45 Jahre Mondlandung – Liebesglück im Internet – Bio vs. Billigfleisch

 34 total views,  2 views today

Weil ich nicht so viel neues zu schreiben habe und auch nicht zu viele Satiren verfassen möchte (da fallen mir dauernd neue ein…) heute mal wieder ein kleiner Blog der sich um Sachen dreht die so gestern zutragen,

Das erste ist das Jubiläum 45 Jahre erste Mondlandung. Es ist bei uns in Deutschland kaum gewürdigt worden, obwohl und vielleicht gerade weil Weltraumdokumentationen sich in den letzten Jahren inflationär vermehrt haben. Ich kann mich nicht erinnern, das es so viele in den Achtzigern und frühen Neunzigern gab. Da gab es nur Spacenight. Ich glaube mit dem Spielfilm „Apollo 13“ und seinem enormen kommerziellen Erfolg gab es so eine Wende. Da wurde (vor allem den US-Sendern, aber auch den Deutschen) klar, dass Raumfahrt, vor allem bemannte Raumfahrt die Leute interessiert. Vielleicht muss auch einfach mal eine Generation vergehen bis ein Thema wieder interessant ist.

Das ich überhaupt so viele Raumfahrtbücher geschrieben habe, verdankt ihr dem 40-jährigen Jubiläum. Im Sommer 2009 verkaufte sich mein Erstling „Das Gemini Programm“ über 500-mal. Das motivierte mich noch mehr Bücher zu schreiben, ansonsten hätte ich es nach der mageren Resonanz und der Kritik seitens des DLR aufgegeben. Würde sich jedes Buch 500-mal pro Jahr verkaufen, dann könnte ich davon leben, leider ist es aber eher in der Region von 50-mal. Immerhin beobachte ich ein Ansteigen der Verkaufszahlen (in moderatem Maß) beim Gemini Programm und dem absoluten Ladenhüter Skylab. Für das sich wohl niemand außer mir interessiert.

Bei Createspace hat es mit den mit PDF SAM neu erstellten Dokumenten geklappt, allerdings entdeckte ich dann noch zwei überblendete Tabellen ausgemacht und nochmals ein Dokument hochgeladen. Wenn das okay ist, dann hoffe ich kann es bald Online gehen. Es wird 37,99 Euro kosten, dabei habe ich denselben Verdienst wie bei BOD bei der gleichen Textmenge. Der hohe Verdienst ist übrigens nur gegeben, wenn man das Buch über Amazon verkauft, wenn ich die Summe aus der „expanded Distribution“ umrechne, müsste ich um auf denselben Verdient zu kommen fast dasselbe berechnen wie bei BOD. Wie ich aber schon von einer ARTE Sendung über die Amazon Printplattform weiß, führen die meisten US-Buchhändler die Bücher von Createspace nicht. Kunststück, Amazon ist ja die Hauptkonkurrenz und hat schon zum Buchhandelssterben in den USA geführt. Bei uns noch nicht, wohl auch wegen der Buchpreisbindung.

Dann kamen gestern zwei Sendungen die ich interessant fand. das eine „Liebesfalle Internet„. Er beschäftige sich mit Betrügereien bei Singlebörsen. Das ging von den ominösen russischen Frauen, die Geld brauchen, um erst mal nach Deutschland zu reisen und so Männer abzocken. Während man da sicher noch viel Naivität unterstellen kann (und ich stelle mir immer die Frage: warum jemand im Ausland nach jemanden sucht, der nicht mal deutsch spricht) zeigte der Film im folgenden dass die ganze Branche wohl nichts als Betrug im Auge hat. Das reicht von Fake-Accounts bei allen gängigen Portalen, wo man pro Chat-Nachricht Geld zahlen muss, über das Verlangen von „geldwertem Ersatz“ beim Marktführer Parship bei nur wenigen geschriebenen Nachrichten und Kündigung während der Widerspruchs Frist über 163 Euro bis hin zu den Testportalen die 50-80% der ersten Jahresgebühr als Vermittlungsprovision bekommen und nach einem einfachen System den Testsieger feststellen – der der am meisten Provision zahlt hat die meisten Benutzer und ist daher Testsieger ….

Betrug hin oder her – auch hier staune ich über die Naivität der Beteiligten. Ich kann jemanden nur kennenlernen wenn ich ihn physisch vor mir sehe. Zum einen kann ich beim Schreiben ein geschöntes Bild von mir verbreiten, zum anderen sind es oft Kleinigkeiten die einen stören oder die einen faszinieren und welche Persönlichkeit jemand ist bekommt man wohl nur im direkten Kontakt raus. Am Ende des Beitrags wird das auch klar: nur 6% der Paare finden über das Internet zueinander.

Der zweite Beitrag war über „Bio Fleisch vs Billigfleisch„. Der Ansatz war interessant. Einen bekennenden Biofleischesser und eine Billigfleischkonsumentin wurden für 5 Tage zu einem Biohof und einem konventionellen Mastbetrieb geschickt und mussten dort auch handwerklich mithelfen. Also Ausmisten, Füttern, Wurst machen, Gülle entsorgen. Bei der Schlachtung waren sie nur im Biohof dabei, da war das noch (soweit das geht) human. Das Schwein kam einzeln rein, wurde noch gestreichelt und dann blitzschnell mit einer Elektrozange betäubt. Das ist was anderes als in einem großen Schlachthof wo das im Sekundentakt geht anstatt ein Schwein pro Tag und man dann auch keine Rücksicht mehr auf die Tiere nimmt. Dort haben die Leute so wenig Zeit, dass nicht mal gewährleistet ist, dass die Tiere wirklich tot sind bevor sie ausgenommen werden, wie ja schon Filmaufnahmen gezeigt haben. Vielleicht hätte das die Billigfleischesserin zum Nachdenken gebracht, aber wahrscheinlich auch nicht. Die Frau hatte ein Gemüt wie ein Metzgerhund (seitdem weiß ich auch woher der Ausdruck kommt). „Das sind hals Nutztiere ist mir doch egal woher mein Fleisch kommt“. wörtliches Zitat einer Frau die rekordverdächte 2,5 Kilogramm Fleisch pro Woche isst. Bundesdurchschnitt sind 1,08 kg. Überhaupt war die Gewichtung komisch: Vier Tage im Biohof und einen Tag im konventionellen Hoif.

Fakten gab es im Beitrag nur wenige, auch war das ganze verzehrt, denn Bio ist nicht gleich Bio. Das war ein Vorzeigehof mit 45 bis 50 Schweinen (zum Vergleich: der konventionelle Betrieb hatte 2300) die Freilauf haben. Das ist nach EG-Bioverordnung nicht gefordert, der Platz den ein Schwein von 50 kg Gewicht einnehmen darf, beträgt für konventionelle Tiere 0,5 m² und bei Bio müssen es nur 0,8 m² plus 0,6 m² Freilauf sein. Also so viel besser ist das auch nicht. (In einem mit 40 Personen voll besetzten Reisebus hat man übrigens genau die 0,5 m² Platz) Aber ein Faktum war interessant und das zeigt die ganze Misere: Beim Fleisch ist dem so, dass der Züchter 26% des Preises bekommt, der Schlachter 13% und der Markt 53%, der Rest ist dann die MWST. Bei Biofleisch verdienen die Züchter nicht mehr sie haben nur höhere Kosten hinsichtlich Arbeitsaufwand und Futter. Sie geben sie an die oberen Stufen einfach weiter. Es wird aber doppelt so teuer wie „Billigfleisch“ weil jeder proportional aufschlägt. Also der Schlachter verdient doppelt so viel dran, obwohl er nicht mehr Arbeit hat, der Handel verdient 100% mehr. Würde man die Verdienstspanne dieser beiden Teile auf den des konventionellen Fleisches senken, so wäre Biofleisch nur um 26% teurer als konventionelles und würde anstatt rund 7 Euro pro Kilogramm knapp 9 Euro kosten, anstatt 12.

Wie immer profitieren andere, nur nicht die Bauern und die Tiere. Denn würde Bio nur ein Viertel mehr kosten, so bin ich überzeugt würden es auch mehr kaufen. Die zweite Alternative ist es weniger Fleisch zu essen. Ich esse seit Jahresbeginn nur noch Fleisch und Wurst jeden zweiten Tag, wodurch sich mein Konsum halbiert hat, eventuell sogar noch geringer ist, weil ich nun Probleme habe Wurst zeitnah zu verbrauchen und auch an „Fleischtagen“ (abwechselnd Tage mit/ohne Fleisch zu machen ist für mich die einfachste Möglichkeit das durchzuhalten) abends Käse oder was anderes esse, weil 100 g Wurst an der ich normalerweise 3 Tage lang esse nun für 6 Tage reichen muss und dann ist sie nicht mehr frisch.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.