E-Zigaretten – 2 – Wie funktioniert das?

Die E-Zigarette wurde in China erfunden. Die Technik ist so einfach, dass quasi jeder der mit einer Drehbank umgehen kann, und ein M7x0.5 Feingewinde hin bekommt, Verdampfer oder Akkuträger herstellen kann. Einige große Markenfirmen produzieren in richtigen Fabriken, doch viel wird nicht nur in Shenzhen, sondern auch in kleinen Betrieben hier in Deutschland produziert.

An Preisen ist zwischen $5 und Euro500 fast alles möglich, insbesondere nummerierte Kleinserien von bekannten Handwerkern erzielen Spitzenpreise. Durch die Fülle und Verspieltheit der Technik werden vor allem Männer in den HWV gezogen. Hier macht es Sinn vorher durchzurechnen, was an Geld für Zigaretten ausgegeben wurde, und dies als Limit festzulegen.

Jede E-Zigarette besteht aus Akkuträger und Verdampfer.

Akkuträger haben eine Lithium Ionen Batterie, optional eine Spannungsregelung, einen Taster meist mit LED, und ein 510er und eGo Gewinde, auf das der Verdampfer aufgeschraubt wird. Akkuträger gibt es hunderte, die sich in verschiedene Klassen unterteilen. Mechanische Akkuträger haben keine Regelung und brauchen geschützte IMR Akkus. Zwischen 3 bis 6 Volt regelbare Akkuträger haben entweder fest eingebaute Akkus, oder brauchen ungeschützte IMR Akkus. Auf 3.3V oder 3.7V geregelte Akkuträger haben zumeist einen fest eingebauten Akku. Für wechselbare Akkus wird ein Ladegerät für Lithium Akkus mit konstant Strom, konstant Spannungsladung benötigt. Die fest eingebauten, werden meist über einen USB Ladekabel mit 510er Gewinde geladen.

Der Verdampfer hat eine oder mehrere Heizwendeln durch die Dochte aus Silikatschnur, Glasfaser, Baumwolle oder Edelstahlsieb in einen Tank gehen. Im Tank befindet sich das Liquid. Durch den Docht wird das Liquid ins innere der Heizwendel transportiert. Wenn der Schalter des Akkuträgers gedrückt wird, verdampft diese Flüssigkeit zusammen mit den Aromastoffen und dem Nikotin.

Little Nancy

Als Beispiel hier meine Little Nancy. Von links nach rechts liegt unten erstmal ein als Cone bezeichneter Abstandhalter zum Akku. Dann kommt der eigentliche Verdampfer, mit dem Heizdraht um den Docht. Der Tank wird da drüber gestülpt, und oben drauf kommt das Drip Tip genannte Mundstück.

Die Heizwendel eines Single Coil Verdampfers hat meist 1.8 bis 2.5 Ohm. Um die richtige Heizleistung in Watt einzustellen, damit die Flüssigkeit verdampft, aber immer genug unter der Wendel ist, dass diese nicht trocken ist, muss die Spannung entsprechend geregelt werden. Zwar werden fertige Heizwendeln mit Angabe des Widerstandes verkauft, doch weicht dieser häufig um 10% ab. Bei selbst gewickelten Heizwendeln ist es eine Mischung von Glück und Erfahrung ob ein Verdampfer gut auf eine geregelte 3.3V oder 3.7V Batterie passt, oder ob doch ein großer regelbarer Akkuträger nötig ist. Regelbare Akkuträger bieten alle variable Volt, und manche nehmen einen rechnen ab, und bieten auch variable Watt.

Zur Veranschaulichung des Watt zu Volt zu Ohm Verhältnisses eine Graphik, für einen typischen Single Coil Verdampfer, der zwischen 6 und 8 Watt laufen soll.

Single Coil

Ein typischer Double Coil Verdampfer, braucht mit 10 bis 14 Watt knapp die doppelte Heizleistung, d.h. pro Heizwendel zwischen 5 und 7 Watt. Dies erfordert dann einen besseren Akkuträger, weil die meisten einfachen Akkuträger zur Spannungsregelung einen Buck Booster aus der TPS6302* Familie verwenden der bis maximal 9 Watt spezifiziert ist. Im sogenannten Pinoy Style wird gar mit Heizleistungen von 20 bis 45 Watt gedampft. Dies ist nur mit guten mechanischen Akkuträgern, die einen niedrigen Eigenwiderstand und Spannungsverlust haben möglich. Zudem werden geschützte IMR Akkus benötigt die bis zu 30 Ampere abgeben können. Ja, E-Zigaretten Akkus könnten explodieren, wenn z.b. in einem mechanischen Akkuträger ein ungeschützter ICR Akku verwendet wird. Aber Tesla Autos und iPhones explodieren häufiger.

Im nächsten Teil räuber ich dann in Bernds Revier, und betrachte das „Was ist Drin?“ mal etwas genauer von der chemischen Seite.

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