Der Galileo Telekommunikationsorbiter

Wie sich vielleicht der eine oder andere erinnert, klappte bei Galileo nicht das Entfalten der Hauptantenne. Galileo setzte wie die erste TDRS-Generation eine Antenne bestehend aus CFK-Streben und einem Drahtgeflecht ein. Die Technologie dafür war damals ganz neu, vom Satelliten ATS-6 erprobt worden (dort sogar mit einer 9,14 m großen Antenne, einem Rekord, der bis heute nicht überboten wurde) und sie sparte Platz beim Transport und Gewicht. Die Antennen von TDRS wogen nur 24 kg.

Doch da Galileo wegen des verschobenen Starts mehrmals mit dem Truck zum JPL und Kennedy Space Center transportiert wurde muss bei einer der streben Schmieröl ausgetreten sein, denn sie lies sich nicht entfalten und die Antenne blieb halb geöffnet und war so nutzlos. Der Rest ist bekannt – Galileo konnte über die Niedriggewinnantenne nur mit 10-40 Bit/s kommunizieren und trotz Einführung der JPEG Komprimierung gab es nur wenige Bilder. Andere Experimente mussten komplette entfallen, wie die Plasmauntersuchungen die genauso viel Daten lieferten, die man aber nicht JPEG-Komprimieren konnte. (mehr …)

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Sind Vorbeiflugmissionen außer der Mode?

Nun ist ja mit JUICE wieder eine Mission zu Jupiter geplant – die erste seit Galileo welche sich auf die vier großen Monde konzentriert (JUNO soll ja vor allem die Plasmaumgebung erforschen). JUICE könnte man fast als „Galileo 2“ ansehen – sie wird auch drei der Monde mehrmals nahe passieren, Ganymed sogar umkreisen. Io wird nicht passiert werden, doch der war in der Primärmission von Galileo auch nicht vorgesehen und wurde nur beim Einschwenken in den Orbit passiert.

Die Frage die ich heute untersuchen will ist die – bringen Missionen die Himmelskörper (dazu zählen auch die Monde eines Riesenplaneten) nur im Vorbeiflug passieren uns genügend Wissenschaft, oder sollten wir unser Geld lieber in Orbiter oder Landesonden stecken. Außen vor möchte ich lassen, dass wir viele Orbiter- und Landemissionen heute technisch nicht durchführen können. Aber wir könnten ja anstatt einen Orbiter um Europa zu bauen (eine projektierte Mission) einen um Phobos oder die Venus. (mehr …)

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Jupiterforschung on the Fly

Jupiter nimmt eine Sonderstellung im Planetensystem ein. Er ist der Planet, der am stärksten eine Raumsonde beschleunigen kann, er ist aber trotzdem von allen Riesenplaneten noch am einfachsten zu erreichen. Wünschenswert wäre zwar aus energetischen Gründen, dass er noch näher an der Erde wäre. Nur für uns wäre, das wohl nicht so wünschenswert.

Jupiter ist eine Art Sprungbrett im Sonnensystem. Bedingt durch seine Masse kann er eine Raumsonde stark beschleunigen, sodass sie das Sonnensystem verlassen kann oder einen Zielplaneten viel schneller erreicht. Alternativ kann er die Bahn um 90 Grad umlenken, sodass die Sonde nun die Pole der Sonne überfliegt oder den sonnenfernsten Punkt soweit absenken, dass eine Raumsonde in die Sonne stürzt. Würde man diese Manöver ohne Jupiter durchführen, dann bräuchte man erheblich mehr Treibstoff. (mehr …)

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Ein Weltraummärchen

Gestern hat die ESA überraschend den Ausstieg aus der ISS angekündigt. Direktorin des Bereichs „Human Spaceflight“, Simonetta Di Pippo sagte: „Durch die Reduzierung der Stammbesatzung haben wir schon vorher einen schlechten Stand gehabt und nur noch die Chance alle zwei Jahre einen Astronauten zur ISS zu entsenden. Die Probleme durch das Grounden der Sojus schlagen nun schon auf die weitere Missionsplanung durch. Wir sehen nun die Probleme der ISS durch den Wegfall des Hauptversorgers. Auf der anderen Seite ist das Interesse an Columbus schon vor dem Start bei der Industrie gleich Null gewesen und selbst Universitätsinstitute wollten sich nicht beteiligen, obwohl wir ihre Experimente umsonst eingebaut hätten. So waren wir gezwungen eigene Experimente zu entwickeln, damit dies niemanden auffällt. Das hat zusätzliche Mittel erforderlich gemacht. Die ISS Beteiligung hat den europäischen Steuerzahler bis jetzt schon 8,5 Milliarden Euro gekostet.“ (mehr …)

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Die Stiefkinder des Sonnensystems – Teil 2

Teil 1 des Aufsatzes erschien gestern. Heute geht es weiter dort wo dieser aufhörte….

Nur eine Wiederholung von Voyager wird jedoch nicht begründbar sein. Doch es gibt etwas was Voyager nicht leistete und das war die Mitführung einer Atmosphärensonde. Bislang wurde eine von Galileo abgesetzt. Sie würde uns Daten über die Atmosphären der Planeten liefern. Ein Nachbau der Eintauchsonde von Galileo mit moderner Instrumentierung und kleinem Hitzeschutzschild (da neunmal weniger Energie abgeführt werden muss) wäre ausreichend. Da man beide Sonden näher als Galileo an die Planeten heranführen kann, schließlich soll keine in eine Umlaufbahn eintreten, wird auch die Datenmenge bedeutend größer sein und so resultiert auch hier ein Erkenntnisgewinn.

Vor allem ist diese Sonde absolut notwendig, wenn später tatsächlich mal ein Aerocapturemanöver geplant ist. Dieses nur aufgrund von theoretischen Modellen der Atmosphären durchzuführen erscheint riskant. (mehr …)

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