Ist eine Einmal-Raumstation billiger?

Die frühen Raumstation, Skylab und Saljut 1-5 waren nur für eine zeitlich begrenzte Nutzung ausgelegt. Skylab wurde 171 Tage lang bewohnt, 8-9 t der Startmasse waren Verbrauchsgüter. Etwa für weitere 60 Tage hätten diese gereicht. Mit Saljut 6 begann die Ära der Raumstationen die regelmäßig mit Vorräten versorgt wurden. Damit stiegen die Aufenthaltszeiten, man konnte nun aber auch immer größere Raumstationen aufbauen. Nach den Saljut kam die Mir mit schon mehreren Modulen und heute ist die ISS im Orbit mit noch mehr Modulen.

Gerade bei der ISS hat sich die Situation allerdings geändert. Die Mir wurde noch zu Sowjetzeiten gebaut. Dank bis zu 100 Starts der Sojus Rakete und entsprechend niedrigen Kosten durch Serienbauweise war ihre Versorgung weitgehend preiswert, zumal dort auch nur 3 Astronauten dauerhaft und  6 temporär waren. Die ISS wiegt viermal mehr als die Mir und hat eine Stammbesatzung von 6 Astronauten (es sollten sogar mal sieben sein). Die Versorgung würde daher teuer werden. Doch das schien kein Problem. Haupttransportmedium wäre das Space Shuttle. Es könnte pro Flug rund 12 t Güter und zudem eine komplette Besatzung transportieren, so viel wie zwei Sojus Kapseln und 5 Progress Transporter zusammen. (mehr …)

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Ist die bemannte Raumfahrt ein Geschäftsmodell?

In einigen der Kommentare zu einem der letzten Blogs wurde vorgeschlagen doch anstatt der ISS entweder eine große Raumstation (dazu komme ich später zurück) oder das ganze privat zu machen. Es gibt derzeit soweit ich weiß nur eine Firma die bemannte Raumfahrt privat vorhat, das ist Bigelow mit den aufblasbaren Modulen. Unabhängig von der technischen Umsetzung ist für jede Firma ein Geschäftsmodell wichtig, das bedeutet: rechnet es sich?

Zuerst einmal eine Bestandsaufnahme der aktuellen Situation. In der gesamten Raumfahrt gibt es nur ein Geschäftsfeld, dass komplett ohne staatliche Unterstützung auskommt: das ist der Start von Kommunikationssatelliten jeder Art, egal ob niedrig fliegende Systeme wie Iridium, mittelhohe wie O3B oder die breite Palette der geostationären Satelliten. Alle anderen kommerziellen Projekte sind zumindest teilweise auf staatliche Unterstützung angewiesen. Fotoaufklärer auf NSA und Co, welche die meisten Bilder abnimmt, bei manchen Satelliten sogar alle und dann sie nur noch in reduzierter Auflösung weiter in den freien Verkauf abgibt. Launch Service Provider werden zumindest bei der Entwicklung von staatlichen Stellen unterstützt. Daneben buchen diese auch Starts. Der einzige LSP, der weniger als 50% Staatsanteil an den Aufträgen hat, ist Arianespace. Bisher wurde auch keine Rakete rein privat entwickelt, SpaceX war z.B. bis zum Abschluss des COTS Programms zu 85% von der NASA und USAF finanziert und die CRS Flüge machen mehr als die Hälfte ihres Auftragspolsters aus. (mehr …)

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Startfenster zu den äußeren Planeten

Bei meinem Beitrag über die SLS schlug Gerry einen Uranus/Neptun Orbiter als SLS Nutzlast vor und fragte mich ob das möglich ist. Das hat nun weniger etwas mit der Nutzlast der SLS zu tun als vielmehr mit den Startfenstern. Bei zwei Himmelskörpern kann man das Intervall einer Opposition oder Konjunktion also zweier ausgezeichneter Planetenstellungen aber auch jeder anderer Stellung sehr einfach berechnen es gilt:

1/Zeitdifferenz = 1/Umlaufszeit11/Umlaufszeit2

Bildet man den Kehrwert, so hat man den Abstand zwischen zwei Startfenstern. Kennt man eines so kann man jedes folgende errechnen. Das ist mit zwei Zahlen, die man auch im Kopf ausrechnen kann leicht zu beweisen: Nehmen wir an die Umlaufszeit1 seien 3 Jahre, die Umlaufszeit2 4 Jahre, dann kann man durch Überlegen herausbekommen, dass nach 12 Jahren der eine Planet genau 4 Umläufe absolviert hat und der andere 3. Genau dasselbe kommt auch bei der Rechnung heraus. (mehr …)

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Schlager, Musik und astrale Glassteine

Kürzlich habe ich mir auf meinen MP3 Player eine Zusammenstellung der Billboard Charts von 1976 bis 1987 gespielt und die so nach und nach gehört. Passend dazu gab es auch eine Dokumentation über die Geschichte des deutschen Schlagers. Die erste Erkenntnis: auch in den USA ist der größte Teil der Charts nicht Rock, Pop, Disco oder Funk. Es ist das was bei uns Schlager ist. Dort heißt es eben Folk-music oder Country, wobei Country wenigstens ein eigener Musikstil ist. Aber es gibt genauso flache und plätschernde Lieder wie im deutschen Schlager.

Ich glaube überall auf der Welt gibt es so was wie Schlager, wenn man es nicht ein einem Musikstil fest macht, sondern am Liedgut, das selten geistig anspruchsvoll ist, sich meist um triviale Dinge wie Liebe dreht und eingehende Refrains hat ohne längere Texte. Ich mag Schlager, Schlager aus den Siebzigern. Da passte er in die Zeit und die Musikarrangements waren zumindest manchmal besser. Nach der neuen deutschen Welle hat er sich ja nicht so richtig erholt und ist inzwischen zur volkstümlichen Musik gewandelt. (mehr …)

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Muss es immer neu sein?

Mit dem Konflikt um die Ukraine hat (mit freundlicher Unterstützung durch SpaceX) in den USA die Diskussion um die RD-180 begonnen. Die Triebwerke stammen ja von Russland. Die Frage die sich nun stellt und die inzwischen auch Parlamentsausschüsse diskutieren, ist ob man sie nicht in den USA produzieren soll oder sollte man ein eigenes US-Triebwerk entwickeln, das man z.B. auch in der SLS einsetzen könnte.

Das leitet mich zu meinem heutigen Thema – lohnt es sich alte Triebwerke wieder zu bauen? Also sollte man ein neues US-Triebwerk entwickeln oder das RD-180 bauen, für das Lockheed-Martin wegen der Beteiligung an der Entwicklung die Lizenzen hat oder ein neues US-Triebwerk, das noch nicht existiert. Das gleiche hat man in der Diskussion bei den F-1 oder neuen Triebwerken in der SLS und selbst die SSME (RS-25) waren einigen SLS Kritikern zu alt. (mehr …)

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