Nachplappern und Nachschlagen

Ich habe mir heute als Thema vorgenommen welche neue Probleme ein Raumfahrtfan heute hat die er in den Zeiten vor dem Internet nicht hatte. Heute gibt es eine Vielzahl von Nachrichtenportalen, auch welche spezialisiert nur auf Weltraumforschung / Raumfahrt, dazu gibt es die Portale der Raumfahrtagenturen und auch die Seiten der Firmen. Als Sekundärquellen gibt es Blogs und Foren, die auch besucht werden. Das macht es schwierig Informationen zu bewerten und zu sieben. Früher war es in dieser Hinsicht viel einfacher: Die Nachrichten wurden von Agenturen verbreitet und Zeitungen entschieden, was wichtig war und was nicht. Natürlich war auch dieses System nicht optimal denn vieles wurde so gar nicht erst publiziert.

Nun gibt es mehr Freiheit, aber auch mehr Verantwortung. Es gilt die Spreu vom Weizen zu trennen. Das muss nun der Leser selbst tun, was in ihm Fachwissen voraussetzt. Das ist nicht leicht, vor allem weil nicht jeder Experte in allen Gebieten sein kann. Schlussendlich hat man es mit Profis zu tun, die bestrebt sind alles gut zu „Verkaufen“ um alles möglichst gut darzustellen. Liest man die Verlautbarungen der ESA, so krempelt Mars Express laufend unser Bild vom Mars um (die Mission rundet es ab, aber die wesentlichen Grundzüge wurden von Mariner 9 und Viking gelegt) oder die ESC-B ist eine ganz tolle Stufe, weil sie wiederzündbar ist. (mehr …)

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Warum wohl die Raumfahrt nicht schnell billiger werden wird

Eines was immer in Diskussionen wieder auftaucht ist den Transport in den Weltraum entscheidend zu verbilligen – nicht nur um 20 oder 30 % sondern die Kosten zu halbieren oder auf ein Zehntel zu senken. Initiativen dazu gab es genügend. Das Space Shuttle, die deutsche OTRAG Rakete. Heute liegen die Hoffnungen auf SpaceX oder andere Newcomer.

Bislang hat es nie geklappt. Ob es nun mit SpaceX klappen wird? Ziemlich oft ist dann wird auch Raumfahrtfirmen unterstellt, die Preise so hoch zu halten um gut zu verdienen oder sie seien einfach unfähig billige Raketen zu produzieren. Mal Zeit dem ganzen auf den Grund zu gehen.

Wie immer gibt es bei allem ein Körnchen Wahrheit und viel Phantasie. Zum einen ist es richtig, dass heute Raumfahrtkonzerne einen ziemlichen bürokratischen Overhead haben der mitfinanziert werden muss. Das macht die Träger teurer als nötig. Auf der anderen Seite gibt es bei allen Trägern im Westen das Bestreben die Fertigung zu optimieren, also diese preiswerter zu machen oder die Nutzlast bei gleichen Produktionspreisen zu steigern. In der Tat ist heute ein Raketenstart viel preiswerter als früher, selbst verglichen mit den frühen sechziger Jahren als selbst bei den USA zeitweise 50 Starts einer Thor pro Jahr stattfanden, es also eine viel höhere Stückzahl und damit niedrigere Kosten pro Exemplar gab. (mehr …)

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Raumfahrer und Raumforscher

Am Samstag kam die neue SuW und darin ein Artikel von Eugen Reichl, wie er sich die nächsten 20 Jahre der Raumfahrt vorstellt. Der Artikel beginnt mit dem Problem der Finanzierung des Constellation Programmes, geht über in private Raumfahrtunternehmen die nach Ansicht des Autors alles besser machen sollen, und dann weiter zu internationalen Programmen. So prognostiziert der Autor ein nationales Marsprogramm von Russland neue Raketen und Raumschiffe und China soll auch auf dem Mond landen und schließt mit der Lamentiererei warum Europa seiner Ansicht nach zu wenig tut.

Ich kann schon die Einschätzung der Fakten nicht teilen. So ist eine „mündliche Übereinkunft“ die ISS bis 2020 zu betreiben absolut nichts wert – es gibt genug Beispiele von Verträgen mit der NASA, die wegen Haushaltskürzungen einseitig von den USA gebrochen wurden. Nicht zuletzt die ISS ist ein gutes Beispiel dafür: 2002 gab es Pläne sie nicht mehr fertigzustellen weil sie zu teuer ist. So tragisch es klingt: Columbia hat dies verhindert. Auch die Einschätzung des russischen Weltraumprogrammes ist sehr befremdlich, da in dem letzten Jahrzehnt praktisch alle neuen Projekte eingestellt, auf unbestimmte Zeit verschoben oder verzögert wurden. Als Beispiel seien nur genannt: die seit Jahren propagierte Raumsonde „Venera D“, die zweimalige Startverschiebung von Phobos-Grunt (nur durch chinesische Finanzspritzen überhaupt zustande gekommen), die Einstellung des Weltraumbahnhofs Swobodny und die schleppende Entwicklung der Angara. Dieselbe Basisstufe könnte schon längst zur Verfügung stehen, wenn es genug Geld gäbe, wie die Naro zeigt, bei der Korea für eine kleine Abwandlung des Angara URM zahlte. Klar gibt es laufend neue hochfliegende Pläne für neue Programme und Raketen, aber es wird nichts umgesetzt. Das durfte sich bei geringer werdenden Einnahmen aus Erdölverkäufen auch nicht bessern. Heute stößt schon die Routineversorgung der ISS an die Grenzen der Leistung Russlands. Die ESA will Sitze an Bord von Sojus Kapsel kaufen, doch so wie es aussieht kann Russland keine weiteren Flüge mehr durchführen. Die Raumfahrtindustrie ist soweit heruntergewirtschaftlich, dass nun die Versorgungsflüge zur ISS an der Kapazitätsgrenze sind. (mehr …)

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Kostenersparnis bei der Raumfahrt

So lange ich denken kann hat die Raumfahrt das Henne – Ei Problem. Wenn die Transportpreise sinken, so wird prognostiziert, würden sich viele andere Anwendungen lohnen. Aufgrund der angeblichen Kostenreduktion beim Space Shuttle wurden damals eine Reihe von möglichen neuen Einsatzgebieten vorgeschlagen – von der Energieproduktion im Weltraum bis hin zur sicheren Atommüllentsorgung. Ich habe da meine Zweifel. Zum einen würden selbst wiederverwendbare Raumtransporter nur die Kosten auf die Hälfte bis ein Viertel senken, was aber dann immer noch 2500 bis 5000 Dollar pro Kilogramm in einen niedrigen Erdorbit entspricht. Ich denke aber es geht wirklich billiger, und zwar bei den derzeitigen Anwendungen, den Satelliten. Es gibt hier eine Industrie, die schon weitgehend ihre Protzesse optimiert hat: Die Hersteller von Kommunikationssatelliten. Diese werden in Kleinserien gebaut. Dabei gibt es einen Bus der eine bestimmte Leistung zur Verfügung stellt, der die Lageregelung durchführt und auf diesem wird eine Kommunikationsnutzlast montiert. Jeder Hersteller wie Loral, Hughes oder Thales-Alenia bietet mehrere dieser Busse an, die nach Leistung gestaffelt sind. Also Folge kostet ein Kommunikationssatellit „nur“ das Doppelte seines Starts, bei garantierten Betriebsdauer von 12-15 Jahren – viel mehr als heute ein Forschungssatellit aufweist. (mehr …)

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Chinas Raumfahrt

Als ich für mein Trägerraketenlexikon durch Chinas Raketenzoo durchgegangen bin, fühlte ich mich an die Anfänge der Raumfahrt erinnert. Damals schienen die Sowjets in enorm schneller Zeit zahlreiche neue Raketen in Dienst zu stellen – Auf die Sputnik folgte die Luna, dann die Wostok, Woschod, Molnija und die Sojus – bis sich 1967 herausstellte, als man erstmals eine Rakete in Natura bei der Pariser Luft & Raumfahrtausstellung sehen konnte, dass es immer ein und dieselbe Rakete war, nur mit unterschiedlichen Oberstufen, bzw., sogar nur unterschiedlichen Versionen einer Oberstufe.

Das System der Desinformation haben die Chinesen übernommen: Die Gesamte Serie Langer Marsch 2-4 mit offiziell nicht weniger als 13 Versionen, besteht aus nur vier Triebwerkstypen. Dabei haben alle in den ersten beiden Stufen dieselben Triebwerke, nur unterscheiden sich die Massen leicht. (Gleicher Durchmesser von 3,35 m, unterschiedliche Stufenlänge). Das wird dann ergänzt durch zwei Oberstufen und Booster, die im Prinzip aus einem der vier Triebwerke der ersten Stufe bestehen. Würde Europa es auch so machen, hätte man ohne Problem aus den sechs Versionen der Ariane 4 und drei Revisionen der Oberstufe auch angeblich 18 verschiedene Träger angeben können. (mehr …)

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