Über den Mond in den GTO

Ich habe wieder mal an meinem Programm gearbeitet, diesmal für ein Spezialproblem: Das Erde-Mond Problem. Den Mond als Einflussgröße kann man ignorieren, solange man ihm nicht zu nahe kommt. Doch kann man ihn auch nutzen?

Zuerst zu den Grundlagen. Nach dem Gravitationsgesetz nimmt die Anziehung eines Körpers proportional zu seiner Masse zu und umgekehrt im Quadrat zu dem Abstand ab. Bei jedem System von zwei Körpern kann man so eine Einflusssphäre definieren, in der ein Körper eine höhere Anziehungskraft hat. Bei dem Erde-Mondsystem ist der Mond 81-mal schwerer als die Erde. Der Abstand, wo der Mond eine höhere Anziehungskraft hat, liegt also neunmal (Wurzel aus 81) so weit von der Erde wie vom Mond entfernt. Nimmt man diesen dazu, so ist es 1/10-tel des Gesamtabstands von 384400 km von den beiden Zentren also rund 38.440 km von dem Mondzentrum entfernt. Sobald eine Mondmission diesen Abstand passiert hat, beschleunigt sie wieder. (mehr …)

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Neue Träger von SpaceX: Die Falcon 1S und Falcon 6

Wer seine Raketen schon vor dem Start sprengt, und dem die Kunden abspringen, muss ab und an auch mal was positives berichten. So hat Gwwn Shotwell auf der Small Satellites Conference zwei neue Träger angekündigt. Dagegen gibt es von Musk seit Trumps Wahlsieg keine Twitter Meldungen mehr und auch sonst hält sich Musk bedeckt, was schon die Spekulationen anfeuert, er würde unter Trump ein wichtiges Amt bekommen. Schließlich haben schon ernannte Personen von Trump angekündigt, das vieles in der NASA privatisiert werden soll und die SLS eingestellt werden soll.

Doch zurück zu SpaceX. Die Small Satellite Conference befasst sich wie der Name schon sagt mit kleinen Satelliten, typisch unter 1 Tonne Gewicht. Wo die Grenze nach unten gezogen wird, ist unterschiedlich. Einige Vorträge befassen sich auch mit Cubesats die nur 1 kg wiegen. Der Markt boomt derzeit. Nicht nur Cubesats, für die gerade drei neue Träger entstehen (die Electron, LauncherOne und Firefly Alpha) sondern auch für kleine Satelliten. Google startet derzeit seine SkySAT-Satelliten. Jeder wiegt nur 110 kg und soll die Abdeckung und Aktualität von Google Maps verbessern. Zahlreiche kleine Länder beginnen nun kleine Erderkundungssatelliten zu starten. So hat die Vega schon Satelliten für Kasachstan, Peru und die Türkei gestartet. Klar, das auch SpaceX da mitmischen will. Zudem braucht die Firma für ihr eigenes Konstellationsprogramm einen Träger um Ersatzsatelliten zu starten, wenn mal einer ausfällt. (mehr …)

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Postfaktisch und das schwarze Jahr für die FDP

„Postfaktisch“ ist das (Un)Wort des Jahres 2016. Ich kannte postfaktisch als Wort nicht vorher. Als ich mit meinen bescheidenen Latein-Kenntnissen es zu „Nach den Tatsachen“ übersetzt hatte, wurde mir auch nicht klarer, was damit gemeint war. War das die Aktion, die folgt, wenn etwas auf dem Tisch liegt? Oder die Schlussfolgerung, die man daraus zieht? Nein es geht darum, dass man nicht nach den Fakten oder Wahrheit handelt, sondern nach Gerüchten oder falschen Fakten. Man könnte aber auch sagen: „Nach Gefühl“, oder „nach Gerüchten“ und das ist nun doch nicht so neu. Das gab es schon immer. Ganze Branchen, wie die Werbung leben davon, dass Leute z.B. nicht nach Notwendigkeit Dinge kaufen, sondern nach Gefühl, oder weil andere es toll finden oder es „in“ ist. (mehr …)

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John Glenn, Weihnachtsbräuche und die Weihnachts-Deadline

Irgendwie fallen mir in letzter Zeit keine großen Sachthemen mehr ein. Daher fülle ich mal den Blog mit etwas aus der Rubrik „Vermischtes“. Fangen wir mit dem Tod von John Glenn an. Dazu gibt es von mir nichts. Das hat zwei Gründe. Das eine ist, das ich nicht empfänglich für Personenkult bin. Das ist auch unabhängig von der bemannten Raumfahrt, so wird man bei mir auch keine Seiten über Wernher von Braun, Ziolkowsi, Oberth oder Godddard finden, obwohl die mehr für die Raumfahrt geleistet haben als jeder Astronaut. Vielleicht ist das auch so ein Grund, warum es bei der Konfrontation mit SpaceX-Befürwortern so rasselt. Für mich ist Elon Musk ein Spinner, der die Bodenhaftung verloren hat. Als ich als ich heute mal sahen wollte, wie viele Startaufträge die Falcon Heavy noch hat, sah haben sie ja ihre Webseite umgestaltet. Nun verkaufen sie keine Raketen mehr, sondern die Vision von „multiplanetary life“. (mehr …)

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Gravitationsverluste bei Niedrigschubbahnen

Ich habe nun mein Programm für Bahnberechnungen um einen Punkt erweitert, um auch Niedrigschubbahnen für Satelliten zu berechnen. Ich hatte zwar schon einen für Ionentriebwerke, doch der hat zum einen spezifische Eingangsparameter, die man nur für Ionentriebwerke braucht und nicht für Satelliten, zum andern wird man Ionentriebwerke wegen ihrer langen Brennzeit dauernd betrieben. Satellitentriebwerke dagegen nur kurz. Auf die Idee kam ich eigentlich durch meine Ergänzungen zum Vega Buch.

Eine der Dinge, die vor allem die DLR immer wieder betonte war, ja die Abhängigkeit von deinem ukrainischen Triebwerk. Deswegen gab es auch zwei Studien in Auftrag, ob man nicht eine eigene Stufe bauen könnte, die das AVUM und den Zefiro 9 ersetzen könnte. Ich wollte wissen, ob nicht auch ein 400-N-Satellitenantrieb anstatt dem 2.500 N-Antrieb reichen würde. Resümee: Bei vielen niedrigen Bahnen reicht, wie bisher, eine Zündung im Apogäum aus, um eine kreisförmige Bahn innerhalb der im Users Manual angegebenen Toleranzen zu erreichen. Bei höheren Bahnen können zwei nötig sein, sonst rutscht das Apogäum zu stark hoch. Das verlängert dann die Mission um rund 100 Minuten.

Doch wenn man die Routine schon mal hat, kann man die Frage von Gravitationsverlusten in Erdumlaufbahnen auch mal für Satelliten beleuchten. Und da bin ich beim heutigen Blogthema.
Zuerst mal: Warum geht es? Unter dem Begriff „Gravitationsverluste“ tummeln sich einige Dinge. So gibt es beim Aufstieg einer Rakete zwei Typen von Gravitationsverlusten. Zum einen, dass die Erde permanent die Rakete anzieht und so ein Schub, der die vertikale Geschwindigkeit aufbaut, verloren geht. Zum Zweiten auch die Hubarbeit, die eigentlich kein echter Gravitationsverlust ist, weil eine Umlaufbahn mindestens 150 km Höhe erreichen muss, sonst würde die Atmosphäre den Satelliten sofort wieder abbremsen. (mehr …)

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