Wenn es nicht ausgemustert wäre, müsste man es erfinden

Ich lese ja gerade Heppenheimers Buch über die Entwicklung des Space Shuttle, sehr interessant, und da kam mir auch wieder die Tragik des Programms in den Sinn. Das Hauptproblem war, dass es für das was es ausführte zu teuer war. Es waren entweder Satellitentransporte oder bemannte Kurzzeitmissionen z.B. mit dem Spacelab. Als es endlich richtig eingesetzt werden konnte wurde es ausgemustert. Zur Versorgung der ISS muss man heute Sojus Kapseln starten, wo die Amis pro Sitz rund 60 Millionen Dollar zahlen, oder Versorgungstransporter, die nur einmal verwendbar sind und nur ein Drittel der Startmasse als Nutzlast transportieren. Dafür zahlt die NASA 3,5 Milliarden für 20 t, eine Menge die zwei Shuttleflüge transportieren könnten. Ich habe das schon mal thematisiert. Das Space Shuttle wäre für die NASA billiger gewesen als sie Transporter. aber lassen wir das.

Machen wir mal wieder ein Gedankenspiel. Nehmen wir mal an, die NASA hätte sich 2006 entschlossen anstatt den COTS Transportern Cygnus und Dragon und dem noch zu bauenden CCDev Traumschiff ein neues Shuttle zu bauen, diesmal aber eines das mit einer Rakete gestartet wird kleiner ist, und den Anforderungen für den ISS Transport genügt, und auch die Lehren aus dem Shuttleprogramm zieht, also z.B. einen einfacher zu wartenden Hitzeschutzschild.

Also mal die Randbedingungen skizziert: (mehr …)

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Warum hat das Space Shuttle Delta-Flügel?

Nun ich wette, einige können hier die Antwort geben und murmeln etwas wie „Querreichweite“ oder „Crossrange“ in den Bart. In der Tat unterscheidet sich das Space Shuttle von allen anderen jemals geplanten Raumgleitern durch die großen Deltaflügel. Alle anderen, Von Dyna-Soar über die X-15, zu Konzepten wie die X-24B oder X-37 oder auch Hermes haben kleinere Stummelflügel. Nur das Space Shuttle und die russische Buran haben so große Tragflächen. (mehr …)

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Die weltgrößte Rakete – das Rätsel

So, mal Zeit im Sommerloch euch mal was zum Knobeln zu geben. Ein Super-beliebtes Thema sind ja Schwerlastraketen. Ich will einen kleinen Wettbewerb starten. Gesucht ist die Trägerrakete mit der größten Nutzlast für

  • LEO (9600 m/s mit Verlusten)
  • Mars (13300 m/s mit Verlusten)

Bevor ihr nun schon in Gedanken 1 Million Merlin 1D bündelt, es gibt einige Regeln, damit es nicht zu unfair wird: (mehr …)

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Macht noch mehr aus der Angara

Trotz der neuen Oberstufe (siehe gestern: http://www.bernd-leitenberger.de/blog/2013/08/14/macht-mehr-aus-der-angara/) braucht man noch immer vier verschiedene Stufen. Die Technik des Treibstofftransfers bietet jedoch die Möglichkeit, Abhilfe zu schaffen. Hierbei wird das Triebwerk des zentralen URMs über Leitungen von den anderen URMs mit Treibstoff versorgt, bis diese leer sind und abgeworfen werden. Dadurch sind die Tanks der Zentralstufe zu diesem Zeitpunkt noch voll, was gegenüber dem bisher vorgesehenen Herunterfahren des Triebwerks die Nutzlast soweit erhöht, dass der Block I entfallen kann. Dass solche Treibstofftransfers machbar sind, hat das Space Shuttle gezeigt. Soweit ich weiß, ist diese Technik außerdem für die Delta IV und die Falcon Heavy geplant. (mehr …)

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Macht mehr aus der Angara

Seit einer gefühlten Ewigkeit entwickelt Russland die Raketenfamilie Angara, um vom Ausland unabhängig zu werden und eine Standardisierung zu erreichen. Ich finde, dass das Konzept nicht so ganz gelungen ist. Obwohl für ihre Klasse hocheffiziente Triebwerke verwendet werden, ist die Nutzlast geringer als bei anderen, gleich großen Raketen. So wiegt die Angara A5 mit ähnlicher Nutzlast gut 70t mehr als die Proton, welche darüber hinaus weniger gute Triebwerke einsetzt. Um diesen Missstand zu beheben, könnte die F23 (siehe gestriger Artikel: http://www.bernd-leitenberger.de/blog/2013/08/13/eine-russische-standardoberstufe/) auch auf der Angara anstelle der Briz M eingesetzt werden. Bei der Angara 1.2 kann auch der Block 1 ersetzt werden. Zur Berechnung habe ich die gleiche Methode wie bei der Sojus/Proton/Zenith angewandt. Für die Angara 1.1 und 1.2 gibt es viele verschiedene Angaben zur Befüllung der Tanks. Ich habe mich grundsätzlich an den Angaben aus Bernds Buch orientiert, wobei es auch hier Widersprüche gab. (mehr …)

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