Eine wirtschaftlich und technische sinnvolle Trägerrakete

Da die Diskussion in meinem Beitrag über Russland aufgekommen ist habe ich mich entschlossen das Thema mal wieder aufzugreifen, obwohl ich mir sicher bin, schon mal einen Blog darüber geschrieben zu haben. Zuerst mal eine Nachlese zu tp1024: Bei der Sojus muss technische Umsetzung und rationale Fertigung unterschieden werden. Für eine Trägerrakete ihrer Zeit (nicht vergessen: Bis zur Sojus 2 wurden nahezu unverändert alle Triebwerke seit Beginn der 60 er Jahre verwendet) hat sie gute technische Werte, was Voll/Leermasse betrifft, spezifischer Impuls oder beförderte Nutzlast gemessen am Startgewicht. Natürlich ist heute mehr drin wie die Sojus 2 zeigt wo die Nutzlast durch ein modernes Triebwerk nur in der letzten Stufe schon um 1000 kg anstieg.

Das Problem ist dass Koroljow die Gesamtleistung auf 20 Brennkammern verteilt hat. Auch Block I hat vier Brennkammern. Da die Brennkammern fest eingebaut sind benötigt die Rakete noch weitere 12 kleinere Triebwerke als Verniertriebwerke. In der Sojus gibt es so insgesamt 36 Brennkammern in zwei Stufen. Die Fertigung so vieler ist einfach teurer als weniger stärkerer Triebwerke. (mehr …)

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BOD

Gestern Abend habe ich das Manuskript für den zweiten Band des Raketenlexikons auf den Weg gebracht und so wird es wohl in 1-2 Wochen erscheinen und in 3-4 Wochen bei Amazon erhältlich sein. Ich habe das dann für mich gefeiert mit ein paar Gläschen Wein. Normalerweise trinke ich fast keinen Alkohol, zumindest nicht seit ich meine Diät vor zwei Jahren abgeschlossen habe (wegen der leeren Energie). Aber das zweibändige Trägerraketenlexikon war etwas was für mich persönlich sehr wichtig war, das bis jetzt wichtigste Buchprojekt. Ich gehe sogar soweit zu sagen: Wenn es ein solches Buch schon vor 10 Jahren gegeben hätte, so würde die Website in ihrer heutigen Form sicher nicht bestehen. Denn es steht meiner Meinung nach alles drin, was echte Raumfahrtfans über die Träger wissen wollen. An diese Gruppe wendet sich auch das Buch. Ich habe anders als bei den ersten Büchern darauf verzichtet ein Einleitungskapitel über Technologien zu schreiben oder einen Index mit der Erklärung aller Abkürzungen. Dadurch ist mir auch klar, dass der potentielle Käuferkreis begrenzt ist. Das leitet mich über zu meinem heutigen Thema:

BOD oder Books on Demand

So heißt der Verlag bei dem ich publiziere und der Name ist auch Programm. Für jeden, der wie ich gerne schreibt, aber der nicht weiß ob er damit einen Publikumsrenner produziert ist dies ein Segen. Ein klassischer Verlag produziert eine kleine Auflage und das kostet erst mal. Dann fallen Lagerhaltungskosten an und wenn sich das Buch nur schleppend verkauft oder der Verlag annimmt das dem so ist wird er die Publikation ablehnen. Dann kann man mit dem Manuskript hausieren gehen von Verlag zu Verlag. Oder man produziert als Herausgeber selbst und streckt die Kosten für die Auflage vor und bekommt sie dann vielleicht irgendwann mal wieder. Wenn man Pech hat weil zu wenig verkauft wird auch nicht. (mehr …)

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Warum Raumsonden eine aktive Steuerung brauchen

So während der Upload des Buchblocks für Buch Nummer Sechs – und damit das letzte in diesem Jahr lauft ein neuer Blog. Etwas Reklame dafür gibt es dann wenn es in 1-2 Wochen lieferbar ist an dieser Stelle. Nachdem meine Kurzweilligen Blogs wohl keinen interessieren oder meine Blogleser Angst vor ihren Frauen haben und keinen Kommentar hinterlassen wollen, heute wieder einen tiefschürfenden Blogeintrag aus der Rubrik „Bernd erklärt die Raumfahrt“. Satelliten kommen ja im Extremfall ohne Steuertriebwerke aus. Für viele reicht es die räumliche Lage zu ändern. Das geht auch mit anderen Maßnahmen wie Drallrädern oder der Ausrichtung nach dem Magnetfeld mit metallenen und unter Spannung gesetzten Auslegern.

Kann man auch Raumsonden ohne Steuerungsmöglichkeiten bauen? Nun die ersten hatte keine, doch dazu später mehr. Fangen wir an mit einem ersten Beispiel. Wir schicken eine Raumsonde zum Mond. Nun gibt es erst mal Fehler beim Einschuss. Eine Stufe berechnet zwar die Bahn laufend neu, aber zwischen zwei Berechnungen beschleunigt sie weiter. Bei 10-20 Bestimmungen pro Sekunde und 0,5 – 2 g Beschleunigung resultiert ein Fehler von rund 1 m/s. Je langsamer die Stufe beschleunigt desto kleiner ist der Fehler. Bei der letzten Ariane 5 Mission waren es z.B. nur 0,3 m/s. (mehr …)

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Frauenzimmer

Da ich, solange mein PC gerade mal wieder funktioniert, den zweiten Band des Raketenlexikons fertig stellen will (das wird hoffentlich morgen der Fall sein), heute nur ein kleiner Blog mit einem seichten Thema, zur Unterhaltung. Ich habe nun ja auch Zeit nachmittags Fernsehen zu gucken und bin während meines Urlaubs da bei Frauenzimmer um 16:30 bei Vox hängen geblieben. Das ist so ne Art öffentlicher Kaffeeklatsch von einigen mehr oder weniger prominenten Frauen. Ich fand die Äußerungen ganz interessant, weil ich den Großteil nicht in der Öffentlichkeit wiedergeben würde. Eine der Damen ist z.B. Yasmina Fiali, die mit einem deutschen Ex-Profifußballer verheiratet ist. In den fünf Folgen die ich bislang gesehen hatte enthüllte sie, dass er nichts von Computertechnik versteht („Wo stecke ich das Kabel in den WLAN Drucker rein?“), zimperlich ist und bei kleinsten Beschwerden auf todkrank macht und dass sie nur so tut, als würde es sie interessieren wenn er über Fußball redet (und das bei einem Ex-Nationalspieler :-() Klingt für mich als würde die Ehe nicht mehr lange halten. Zumindest würde ich mich hüten so viel privates preiszugeben. Ansonsten wird auch viel gelästert aber man sieht auch die Unterschiede zwischen Männer und Frauen. (mehr …)

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Russland ist kein Vorbild

Heute bin ich mal in der Laune, mich wieder bei einigen unbeliebt zu machen. Rühri kann mich schon mal überall als Gegner der russischen Raumfahrt verunglimpfen. Ich bekomme ja immer wieder Mails und auch Kommentare hier im Blog, man möge doch diese oder jene russische Trägerrakete verwenden oder dieses russische Triebwerk und überhaupt hätten es die Russen raus wie man alles preiswert produzieren könnte und die ESA/EADS/Arianespace wären viel zu teuer.

Ich halte das für völligen Blödsinn

Warum? Nun weil verkannt wird, was die Preistreiber bei einer Rakete sind und wie sie produziert wird. Das teure an einer Rakete ist die Arbeit. Es werden so wenige hergestellt, das vieles nicht automatisierbar ist und selbst wenn, dann machen Kontrollen einen großen Kostenfaktor aus. Bei der Saturn V entfielen nur 6 % der Herstellungskosten auf die Materialen, 28 % auf die Fertigung und 66 % auf die Qualitätskontrolle. Eine Rakete ist vereinfacht gesagt so teuer, weil sie noch viele Leute von Hand daran arbeiten und vor allem viel kontrollieren und prüfen. Das machen in der Regel qualifizierte Techniker, die dafür gut bezahlt werden. Die Fertigung ist damit eher mit Einzelanfertigungen vergleichbar. Schon der Vergleich mit Großraumflugzeugen hinkt, weil dort schon mehr automatisiert wird und die Produktionsserien größer sind. Verglichen mit einem Flugzeugbau ist das wie der Vergleich der Fertigung der S-Klasse mit einem Maybach. (mehr …)

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