Die beiden Stiefkinder im Sonnensystem – Teil 1

… sind Uranus und Neptun. Alle anderen Planeten wurden und werden von Orbitern umrundet, nur diese beiden nicht. Das ganze hat natürlich einen sehr einfachen Grund: ein Orbiter ist heute noch eine technische Herausforderung. Das liegt an der großen Entfernung von der Sonne. Will man sie auf einer schnellen Bahn erreichen, also in ein paar Jahren so ist die Ankunftsgeschwindigkeit so hoch, dass sie mit chemischen Treibstoffen nicht reduzierbar ist. Auf einer langsamen Bahn dauert die Reise zu lange (15 bzw. 30 Jahre). Doch selbst dann ist die Nutzlast gering und viel mehr als rund 1000 kg können auch die größten Trägerraketen nicht zu Uranus und Neptun transportieren.

Natürlich gibt es Alternativen. Doch für diese muss noch viel Entwicklungsarbeit geleistet werden. Das eine sind Mini-Orbiter die sich zu den Planeten hochspiralen und einen Ionenantrieb gespeist von RTG mitführen. Mehr als wenige Hundert Kilo dürfen die nicht wiegen. Das zweite ist das Aerocapture wo man in die Atmosphäre eintaucht und innerhalb von wenigen Minuten einige Kilometer Überschussgeschwindigkeit abbaut. ein Manöver, das so noch nicht probiert wurde und ohne Kenntnis über Druck- und Temperaturverlauf sehr riskant ist. (mehr …)

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Stiefkind Galileische Monde

Am Freitag startete Juno zum Jupitersystem. Vielleicht hat der eine oder andere sich schon gewundert, warum es keine Seite zu dieser Raumsonde bei mir gibt. Die Antwort ist sehr einfach: weil ich bisher zu wenig dazu gefunden habe. Vielleicht ist es jetzt nach dem Start etwas mehr, aber es sieht noch nicht so aus, zumindest in der Art, wie ich es gewohnt bin, also detaillierte Beschreibungen der Instrumente und der Raumsonde. Das ist auch so beim MSL, es hat sich da doch vieles in den letzten Jahren verschlechtert. Es war schon bei Phoenix und Dawn so. Dort konnte ich das noch auffangen, weil bei Dawn ausländische Partner beteiligt waren und es von Ihnen detailliere Informationen gab und bei Phoenix, weil sie praktisch die eingelagerte und instrumentell aktualisierte 2001 Landemission war, über die ich noch Infos hatte. Aber das es bei der NASA nun deutlich weniger Infos gibt, ist nicht das heutige Thema, sondern, das man bei der Sonde meiner Meinung nach etwas versäumt hat. (mehr …)

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Debakel Galileo Satelliten

Derzeit arbeitet man mit Hochdruck an dem ersten Paar Galileosatelliten, die im Herbst in den Orbit kommen sollen. Nächstes Jahr sollen es dann acht weitere werden, entsprechend vier Starts einer Sojus. Die Ariane 5 ist nur als Backup vorgesehen.

Nun mag der eine oder andere fragen: Warum? Schließlich ist Ariane 5 das europäische Arbeitspferd und Galileo umfasst nicht weniger als 30 Satelliten. Schuld dran soll sein, dass Ariane 5 nur drei Satelliten pro Start transportieren sollte (anstatt vorher 4), ursprünglich waren mal acht geplant. Also als erstes mal eine Analyse wie es denn mit der Nutzlastkapazität aussieht.

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Der DSN Satellit

Die Frage zum vorletzten Blogeintrag bringt mich auf eine neue Idee: Warum nicht die Empfangsstation für eine Raumsonde ins Weltall auslagern? Wie schon erläutert gibt es eine Problematik: Je höher die Wellenlänge von Radiowellen ist, desto stärker die Abschwächung durch die Atmosphäre. Satelliten benutzen für Satellitenfernsehen schon seit langem nur den unteren Bereich des Frequenzbandes von 11-14 GHz für den Downlink und den oberen nur für leistungsfähige Empfangsstationen oder den Uplink. Auch die NASA scheint sehr langsam die Umrüstung des DSN auf das Ka Band bei rund 30 GHz anzugehen, obwohl seit 2001 Sender dafür an Bord von Raumsonden vorhanden sind. Viel langsamer als die schnelle Umstellung Mitte der siebziger Jahre vom S-Band (2,1/2.3 GHZ) auf das X-Band (7,3/8,4 GHz).

Im Weltall spielt die Atmosphäre keine Rolle und man kann noch höhere Frequenzen nutzen. Im folgenden einige Spekulationen, spekulativer als sonst bei mir, weil ich mich weder gut bei Kommunikationssatelliten noch überhaupt in der Hochfrequenztechnik auskenne. Erst mal: Welches Band kann man benutzen? Der Übergang von Radiowellen zu thermischen Infrarot beginnt etwa bei 1 mm Wellenlänge, also rund 300 GHz. Genutzt werden heute bis zu 98 GHz bei Wetteradar (kurze Reichweite) und experimentell wurde der Funk mit 60 GHz zwischen zwei Satelliten erprobt. Da eine Verdopplung der Frequenz eine Halbierung des Öffnungswinkels bewirkt bedeutet dies bei gleichem Durchmesser von Sende- und Empfangsantenne eine viermal höhere Datenrate oder eine der beiden Antennen kann nur den halben Durchmesser aufweisen. (mehr …)

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Nutzloses Wissen

Eines der Unwörter der letzten Jahre ist „Nutzloses Wissen“. Dieses Wort hat dank dem Fernsehen eine ganz neue Bedeutung bekommen. Hätte man mich vor 10 Jahren gefragt hätte ich wohl geantwortet „das ist Wissen das veraltet ist wie die Bedienung von CP/M“ oder „Das ist Wissen das man nicht richtig verstanden hat“. Dank dem Fernsehen wissen wir, dass Nutzloses Wissen Fakten über Dinge sind, die einen weder interessieren noch einem nützen.

Es sind zwei Kategorien: Das eine sind Sendungen über Dinge die es zwar gibt aber für das persönliche Leben weder wichtig sind noch es interessant ist das zu wissen.  So was wird in „Galileo“ vermittelt: Ehrlich gesagt: Was ist daran interessant wie Fertigessen oder die Armaturenbretter eines Autos hergestellt werden? Das ist vielleicht interessant wenn ich in dem Business arbeite, doch dann wüsste ich darüber wahrscheinlich mehr als im Fernsehen kommt. Das zweite kann man eher als „nutzlose Fakten“ betrachten. Das ist das was man in Quiz Shows lernt.

Natürlich kann man sich geschmeichelt fühlen wenn man wie ich die Antwort auf die 150.000 Euro Frage beim Star-Quiz weiß. (Gefragt wurde nach Porzellanfritten wobei es noch Kombinationen von „Porzellan“ mit anderen Beilagen zum Hauptgericht als Antworten gab. Das ist ein recht gutes Beispiel für „nutzlose Fakten“. Porzellanfritten sind poröse Filter die in der Chemie und Mikrobiologie benutzt werden um ausgefallene Niederschläge oder Bakterien von der Lösung zu trennen. Die Kenntnis gehört genauso zum Fachvokabular in der Chemie wie die „Liebigsche Flasche“ oder der „Erlenmeyerkolben“. Wer nicht gerade Chemie studiert wird diese Fachbegriffe nicht kennen. (mehr …)

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