New Horizons hat Jupiter passiert

IoNew Horizons hat gestern den nächsten Punkt ihrer Bahn zu Jupiter passiert – 2.26 Millionen km von ihm entfernt, außerhalb der Bahn aller vier großen galileischen Monde. Diese Bahn war nötig, weil Jupiter zwar die Sonde beschleunigen sollte (trotz dieser Entfernung um 3.83 km/s) und damit die Reisezeit zu Pluto, dem eigentlichen Ziel der Sonde um 3 Jahre verkürzen sollte, aber die Bahn nicht nennenswert beeinflussen dürfte. (Siehe Grafik weiter unten). Wenn man eine Sonde zu einem Planeten sendet, dann verbiegt er die Bahn, er krümmt sie. Im Extremfall kann Jupiter z.B. eine Bahn so krümmen, dass die Sonde danach in die Sonne rast – ein Manöver das schon einmal für eine Sonnensonde überlegt wurde). Da Pluto steht aber 2007 so ungünstig hinter Jupiter, dass man die Bahn nicht wesentlich krümmen konnte. Wäre die Sonde erst dieses Jahr gestartet (diese Möglichkeit bestand auch), so hätte sie sogar Jupiter gar nicht passieren können, da sie sonst nicht zu Pluto gelangt. In den letzten Jahren stand Jupiter deutlich günstiger so dass man sich ihm besser nähern konnte und dabei sogar die Reisezeit noch weiter verkürzen (bis auf 7 Jahre zu Pluto anstatt 9.5 wie bei New Horizons).

Aufgrund der Entfernung gibt es nur mäßig aufgelöste Bilder der galileischen Monde (Jupiter ist so groß, dass er schon vor ein paar Wochen das Blickfeld von LORRI, der hochauflösenden Kamera ausfüllte). Veröffentlicht wurden bislang wenige Bilder mit großer Zeitverzögerung. Das Bild links ist eines von Io, aus der nächsten Distanz gemacht. Es zeigt zum einen Io mit den Vulkancalderen (die dunklen Punkte im Bild) und daneben Io in einer überbelichteten Aufnahme, bei der man die Wolke eines Ausbruchs deutlich erkennen kann. Damit man einen Eindruck von der Empfindlichkeit der Kamera hat: Die normale Io Aufnahme hat eine Belichtungszeit von 1/300 sec. Und dies bei einem Objekt das 25 mal weniger Licht abgibt (durch die größere Entfernung von der Erde) als der Mond. Auf der Erde würde das also einer Belichtungszeit von 1/8000 Sekunde entsprechen – Wenn ihre Digicam nun 1/100 Sekunde belichtet liegt dies nicht nur an den verbesserten Detektoren and Bord von New Horizons, sondern eher, dass ein Pixel etwa 12 x 12 m groß ist, während es bei ihrer Digicam eben 2-3 m sind – 4-6 mal kleiner = 16-36 mal weniger Licht (nun wissen sie warum sich der Autor zu seinem Geburtstag Anfang Februar eine 3 MP Kamera gekauft hat und keine 6 MP)… Continue reading „New Horizons hat Jupiter passiert“

Entscheidungen

Was macht man wenn man über Monate mit jemanden einen E-Mail Kontakt aufgebaut hat, sich mit ihm versteht, sich etwas näher kennen lernt und ihn – so seltsam das vielleicht für diese Art von Kontakten klingt . als Freund ansieht. Nun teilt einem der Freund mit, dass er den Kontakt abbrechen will, weil er sich anders orientieren will.

Ich habe viel drüber nachgedacht und die unterschiedlichsten Ratschläge bekommen. Der eine meint. „Ziehen lassen und die Hand ausgestreckt lasen, falls die Person es sich anders überlegt“. Ich habe mich anders entscheiden. Ich habe klipp und klar gesagt wie viel mir der Kontakt bedeutet und wie wertvoll er für mich geworden ist, obwohl die entsprechende Person ziemlich kompliziert ist. Continue reading „Entscheidungen“

Rosetta nimmt Schwung auf

CIVA Bild von Rosetta und MarsHeute morgen flog die europäische Raumsonde Rosetta an dem Mars vorbei. Der Vorbeiflug in Höhe von 250 km war ein kritisches Manöver. Nicht wegen der Entfernung, sondern weil die Raumsonde nie gebaut wurde sehr lange ohne ihre Solarpanels zu arbeiten und sie 25 Minuten lang im Schattend es Mars war. Man erarbeitete eine Schlafmodus, der die Batterien schonte und Rosetta hat den Vorbeiflug erfolgreich überstanden.

Natürlich nutzte man den Vorbeiflug auch zu Beobachtungen. Diese haben zwei Aufgaben. Zum einen hat Rosetta Instrumente an Bord die bislang nicht auf den Mars ausgerichtet wurden. OSIRIS – mit dem größten Chip an Bord einer Raumsonde von 2048 x 2048 Pixels (oder für Digicam User: eine 4 MP Kamera, nur ist der Chip etwa 6 mal größer als der in ihrer Digicam und entsprechend lichtempfindlicher) machte Aufnahmen z.B. im OH Band. Das abbildende Infrarot Spektrometer VIRTIS machte Infrarotaufnahmen. Zum zweiten kann man mit den Aufnahmen und Daten die Instrumente kalibrieren. Man kann sie zum Beispiel. mit bekannten Daten oder Daten ähnlicher Instrumente an Bord der europäischen Raumsonde Mars Express vergleichen, die seit 3 Jahren den Mars umkreist

Die Instrumente von Rosetta selbst waren aktiv bevor die Sonde den Planeten passierte, das Bild von OSIRIS (Das Original ist 3 mal größer) wurde noch aus 240.000 km Entfernung gemacht. Dann musste man den Betrieb einstellen um die Batterien zu schonen. Doch Rosetta hat noch einen kleinen Lander an Bord: Philae. Dieser hat eigene Instrumente und die Camera CIVA nahm aus 1000 km Entfernung den Mars auf kurz bevor die Raumsonde den nächsten Punkt der Bahn erreicht. Der schwarze Schatten auf dem Bild sind die Solarpanel von Rosetta. Weiterhin untersuchte ROMAP das Magnetfeld des Mars. Für den Lander war es die erste autonome Aktivität seit er gestartet wurde. Damit konnte das Team schon mal üben. Er soll in 7 Jahren auf dem Kometen 67P Churyumov-Gerasimenko landen.

Mars hat die Sonde um 2190 m/s abgebremst und so auf eine neue Bahn gebracht. Nächster Termin für Rosetta ist ein zweiter Erdvorbeiflug am 7. November dieses Jahres bei dem die Sonde genug Schwung holt um den Kometen zu erreichen. Der nächste Termin für Raumfahrtfreunde ist schon übermorgen: Dann erreicht New Horizons die nächste Distanz zu Jupiter und soll einige mittel auflösende Aufnahmen der galileischen Monde zur Erde funken.

Globales Denken

In der letzten Zeit wird wieder vermehrt über den Klimawandel berichtet. Amerika scheint seine Position zu revidieren, aber nicht viel. Dieser Winter war sehr warm, gut für die Heizkostenabrechnung, aber jeder fragt sich ob es nun immer so sein wird. Erstaunlicherweise spielt Umweltschutz heute nicht mehr die große politische Rolle, obwohl er noch dringender als in den 80 ern ist als man dieses Thema entdeckte, nur aber eben auf globalem Niveau.

Die globale Dimension ist es die heute viele Leute noch nicht realisiert haben. Natürlich ist es wichtig die Luft saubere zu halten. Abwässer gut zu reinigen, Biotope zu schaffen oder Bäche zu renaturieren. Aber global müssen wir anfangen die Emissionen zu senken, Energie zu sparen. Und das geht nur durch Verzicht und effizientes Energie nutzen. Hier ein paar Beispiele die ich kenne:

Jemand trennt den Müll sehr sorgfältig trennt Aludeckel von Plastikbechern, trinkt aber als Mineralwasser Volvic – Ein Mineralwasser aus Frankreich, welches einige Hundert Kilometer weit transportiert wird.

Ein Sternfreund ist aktiv in einer initiative gegen Lichtverschmutzung. Darunter versteht man die Aufhellung des Himmels. Ursachen sind Straßenlampen, Industrie- und Hausbeleuchtung aber auch lokale Lichtverschmutzer wie Scheinwerfer in den Himmel nahe Diskotheken. Er fährt zur Beobachtung jedes Wochenende 100-200 km weit mit seinem Teleskop in die Alpen oder andere Beobachtungsorte

  • Es gibt ne Menge Dinge die man tun kann. Ich habe letzten Jahr die meisten Lampen durch Energiesparlampen ersetzt. Sogar Strahler bis auf eine Ausnahme. Zum Stromverbrauch. die Kosten für die Lampen habe ich nach 1.5 Jahren drin!
  • Muss man immer Auto fahren? Ich habe keinen Führerschein und fahre mein Leben Lang mit dem ÖPNV. Das ist nicht überall möglich und abends wird es wirklich übel mit den Verbindungen. Das gebe ich gerne zu, aber sollte man es nicht mal wenigstens tun, wo die Verbindungen gut sind?
  • Wohin muss man in den Urlaub fahren? Je weiter es ist, desto mehr Sprit wird verbraucht. Ein Flug über den Atlantik verbraucht in etwa ein Viertel des Flugzeugsgewichts an Treibstoff. Oder etwa 300 l pro Passagier.
  • Das nächste ist der Lebensstill an sich. Braucht man immer die neuesten Gimmicks? Muss man alle Naselang die Unterhaltungselektronik durch neue Geräte ersetzen. Ist nicht weniger mehr?
  • Vor allem sollte man Transportstrecken reduzieren. Regional Lebensmittel und Getränke einkaufen. Das würde auch ein paar Brummis weg von der Straße bringen.

Alle diese Ratschläge sind nicht nur gut für das Klima, sondern auch für das Portemonai. Man muss nicht einmal groß investieren wie bei einer Wärmeisolierung der Hausfassade. Die Politik könnte noch mehr machen. Warum man sich für laschere Kohlendioxidemissionen für Neuwagen entschlossen hat verstehe ich nicht ganz. Sicher bedeutet das für die Industrie mehr Anstrengungen diese Ziele zu erreichen und besonders für die deutsche Automobilindustrie die offensichtlich gepennt hat. Doch wenn man dies erreicht hat – ist es nicht dann ein Wettbewerbsvorteil auf dem Weltmarkt. Denn eines ist klar : es wird immer weniger Benzin geben und es wird immer teurer werden. Irgendwann werden selbst die Verbraucher in Staaten in denen die Mineralölsteuer niedrig ist wie den USA umdenken und dann haben wir die

Narri-Narro, Alaaf und Helau!

Heute ist de letzte Tag von Fasching, Fasnacht, Karneval oder wie immer man es nennen will. Am letzten Donnerstag konnte ich in Landshut das Narrentreiben beobachten und dies hat mich wieder an die fünfte Jahreszeit erinnert. Hier in der Nähe von Stuttgart ist es nicht so wild mit Fasching. Bei uns ist er zwar nicht unbekannt wie im Norden Deutschlands, doch von dem ausgelassenen Treiben wie in Köln und Düsseldorf trennt uns doch einiges.

Angeblich hat ja Fasching viel mit Katholizismus zu tun. Er endet genau 40 Tage vor Ostern und am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit. Nach alter Tradition soll man daher vorher noch einmal die Sau raus lassen. Das erklärt vielleicht die Alkoholexzesse die zu Fasching gehören. Das Auf die Schippe nehmen von Politikern soll entstanden sein, als das Rheinland einige Zeit unter preußischer Herrschaft stand und man sich so dem Unmut Luft machte. Auch heute noch ist Fasching vor allem in katholischen Gegenden und das vor allem im Rheinland populär aber sonst?

Ich finde zum einen ist es ziemlich kommerziell geworden und seit Fernsehsender festgestellt haben, dass man mit Fasnachtsübertragungen billig Sendezeit füllen kann ist es eher noch schlimmer geworden mit dem Kommerz. Das zweite ist aber dass ich mit dem Konzept „Heute lasse ich die Sau raus und morgen ist alles vorbei“ meine Probleme habe. Ich kann das schlicht und einfach nicht. Ich bin immer ein Verstandesmensch gewesen und kann das nicht verdrängen und beim sinnlosen Besaufen denke ich immer an die dabei verlorengehenden Gehirnzellen, was mich in den letzten 23 Jahren vor einem Vollrausch recht gut beschützt hat.

Etwas mehr Humor im Alltag, etwas mehr Aufmucken jenseits von Karfreitag und Rosenmontag wäre besser meiner Meinung nach. Doch es macht Spaß bei wenigen Grad über Null Leute in hauchdünnen Kostümen, Frauen die sich als Marketenderinnen und Prostituierte verkleiden zu sehen. Oder besser gesagt ich frage mich da immer was das kleinere Übel ist: Sich schnatternd eine Erkältung zu holen oder sich volllaufen zu lassen um die Kälte zu ertragen.

Trotzdem: Wer immer Spaß am Verkleiden hat, gerne Umzügen zujubelt oder sich Büttenreden anhört: Genießen Sie es noch heute, denn morgen ist alles vorbei….