Ich sehe schwarz….

… für die Natur auf der Erde. und ich greife damit mal die Mini-Diskussion in den Kommentaren zum letzten Beitrag auf. Wenn man wirklich mal die Menschheit und ihre Geschichte global betrachtet so sind zwei Dinge für mich unwiderlegbar:

  • Die Menschheit kann nicht mit ihren Ressourcen haushalten, sondern will immer mehr
  • Der Mensch kann nicht vernünftig handeln, wenn es um den persönlichen oder nationalen Vorteil geht fallen bald alle moralischen Schranken.

Zum ersten: Seit es die Menschheit gibt verändert sie die Welt, so dass es nur ihr nutzt. Es gab keine Zeit wo es nicht einen Stopp des Artensterbens gab oder Natur wieder in vorher vom Menschen okkupierte Räume zurückkehrt. Und diese spirale des Verbrauchens – egal ob man nun Landfläche, die mal ein natürliches Ökosystem, oder Ressourcen wie Bodenschätze nimmt – beschleunigt sich in einem enormen Tempo. In Mitteleuropa brauchten wir rund 1-2 Jahrtausende um aus einem von Wäldern durchzogenen Land eine Agrarlandschaft zu machen. In Nordamerika gelang dies schon in 300 Jahren und glaubt man den Prognosen, so schaffen die Entwicklungsländer es in 25-40 Jahren alle Regenwälder abzuholzen. Ähnliche Zahlen kann man beim Verbrauch von fossilen Brennstoffen oder dem Artensterben anführen.

Das zweite ist: Eigentlich weiß jeder, dass es so nicht weiter gehen kann. Trotzdem ändert sich daran nichts. Der Mensch kann zwar mit seinem Verstand agieren, aber er tut es nicht. Man sieht dies vielleicht am deutlichsten in Deutschland. Deutschland ist eigentlich in der glücklichen Lage alle Einwohner versorgen zu können und könnte sich es leisten wieder Teile des Landes zu renaturieren. Also landwirtschaftliche Fläche brach liegen lassen und der Natur ihren Lauf lassen oder gleich als Naturschutzgebiete auszuweisen. Doch steigen mal die Spritpreise so wird sofort gefordert diese Fläche für Rapsanbau zu nutzen und welche Widerstände gibt es beim Ausweisen von Naturschutzgebieten, diesen wenigen Promillen unserer Gesamtfläche? Wir alle kennen die Haltungsbedingungen von Hühnern, Schweinen und anderen Nutztieren. Gesetze könnten diese verbessern, doch dann wird das Schnitzel teuer.

Vor allem: Seit rund 100 Jahren ist die Bevölkerung in Deutschland konstant, doch trotzdem steigt laufend ihr Ressourcenverbrauch – egal ob man das als Primärenergie, erzeugte landwirtschaftliche Güter oder bebaute Fläche nimmt. Man sollte annehmen, dass zumindest das letzte konstant bleiben sollte – mehr als eine Wohnung geht doch nicht, doch es wird immer mehr Fläche als Neubaugebiet ausgewiesen.

Vor allem aber wenn ich sehe auf welche Gedanken Menschen kommen, wenn es um ihren Vorteil geht, sei es die Käfighaltung von Hühnern, die Tiertransporte quer durch Europa nur um einige Euro zu sparen oder auch die Grausamkeiten die Menschen anderen Menschen antun – Man muss hier nur mal denken was hier in Kriegen alles passiert bis hin zu Erfindungen wie die Neutronenbombe (tötet alles Leben ab, lässt aber die Infrastruktur unzerstört zurück) oder Splitterbomben die Menschen nur verletzen (weil ein Verwunderter 6 Soldaten und Sanitäter bindet und ein Toter nicht) dann sehe ich schwarz.

Gibt es eine Rettung für die Natur? Nein. Ich kann mir kein Szenario vorstellen bei dem die Menschheit komplett ausgerottet wird. Nur so würde es aber gehen. Man muss sich immerhin vergegenwärtigen, dass der Mensch erst vor rund 11000 Jahren mit dem Ackerbau begonnen hat und in dieser kurzen Zeit die Welt so massiv verändert hat. Wenn man es global nimmt, so waren vor wenigen Hundert Jahren noch die meisten Gebiete weitgehend "Natur". Doch selbst wenn 99 % der Menschheit sterben würde hätte die Natur keine 11000 Jahre zeit – obwohl diese Zeit nicht ausreichen würde, dass die meisten Arten die ausgestorben sind durch neue ersetzt werden – denn die überlebenden haben ja das Wissen wie es geht. Sie brauchen nicht Jahrhunderte um den Pflug zu erfinden und Pferde als Haustiere zu zähmen. Das wissen sie schon wie es geht und einige Pferde werden wohl auch überleben. Ich glaube dass selbst dann die Menschheit nach einigen Jahrhunderten wieder am selben Abgrund stehen würde.

Ist es so schlimm? Nein. Es gibt rund 100 Milliarden Sonnen in unserer Galaxis, rund 100 Milliarden Galaxien im Universum. Sicher gibt es auf dem einen oder anderen Stern Planeten und einige werden wohl auch Leben haben. Dann gibt es eben auf einem mal kein Leben mehr. In spätestens 3 Milliarden Jahren wäre es durch das Altern der Sonne (verbunden mit dem Aufblähen und steigender Energieabgabe) sowieso hier zu heiß für Leben. Man könnte nun philosophieren ob es vielleicht mehr intelligentes Leben gibt und wenn ob jedes intelligente Leben ein solches Stadium durchlebt (genug Verstand um die Misere zu erkennen, zu wenig um sie zu ändern) und dann die meisten Planeten mit intelligentem Leben vor die Hunde gehen oder wir eine Ausnahme sind. Aber zumindest für diesen Planeten sehe ich schwarz. Die Frage ist eher wie lange es noch so weitergeht. Da mache ich mir mehr Sorgen, dass ich den Kollaps oder den Abstieg noch miterleben werde und ich denke damit liege ich nicht arg falsch.

One thought on “Ich sehe schwarz….

  1. Meiner Meinung kann das „Experiment Menschheit“ nur schiefgehen.

    1. Grund: Die Menschheit hat in 200 Jahren Industrieller Revolution ca. 75-90% aller Rohstoffe verbraucht bzw. ist kurz davor sie zu verbrauchen.

    2. Es gibt ca. 7 Milliarden Menschen auf der Erde.
    Davon haben ca. 1 Mrd. die selben Verbrauchswerte an Energie und Rohstoffen
    wie wir Deutschen. (350 Mio Amerikaner, 350 Mio Europäer, 300 Mio. Asiaten)
    Ungefähr 2 Mrd. Menschen können innerhalb der nächsten 50 Jahre ungefähr
    unser Niveau erreichen (China und Indien)
    Der Rest wird (so politisch unkorrekt es klingt) niemals in absehbarer Zeit
    die Chance haben sich signifikant weiterzuentwickeln.

    Darauf folgt:
    1. Selbst wenn der Umweltschutz in der ersten Welt massiv um sich greift,
    werden die Schäden nicht mehr reparabel sein.
    2. Bis die zweite Welt unser jetziges! Niveau erreicht werden sie zuerst ihre
    Umwelt genauso gründlich ruinieren wie wir es bis jetzt haben.
    3. Die dritte Welt wird auf längere Sicht wohl keine Weiterentwicklung haben
    und scheidet deshalb aus meiner Betrachtung aus.

    4. Mein Szenario (leicht übertrieben) für einen schönen Montagmorgen 07:00
    Ortszeit (Peking): ca. 500 Mio Chinesen werden gleichzeitig ihre Autos
    starten, um zur Arbeit zu fahren. 30 Minuten später wird der Sauerstoff-
    gehalt in ganz China von 20% auf 5% oder weniger abfallen. Diese „Giftgas-
    blase“ wird dann um den ganzen Globus wandern, sich vergrößern und die
    gesamte 1. und 2. Welt ziemlich atemlos dastehen lassen.

    5. 10.000 Jahre später wird der Mond die Erde fragen: „Gut siehst Du aus,
    warst Du krank?“ Antwort: „Ja ich hatte Menschen…..“

    Ich hoffe daß das nicht vor meinem Tod eintritt….

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