Das Paretoprinzip

So heißt ein Fakt, das ich bis zum Nachschlagen für den Artikel nur als „80:20 Regel“ kannte. Die Wikipedia nennt es Paretoprinzip oder Paretoregel. Was ist damit gemeint? Besser als die Einleitung sind sicher die Beispiele in der Wikipedia, da die Regel nämlich nicht nur für die Zeit die man für bestimmte Projektabschnitt benötigt. Ich stieß darauf Ende der achtziger Jahre, als die ersten RISC Prozessoren auf den Markt kamen.

Eine Untersuchung zeigte dass von den Befehlen die ein Prozessor zur Verfügung hat nur 20% in dem größten Teil des Codes, 80 % aller Instruktionen verwendet wurden. Die anderen 80 % machten die restlichen 20 % des Codes aus. Daraus zogen Entwickler an amerikanischen Universitäten (wo das RISC Konzept damals neu belebt wurde) den Schluss, dass ein Prozessor, der nur 20 % der Befehle eines damals üblichen Prozessors verwendet insgesamt schneller sein könnte als dieser, weil er diese wenigen Befehle schneller ausführen kann, auch wenn er dann die nicht vorhanden Befehle durch mehrere elementare ersetzen muss. Für die Entwickler bedeutete das, dass die Komplexität des Chips geringer waren und damit eine eigene Chipentwicklung wieder möglich war, die bei den damals üblichen CISC Designs die Mittel einer Uni schon überschritten. (mehr …)

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Das Glück

Bei „Quarks & Co“ ging es um das Glück. Es wurde Bhutan vorgestellt. Ein kleines Land im Himalaja bei dem der Monarch die Steigerung des „Brutto-Inlandsglücks“ anstatt des Bruttosozialproduktes anstrebt. Das geschah durch Verbesserung der sozialen Maßnahmen, aber auch Naturschutz (60 % des Landes stehen unter Naturschutz), Erhaltung der Traditionen, z.B. muss man bei religiösen Feiertagen die traditionelle Kleidung tragen und der Baustil ist vorgeschrieben.

Untersucht wurde auch was glücklich macht. Es sind nach Untersuchungen Arbeit und Partnerschaft. Arbeit nicht wegen des Einkommens, sondern weil man etwas sinnvolles tut. Ich denke das letzte ist sogar das Ausschlaggebende. Etwas zu tun, and dem man Freude hat. Meistens ist es bei der Arbeit aber anders und Frust herrscht vor. In unserer Gesellschaft ist die Sicht ja anders – Arbeit dient dazu Geld zu verdienen und wird ja nur noch als „Job“ bezeichnet – nicht als „Beruf“, was ja von Berufung kommt.- Ich kann den Untersuchungen nur zustimmen. Bei meiner letzten Arbeitsstelle ging es vor allem um das Verwalten. Ich hatte dafür zu sorgen, dass ein Labor lief. Nach einem halben Jahr hatte ich es im griff und weitgehend die wichtigsten Sachen automatisiert. Sonst wurde nichts gefordert, man wurde auch nicht gefördert. So ging ich daran Eigene Programme zu schreiben, die Website aufzubauen. Jetzt schreibe ich Bücher. Betrachte ich beides unter kommerziellen Aspekten, dann wäre selbst ein Ein Euro Job lukrativer. Die Website in der einige Mannjahre stecken generiert rund 20 Euro pro Monat. Bücher sind zwar „lukrativer“, aber mit 20-25 Euro pro Titel und Monat bei etwa 2-3 Monaten Arbeit pro Band werde ich auch nicht reich. Aber darum geht es ja auch nicht, sondern um Zufriedenheit, was ja die Vorstufe von Glück ist. (mehr …)

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Kostenverschleierung

Mit nichts sind Raumfahrtbehörden so knauserig wie mit dem Veröffentlichung einer Zahl: Was kostet eine Raumfahrtmission? Hier hört die Freizügigkeit bei Daten auf, wie sicher jeder Raumfahrtinteressierte schon bemerkt hat. Eine Ausnahme ist nur gegeben, wenn man es geschafft hat, etwas besonders preiswert durchzuführen, wie dies bei Mars und Venus Express gelang. Bei der ESA ist es besonders schlimm. Hier ist man sehr zurückhaltend mit Angaben. Bei der NASA ist es besser. Üblicherweise enthalten die bei größeren Missionen veröffentlichten Presseinformationen Informationen über die Kosten.

Naturgemäß noch schwieriger ist es, die Kosten von Großprojekten zu ermitteln, vor allem wenn diese über lange Zeit laufen. Stunden der Recherche für die Ermittlung der Kosten der ISS und Ariane 5 über die Gesamtlaufzeit für meine Bücher zeigten mir aber System, das gerne durchgeführt wird: Das Töpfchensystem. Ich will es mal bei der ISS zeigen. Offiziell kostet die ISS rund 30 Milliarden Dollar. Das geht doch, wenn man bedenkt, das diese Summe seit 1985 also 25 Jahren aufgebracht wird. So sind das nur etwas mehr als 1 Milliarden pro Jahr. Nur einmal entschlüpfte der NASA bei einem Text in dem Budget für 2006 die Angabe von 100 Milliarden Dollar, die seitdem immer wieder zitiert wird. Doch selbst die Augustine Kommission gab 2009 noch die Kosten mit 31,5 Milliarden Dollar an. Wie kommt es zu solch großen Diskrepanzen? Nun ganz einfach: Man teilt die Ausgaben in Budgets ein und zählt bestimmte Budgets dazu oder nicht. Bei der ISS z.B. gibt es folgende Töpfchen: (mehr …)

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Grand Prix und Lena Meyer-Landruth

Diesmal lief es ja anders bei der Selektion des Liedes für den Grand Prix. Anstatt das die ARD eine Endausscheidung durchführt und man die Wahl zwischen meist schlechten Titeln und vielleicht einem Favoriten hat, machte  Pro Sieben eine Vorentscheidung und das Publikum (beim Finale auch über die ARD ausgestrahlt) stimmte dann in mehreren Runden über den Finalisten ab. Ich finde das Lied und die Interpretation gut. Es ist schön anzuhören. Was ihm fehlt ist die gängige Melodie, die man bei vielen Grand Prix Siegertiteln sofort im Ohr hatte – egal ob Waterloo, Keep your mind up, Whats another Year oder Ein bisschen Frieden. Aber es gab eben noch viele andere Siegertitel, an die man sich auch nicht erinnert. Das ist also nicht unbedingt ein Manko. Ob der eigenwillige Tanzstil aber ankommt? Vielleicht fehlt auch etwas Glamour.

Werden wir eine Chance damit haben? Nach Ansicht von Buchmachern ja. Ich bin da skeptisch. Die Erfahrung des letzten Jahrzehnts zeigte, dass es Abstimmungsklubs gibt: Länder die sich gegenseitig Punkte verteilen. Das sind die skandinavischen Länder (Island, Dänemark, Norwegen, Finnland, Schweden) untereinander, das sind die ehemaligen jugoslawischen Teilrepubliken und das sind die russischen Republiken. So verwundert es nicht, wenn die meisten Siegertitel in der letzten Zeit aus diesen drei Gruppen kamen – nur zwei waren es seit 1999 nicht. West- und Mitteleuropa das früher dominierte spielt keine Rolle mehr. (mehr …)

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