Das Mini-ATV

Eigentlich wollte ich es als Satire aufziehen, aber je mehr ich darüber nachdenke, desto eher möglich ist es. Ein Mini ATV, gestartet mit der Vega. Da es eine Fiction ist, passt es aber trotzdem gut in die Kategorie. Die Situation: Die ISS wird bis 2020 betrieben. Bis 2017 ist die europäische Beteiligung an dem Unterhalt durch die fünf ATV gesichert. Danach muss man anders kompensieren oder 150 Millionen Euro pro Jahr zahlen. Derzeit laufen Verhandlungen, ob man für die ersten beiden (unbemannten) Testflüge der Orion ein modifiziertes ATV Modul nimmt, doch in trockenen Tüchern ist das noch nicht.

Da wir davon ausgehen können, dass man nicht danach den USA Geld überweisen will, braucht man einen Plan B, wenn die Verhandlungen über die Orion scheitern. Die ATV will man ja nicht weiter bauen, das sei nicht „herausfordernd genug“. Mir ist dann eine Idee gekommen: Könnte man nicht mit der Vega einen Transporter starten? Das klingt zuerst verrückt, ist sie doch achtmal nutzlastschwächer als eine Ariane 5, aber es scheint möglich. (mehr …)

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Nach dem europäischen Mondprogramm

Also da ihr mich schon nach einem Nach-Mondprogramm Einsatz der Komponenten gefragt habt, her eine mögliche Vision. Sie mag nicht besonders originell sein, aber wenn man nach einer Lösung sucht die möglichst wenige Neuentwicklungen braucht wohl eine der wenigen Möglichkeiten.

So, mal angenommen, wir hätten ein europäisches Mondprogramm durchgeführt und ein CRV und eine Ariane mit 50 t LEO Nutzlast entwickelt. Was dann? Nun sinnvollerweise geht man dann den Erdorbit an. Eine europäische Raumstation ist damit leicht umsetzbar, wobei ich ein etwas ungewöhnliches, aber sehr praktisches Konzept umsetzen müsste. (mehr …)

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Lieber Herr Dudok,

Gestern fand ich in den Emails ein PDF eines Interviews von Evert Dudok, CEO von Astrium. Liest man sich das durch, dann fragt man sich willkürlich, ob der gute Mann eine Ahnung von Raumfahrt hat. Also hier meine kleinen Korrekturen:

Die Wiederzündbarkeit der ESC-B spielt in der Praxis keine Rolle. Die Ariane 5 Transporte gehen in den GTO und da braucht man nur eine Zündung. Die ESA wollte eine wiederzündbare Oberstufe für ATV und Planetenmissionen. Aber der ATV ist gestorben, und so viele Planetenmissionen gibt es nicht. (eigentlich nur JUICE). Ohne Wiederzündung schrumpft das Startfenster sicher zusammen, doch es geht auch ohne und wenn nicht, dann könnte man immer noch eine Losung wie bei Giotto anstreben, also zuerst einen GTO-Orbit und dort Zündung eines integrierten Antriebs. (mehr …)

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Boeing kauft zwei ATV

Das wurde gestern bei einer Pressemitteilung laut, als die NASA einen Supply Contract mit Boeing ankündigte. „To maintain the supply of the station after 2015 Boeing got a contract valued with 1080 Mill. $ for providing 14 t of Cargo“. Erst auf Nachfrage gab es eine kleine Pressenotiz, dass Boeing nicht plant, selbst einen Frachter zu entwickeln, sondern zwei ATV in Europa zu kaufen. Wie bekannt gibt es ja noch Bauteile für zwei ATV, doch die ESA lehnte es ab weitere Exemplare zu bauen, und hat stattdessen mit der NASA die Lieferung von zwei Service-Modulen für die Orion aka MPCV ausgehandelt. Inoffiziell hieß es nur der Nachbau wäre nicht herausfordernd genug. (mehr …)

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Nicht bemannte, nicht unbemannte Raumfahrt, sondern die Raumfahrt der Vernunft

In den letzten beiden Tagen kamen zwei bemerkenswerte Dokumentationen zum Thema bemannte Raumfahrt: „Wissen aktuell: Mission Weltraum“ auf 3sat und „Kein Mensch mehr im All“. Die erste drehte sich um die Zukunft der bemannten Raumfahrt nach dem Ausmustern des Shuttles und die zweite um den Sinn der bemannten Raumfahrt selbst. Die letztere ist recht gut gemacht und es kommen Astronauten wie Kritiker zu Wort. Dabei gefielt mir als bestes, wie ein Astronaut stolz erzählte, er habe bei einem Proteinzüchtungsexperiment 99,8% Reinheit erreicht, als ihn ein Wissenschaftler daraufhin wies „Auf der Erde erreichen wir derzeit 99,99% Reinheit“….

Zeit also das Thema doch mal wieder aufzugreifen. Bei den Befürwortern der Bemannten Raumfahrt werde ich ja gerne als „Gegner der bemannten Raumfahrt“ bezeichnet. wer den Blog aufmerksam liest, dem dürfte klar sein, dass es mir nicht um bemannte oder unbemannte Raumfahrt geht, sondern darum wenn Raumfahrt schon teuer ist, die Mittel sinnvoll einzusetzen. So habe ich schon etliche Vorschläge für Alternativen zu Ariane 6 / Sojus STK oder für die Kostenbegrenzung bei Satelliten / Raumsonden (Stichpunkt: Serienbauweise, anstatt jedes Gefährt neu zu entwickeln) machte und ich bin auch gegen manches unbemannte Projekt wie das JWST oder die ESC-B – zumindest bei dem Preisschild das da draufklebt. Schlussendlich gibt es ja nur einen Topf für die Forschung und wenn ich an die Universitäten denke und mit welchen Budgets dort geforscht wird, dann ist schon unbemannte Raumfahrt um ein vielfaches teurer als was wir pro Forscher so auf der Erde ausgeben. (mehr …)

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