmal etwas zu graben)

        Traurig finde ich es allerdings, grad eben lesens zu müssen, das einige alte Blogleser mittlerweile nicht mehr unter uns weilen.

        Gut, der Blog geht ja auch schon in die Jahre. Und bei Raumcon habe ich sowieso schon vor ettlichen Jahren zwischen den Zeilen gemerkt, dass dort (zumindest damals) einige User schon doch fortgeschrittenen Alters waren.

  2. Ulrich

    Hallo, Bernd

    ich bin ebenfalls aus AT, 59 Jahre alt und „kenne“ dich noch aus Zeiten der Newsgroup de.sci.raumfahrt.

    Auch damals musst man dort Verschwörungstheoretiker und Trolle ertragen, jedoch war die Mehrheit der Beiträge konstruktiv und interessant.

    Ich schau hin und wieder rein in deinen Blog, finde ich meistens interessant.
    Früher hat mich oft die Polemik gestört, wenn es um SpaceX ging, mittlerweile finde ich die Beiträge sachlicher und daher auch interessanter.

    Wenn ich mir was wünschen dürfte, wären es mehr technische Artikel zu aktuellen Themen.

    Wünsche dir alles Gute für die nächsten 20 Jahre

    lg Uli

    1. Hallo Ulrich,

      Ja die de.sci.raumfahrt – lange ists her. Das war vor Social Media die einzige Möglichkeit sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Ich glaube ich war schon vor dem Blog da nicht mehr aktiv. Ne Zeitlang habe ich auch überlegt ein Forum aufzusetzen. Erfahrung habe ich damit mit der Fanpage die ich für im Blog erwähnte Internet-sternchen aufgesetzt habe. Aber ein Forum braucht Moderatoren die es überwachen sonst gibt es bald eine Flut von Spam und Hate-Speech. Hier Im Blog kann ja auch nicht jeder posten, sondern muss von mir freigeschaltet werden.

      Dazu noch ein kleiner Tipp weils öfters vorkommt: Das System erkennt euch an der Mailadresse die muss zwar nicht existieren aber es muss immer die gleiche sein. Ich habe schon etliche User mehrfach freigeschaltet weil sie einen Buchstabendreher hatten.

      Na ja und weitere 20 Jahre, dann wäre ich 81(falls ich überhaupt so alt werde), schon jetzt sind einige Blogleser verstorben wie elendsoft oder Kevin Glinke, der am Anfang sogar Blogkommentar war.

  3. Dirk

    Herzlichen Glückwunsch zum 20.!

    Ich bin 78er Baujahr, immer schon Technikbegeistert. Mein erster PC auf den ich zugriff hatte war ein (vermutlich) AT Clone. Hatte auf jeden Fall eine 20MB Festplatte und eine Hercules Monochrom. Dann mein erster eigene PC, ein Amiga 500 mit 512KB Speichererweiterung und 2. Diskettenalufwerk. Danach ging es dann aber in die DOS/Windows Welt. Zugriff auf das Internet ab ca. 1995, damals auf dem PC meines Vaters mit Windows 3.11 und Netscape 2.x. Aber natürlich immer nur wenige Minuten da so teuer. 2002 habe ich mich im ersten Forum angemeldet in dem ich auch immer noch (ein bisschen) aktiv bin. In die klassischen Sozialen Medien (Facebook, Twitter…) habe ich mich nie so wirklich einfinden können. Dafür höre ich viel Podcast und schaue viel Youtube.

    Grob interessiert mich alles technische. Die Schwerpunkte verschieben sich immer mal wieder. Am tiefsten drin bin ich im Bereich Militär (dort vor allem Flugzeuge und 2. Weltkrieg). Diverse Museen und Flugshows abgegrast. Aber auch Landtechnik und eben Raketen stehen weit oben auf der Liste.

    Ich steige meist nicht so tief ein das ich Parameter berechnen kann. Mir reicht es meist wenn ich weiß das eine Änderung bei Parameter A sich positiv auf Parameter B und negativ auf Parameter C auswirkt und grob in welcher Größenordnung.

    Raketen waren bei mir natürlich immer auf der „Interessant“ Seite und auch immer mal wieder was zu gelesen. Aber eben nie kontinuierlich. Wirklich den Einstieg gefunden habe ich dann mit dem ersten Falcon Heavy Start den ich mehr oder weniger zufällig Live auf Youtube verfolgt habe. Seit dem verfolge ich die Entwicklung kontinuierlich und Träume von einer großen Raumstation, mit künstlicher Schwerkraft und mehreren 1000 Bewohner als Hub. Rohstoffabbau auf Mond, Mars und Asteroidengürtel… Ziel irgendwann ein Genetationenschiff losschicken zu können in ein anderes Sonnensystem…

    Ich bin primär an der Technik / Technikgeschichte interessiert.Gerne auch what If und glaubhafte/realistisches Träumereien. Mit deinem aktuellen Beitrag „Wir bauen und ein (fast) vollständig wiederverwendbare Rakete (1)“ triffst du mich also zu 100%, kann nur noch keinen Sinvollen Kommentar hinterlassen da ja der zweite teil noch fehlt.

    Da ich ja immer gerne kritisch Poste zu deinem „Ich schaue inzwischen kaum Videos im Internet, wenn dann nur von Primärquellen wie „Heute live“, nicht von irgendwelchen Privatpersonen, deren fachliche Qualifikation fragwürdig ist. “ Warum vertraust du Heute Live mehr als einer Privatperson im Internet? Dem ZDF und speziell Heute live wird eine bestimmt Reputation zugesprochen, sprich die mehrheit der Leute geht davon aus das das was die Sagen stimmt. Wird es im großen und ganzen auch. Sie (und auch andere klassische Medien haben das Personal um sich um „alle“ Themen zu kümmern und die meisten groben Schnitzer zu vermeiden. Das ist als Konsument praktisches für Themen in denen man sich nicht gut auskennt. Wenn sich aber jemand einige Monate ernsthaft in ein Thema einliest wird er einen Wissenstand habe der fast über dem der Macher von Fernsehbeiträgen liegt. Von da ist dann der Schritt nicht mehr weit um eigenen Medienangebote zu erstellen. Hast du ja mit dieser Webseite auch gemacht. Jeder der diese Seite liest muß sich überlegen, wer ist denn dieser Bernd. Hat der denn überhaupt Ahnung? Eine so kleine Webseite hat auch keine Reputation außerhalb der Bubble. Da bleibt nur Artikel Lesen und abgleichen mit dem Wissen was man hat. Wenn ich weiß das a+b=c ergibt und du das auch schreibt dann ist die wahrscheinlich das wenn du dann schreibst c+d=e auch richtig ist hoch. Genauso geht es auch jedem Youtuber und Co. wenn man die länger verfolgt weiß man wo die Stärken und wo die Schwächen sind.

    1. Hallo Dirk, dann bist Du ja hier direkt ein Jungspund , noch nicht mal 50…

      Immerhin warst Du vor mir im internet. Ich habe davon so 1994 zum ersten Mal gehört. 1995 ging ich zwar zum ersten Mal ins Netz aber über die Uni und nur kurz, 1996 dann bei einem Praktikum längere Zeit, wobei ich damals vieles ausgedruckt habe (unter anderem Seiten von astronautix.com die es damals schon gab).

      Mein Compzerweg war übrigens Ti 9974A – CPC 464 (massiv aufgerüstet und 8 Jahre lang betrieben), AT-Clone und ab einem 486 nur noch PC, wobei ich mir seit 20 Jahen nur einen neuen kaufe wenn der alte einen Defekt hat und gottseidank halten die Dinger inzwischen lange.

      Noch was zu den Videos weil wir hier völlig unterschiedliche Sehgewohnheiten haben: ich schaue Dokus und zar meist am fernseher, am Computer ist mir das zu unbequem oder ich fange an nebenher zu abreiten und bekomme vom Inhalt nichts mit. Wenn ich was schaue dann weil ich was dazulernen will. Das ist jetzt eigentlich im Bereich Raumfahrt sehr selten. Da fallen mir dann meist nur die Fehler auf. Aus dem gleichen Grund lese ich auch keine Bücher von Raumfahrtautoren wie Eugen Reichl oder dirk Lorenzen. Wenn ich aber was ansehe dann will ich sicher sein das der Inhalt auch korrekt ist und das ist bei einer vom Fernsehen produzierten Doku eher gegeben als wie von einem Youtube Video das jeder Hinz-und-Kunz machen kann.

  4. Sven

    Hallo Bernd,
    ich bin 38 Jahre alt und habe Informatik studiert. Ich arbeite in der Elektroenergietechnik und bin dort als Programmierer und Projektingenieur tätig.
    Auf deine Webseite bin ich damals in der Schule gestoßen. Wir hatten in der 10. Klasse 1h pro Woche Astronomie als Fach. Unsere Schule hatte so gar noch aus DDR-Zeiten eine Sternwarte. Zum Ende des Schuljahres mussten wir eine Hausarbeit (ca. 10 Seite) über ein Thema unsere Wahl schreiben. In meiner Erinnerung haben 23 von 24 Schüler über die Sonnenfinsterniss geschrieben. Ich habe über die Voyager Raumsonden geschrieben. Bei der Recherche zum Thema bin ich damals auf deine Webseite gestoßen. Mit den vielen Informationen in deinen Artikeln ließ sich eine gute Arbeit erstellen. Meine Lehrerin war auch sehr dankbar mal etwas anderes zu lesen als Sonnenfinsterniss. Das ganze war 2004 und seit dem bin ich Gast auf deiner Webseite. Die Voyager Raumsonden haben mich so fasziniert, dass ich mich damals Stück für Stück durch so ziemlich alle Raumsonden und Raketen Artikel gelesen habe.
    Deinen Blog verfolge ich von Anfang aber immer mal mit unterschiedlicher Intensität. Manchmal schau ich mehrfach die Woche nach einen neuen Artikel aber dann gibts auch Phasen wo ich nur monatlich schaue ob es etwas Neues gibt was mich interessiert. Bei deinen Space X Artikel mach ich immer halt. Da bekommt man mal eine andere Meinung als den Standard TV Beitrag zu einem Space X Projekt / Flug. In der Anfangszeit deiner Blogs hast du ja Quiz’s gemacht. Ich war auch mal 1. und habe das ISS Buch gewonnen. Direkt mal gesucht und auch gefunden.

    Wenn ich mir etwas wünschen darf. Ein Blog der mal ein Update zu den laufenden Raumsonden / Missionen (alt wie neu) gibt wäre schön.

    Also Herzlich Glückwunsch zum Jubiläum und mach bitte weiter so.

    LG Sven

    1. Da hast Du aber eine nette Lehrerin, denn Voyager ist ja eigentlich eine Raumfahrtmission. Ich denke Du hast dich auf die wissenschaftlichen Ergebnisse konzentriert

      Eine sonnenfinsternis ist zwar prinzipiell leicht zu erklären, aber wenn man mehr machen will als die schattengröße zu berechnen und z.B. berechnen möchtest wann und wo sie stattfindet. Ich vermute aber ihr habt euch auf das erste konzentriert.

      Außerdem hast Du einen tollen beruf. Ich bin ja auch Softwareentwickler. Leider erst im zweiten Studium. Was wohl aus mir geworden wäre wenn ich das anstatt Lebensmittelchemie als erstes studiert hätte? Ich hatte damals Angst vor der Mathematik die in der Uni auch einen ziemlich hohen Stellenwert hatte.

      SpassX verwende ich nicht mehr und ich zähme auch meinen Ton, weil viele meinten das wäre unpassend. Ich meinte es ist ein guter konter auf die Übertreibungen von Musk / SpaceX. Also er hat ja damals schon eine Marslandung in wenigen Jahren versprochen.

      Beim Starship werdet ihr aber öfters noch „Murksship“ hören, denn anders als Murks kann man nicht das bezeichnen was spaceX hier vorlegt. Aber auch StarGoose ist angesichts der ewigen Tests und kleinen Nutzlast nicht verkehrt.

      1. Sven

        Also ich hatte im Unterricht keine Astrophysik, da bin ich mir relativ sicher. Keine Ahnung mehr was wir da gemacht haben. Wahrscheinlich sind wir mal alle Planeten durch gegangen. Das Studium war an der Fachhochschule, mehr ging nicht und hätte es auch nicht gereicht. Ich bin eher der Praktiker. War dann froh das ich mit dem Studium fertig war und arbeiten gehen konnte.

  5. Manuel

    Hallo,
    ich bin 43 Jahre alt und Softwareentwickler. Ich bin vor einigen Jahren auf deine Webseite und deinen Blog aufmerksam geworden und zwar ausgerechnet durch einen Kommentar bei Raumcon, allerdings war das irgendwann um 2010-2014, also einer Zeit in der es dafür zwar Shitsstorms gab aber noch keine Löschungen/Sperrungen.

    Ich fand damals diese Bezeichnung von wegen „SpassX“ auch etwas albern, aber da du ansonsten sehr gute Beiträge geschrieben hast habe ich viele deiner Artikel auf der Webseite gelesen und den Blogfeed abonniert und lese seit dem die meisten deiner Beiträge dort.

    Mach weiter so.

  6. Ja der Blogfeed ist praktisch, vor allem weil ich in den letzten Jahren ja unregelmäßiger poste, meistens zu einem Thema einige Blogs und dann wieder eine Pause.

    Und zu Raumcon habe ich schon genug geschrieben. Und das ist auch ein Punkt wo ich meine Bedenken bei einem Forum auf dieser Webseite hätte. Denn in diesem Forum sind es ja die Moderatoren die unliebsame Posts löschen.

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