Landwirtschaft und Landwirte

Auf zweier meiner üblichen Wege gibt es seit Neuestem zwei Kreuze in der Landwirt(e) auf die seiner/ihrer Ansicht nach sie benachteiligte Politik hinweisen. Es geht genauer gesagt um einen Volksentscheid zum Bienenschutz, der hier geplant war, aber nach einem neuen Gesetz von der Landesregierung für den Bienenschutz wohl vom Tisch ist. In einem Kreuz werden die Verbraucher angegriffen sie nach der Meinung des Plakats lieber Gemüse und Obst aus dem Ausland anstatt einheimisches Obst kaufen und im zweiten wird der Tod der Biene Maja beklagt weil ohne Pestizide und Biozide (übrigens doppelt gemoppelt – jedes Pestizid ist immer auch ein Biozid) die Varroamilbe sie auslöscht. Continue reading „Landwirtschaft und Landwirte“

Alles steht still, das kibibyte, der Euro für die Näherinnen

„Alles steht still, wenn dein starker Arm es will“. Das war ein Spruch aus der Arbeiterbewegung und meistens bei Streiks benutzt. Beim aktuellen Streik der GDL müsste man wohl eher sagen: Diktatur des Proletariats. Wenn eine Gewerkschaft mit nicht mal 25.000 Mitgliedern den ganzen Bahnverkehr in der BRD lahm legt und so Millionen von der Arbeit aussperrt, am Urlaubsort hängen lässt, dann ist das schon eine Diktatur.

Nun ist meine Geduld mit der GDL schon seit 2008 erschöpft, wenn eine Gesellschaft für eine kleine Berufsgruppe einen eigenen Tarifvertrag aushandeln will, dann frage ich mich schon, warum diese nicht von einer größeren Gewerkschaft vertreten sein muss. Es ist ja im Prinzip eine Ein-Betrieb-ein Berufsgruppen-Gewerkschaft und widerspricht so dem Grundsatz der Gewerkschaften dass sich möglichst viele Arbeitnehmer zusammenschließen sollten, um schlagkräftig zu sein. Trotzdem kann diese Minigewerkschaft weil sie eben die Beinhaltet die man zum Fahren des Zugs braucht praktisch die gesamte Bahn lahmlegen und damit ist ungefähr die halbe Bevölkerung betroffen. Das gleiche gilt ja für die Pilotengesellschaft. Continue reading „Alles steht still, das kibibyte, der Euro für die Näherinnen“

45 Jahre Mondlandung – Liebesglück im Internet – Bio vs. Billigfleisch

Weil ich nicht so viel neues zu schreiben habe und auch nicht zu viele Satiren verfassen möchte (da fallen mir dauernd neue ein…) heute mal wieder ein kleiner Blog der sich um Sachen dreht die so gestern zutragen,

Das erste ist das Jubiläum 45 Jahre erste Mondlandung. Es ist bei uns in Deutschland kaum gewürdigt worden, obwohl und vielleicht gerade weil Weltraumdokumentationen sich in den letzten Jahren inflationär vermehrt haben. Ich kann mich nicht erinnern, das es so viele in den Achtzigern und frühen Neunzigern gab. Da gab es nur Spacenight. Ich glaube mit dem Spielfilm „Apollo 13“ und seinem enormen kommerziellen Erfolg gab es so eine Wende. Da wurde (vor allem den US-Sendern, aber auch den Deutschen) klar, dass Raumfahrt, vor allem bemannte Raumfahrt die Leute interessiert. Vielleicht muss auch einfach mal eine Generation vergehen bis ein Thema wieder interessant ist. Continue reading „45 Jahre Mondlandung – Liebesglück im Internet – Bio vs. Billigfleisch“

Geiz ist geil

Die Werbebotschaft ist zwar nun nicht mehr Bestandteil der Saturn-Werbung, aber es trifft doch die deutsche Mentalität. Es muss billig sein. Man muss sparen. Wir haben ja nichts zu verschenken und wer mehr bezahlt als nötig ist entweder reich oder dämlich, weil er nicht fähig ist das billigste Angebot zu finden.

Politiker sind ja seit zwei Jahrzehnten dabei die Dienstleistungsgesellschaft zu propagieren, also immer weniger sind im produktiven Gewerbe tätig und immer mehr bringen Dienstleistungen, dazu gehört eben Service, Bedienung, Beratung. Nur klappt das nicht bei einer Gesellschaft bei der Sparen das höchste ist und es billig sein muss. Das führte dann zu einer Explosion der 400 Euro Jobs, die dann zwar viel mehr in Arbeit bringt, nur können die nicht davon leben und sie zahlen kaum was in die Kranken- und Rentenversicherung ein, was deren Situation verschlimmert und bei der Rentenversicherung dann auch in Zukunft die Leute von Sozialhilfe abhängig machen wird. Continue reading „Geiz ist geil“

„Bio“ und konventionelle Landwirtschaft

Letzten Dienstag kam in der NDR Reihe „Doku 45“ ein Beitrag über konventionelle und biologische Landwirtschaft, speziell Tierzucht. besucht wurden ein Vorzeige Bio-Hühnerzüchter, ein Betrieb der konventionell Eier produziert, ein ehemaliger Bio-Schweinezüchter und ein heutiger Schweinezüchter und ein Forschungsmastbetrieb für Hähnchen. Die Frage drehte sich darum, was wohl die richtige Zuchtform ist, und wie sich jeder denken kann – es gibt keine richtige. Trotzdem war es interessant. Der konventionelle Zuchtbetrieb hält Hühner in Kleingruppen, Boden und Freilandhaltung und die Inhaberin meint Kleingruppenhaltung wäre besser für die Tiere. Und die Hühner sahen gesund haus, munter und hatten keine Ähnlichkeit mit den Bildern von Legebatterien die man so kennt. Der Biobauer vertritt natürlich die Meinung, dass seine Hühner sich frei bewegen können müssen und scharren können. Deswegen versetzt er seinen mobilen Stall alle paar Wochen, was selbst bei Biobauern ungewöhnlich sein soll. Nur so ist gewährleistet dass sich durch sie Exkremente keine Krankheiten ausbreiten. Trotzdem gibt es Probleme wenn Tausende von Hühnern zusammen sind – sie können kaum eine soziale Hierarchie ausbilden. Anders als in den Kleingruppen.

Der Forscher, der auch Masthähnchen zu Forschungszwecken züchtet, vertritt die Meinung das Leben in einer Halle mit wenig Platz nicht gegen die Natur wäre – sie wären nichts andere gewöhnt und zieht den Vergleich zwischen Stadt- und Landkindern. Der Exbiobauer hat aufgehört Schweine zu ziehen, weil ohne Zusatzfutter die Ferkel zu wenig Nahrung von den Sauen bekamen und so schwarze Ohren bekamen und er es nicht als gesund für die Tiere ansah. Er meint, auch Bio-Landwirtschaft wäre nicht so, wie es sich die Tiere wünschen, denn dann müssten die Tiere so viel Platz haben wie Wildschweine – nämlich maximal 60-80 Tiere pro km. Selbst der Biobauer sagt, er kann seinen Tiere nicht viel Auslauf bietet sondern nur einen Freilaufteil und einen Stall. Mehr sei auch bei Bio nicht möglich. Continue reading „„Bio“ und konventionelle Landwirtschaft“