Buchkritik: Ben Evans: Space Shuttle Challenger

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So als kleine Unterbrechung (ich warte noch auf die Rätselauflösung) heute eine kleine Buchkritik. Das heutige Buch habe ich für wenige Euro von Bargain Books gekauft, sonst hätte ich es mir wohl nicht gekauft, weil mein Interesse weniger Missionen und Astronautenstories als der Technik gilt.. Wie der Untertitel verrät „Ten Journeys into the Unknown“ geht es weniger um die Raumfähre, als vielmehr um ihre 10 Missionen.

Was ich nicht wusste: es geht nur um die Missionen. wer wie ich auch gerne etwas über die technische Seite wissen will, wird schwer enttäuscht sein. Daten über Challenger und sei es nur über die Dinge die auch die Besatzung angehen (wenns schon um die Missionen geht) wie z. B. wie die Astronauten dort leben, wie die Decks aufgegliedert sind etc. fehlen. Stattdessen findet man detailliert die sich in der Vor-Challenger-Desaster Zeit laufend ändernde Missionsplanung erläutert und eben was die Astronauten so gemacht haben, ohne aber auch hier sich mit technischen Details zu befassen. Nicht mal etwas über die Nutzlastgewichte, die befördert wurden.

Das ganze zieht sich leider bis zum Schluss durch, selbst bei der Challenger Katastrophe findet man eben alles nacherzählt. Das geht deutlich besser, wie Jesco von Puttkamer schon vor 20 Jahren beweis. Er hat sowohl die Vorgeschichte der O-Ringe wie auch das Ereignis (millisekunden-)genau erläutert und zwar so dass es jeder verstehen würde. Das Buch endet mit den geplanten Missionen der Challenger für 1986 und 1987, aber die Aufarbeitung von Challenger, die Folgen für die NASA, alles was die Roger Kommission fand und empfahl, fehlt.

Auch über den Hintergrund des Shuttle Programms vor dem 28.1.1986 erfährt man wenig. Sicher kommt der Autor nicht umhin die sich laufend wechselnde Planung zu beschreiben, aber der Hintergrund, die Ausrichtung auf immer mehr Missionen, immer mehr kommerzielle Transporte, eine immer höhere Startrate, die selbst mit dem Programm Vertraute, nicht für möglich halten und die Auswirkung auf die Sicherheit fehlt weitgehend.

Wer gerne Astronautengeschichten liest, darf zugreifen, es ist aber nacherzählte Geschichte, wenig direkte Rede, wenig Zitate. Doch auch diese sollten sich klar machen, dass sie ein sehr unkritisches Buch gekauft haben. Es ist zwar weit weg von Heldenverehrung, aber es hat Chancen vergeben jenseits des Untertitel das Shuttle Programm zu beleuchten.

Wenn man auf Missionsbeschreibungen steht, dann kann man je nach Gusto zwischen 3 und 4 Amazonsterne vergeben.

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