Parlament

So heißt eine zehnteilige Serie, die auf One derzeit läuft, aber natürlich auch in der Mediathek abgerufen werden kann. Ich bin auf sie durch die Trailer gestoßen, und ich möchte sie euch empfehlen.

Zuerst einmal: die Serie ist in Originalsprache gedreht und untertitelt. Sicher kein Problem für jüngere Blogleser, die mit dem Internet und damit Kommunikation in Englisch sowie Originalserien bei Netflix und Co aufgewachsen sind, aber wer wie ich, nach dem Abi 20 Jahre lang kein Englisch gebraucht hat und seitdem vor allem auch nur beim Lesen tut da schwer. Zudem reden die Franzosen natürlich meist französisch. Also ich konnte noch bei den native englisch sprechenden Briten noch der Handlung folgen, ansonsten nicht. Aber es ist alles untertitelt. Was mich verwirrte, ist auch das die Originalversion (OV) untertitelt ist, man möchte ja meinen, die sollte nicht untertitelt sein für Leute, die französisch und englisch verstehen, die Untertitel lenken ja ab und ziehen Aufmerksamkeit auf sich. Aber der einzige Unterschied scheint zu sein, das eine Deutsche gespielt von Christiane Paul, in der OV-Version, wenn sie mit Franzosen spricht, französisch redet und in der normalen Version deutsch. Bei den seltenen Dialogen mit ihrem Assistenten bleibt sie aber auch dort im Deutschen. Der wiederum spricht immer englisch oder französisch, wenn er mit den anderen Beteiligten redet. Also nicht ganz logisch umgesetzt.

Aber warum geht es? Es geht um die EU, konkret das Europaparlament. Hauptfiguren sind drei Assistenten, die ihren Abgeordneten zuarbeiten. Der Hauptdarsteller Samy kommt gerade frisch in das Parlament und soll das „Finning“, das Abscheiden von Haiflossen bei den lebenden Tieren und das Zurückwerfen dieser ins Meer stoppen. Er gerät sofort in Schwierigkeiten, weil die Fischlobby das Verhindern will, viele EU Länder erst mal fundamental neue Regeln für die Fischerei haben wollen und es Fronten gibt, in Spanien sogar durch das Land (Katalonien). Er scheitert und versucht dann die Vorlage doch irgendwie durchzubringen, dieses Thema zieht sich durch alle Folgen.

Seine Kollegin hat eine Abgeordnete, die für den Brexit stimmte, dann aber plötzlich feststellt, dass sie dann keine Abgeordnete ist und das Gehalt verliert. Sie versucht daher einen neuen Job zu finden. Das klappt aber nicht.

Gegenspieler des Franzosen ist ein deutscher Assistent von „Ingeborg“, von der Hexen Albträume haben, das Zitat stammt aus der Serie. Ihre Rolle ist nicht ganz klar. Denn mal ist sie für und mal gegen die Vorlage.

Das Schöne an der Serie ist, dass sie so ziemlich alle Vorurteile, die es gibt, einbaut. Der Abgeordnete von Samy weiß nach drei Jahren praktisch nichts von der EU und was er eigentlich machen soll, nicht mal, wie das Postsystem im Haus funktioniert. Die britische Abgeordnete ist strunzdoof und schafft gerade mal ein 50 Teile Puzzle der englischen Flagge. Daneben ist ihre Hauptbeschäftigung das Reisen rund um die Welt und sie geht in zwei Monaten 56-mal von Brüssel nach London, um Cats zu sehen. Ingeborg wird dagegen als deutscher Drachen gezeichnet. Samy wird vor einer attraktiven Schwedin gewarnt, sie wäre ein Nazi – weil jeder genau das Gegenteil dessen ist, was der Parteiname aussagt und sie wäre von den schwedischen Sozialdemokraten.

Eine sehenswerte Serie.

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