Warum soll ich kein kurzbrennweitiges Instrument kaufen?

In meiner losen Reihe für Astronomieeinsteiger widme ich mich heute einem sehr populären Fallstrick. Es ist der, dass man als Einsteiger ein kurzbrennweitiges Instrument kauft.

Ein Schlüsselparameter eines Teleskops ist die Brennweite. Da sie mit dem Durchmesser in Beziehung steht, gibt man oft das Verhältnis von Brennweite/Durchmesser (F//D) an. Diese Größe ist auch in der Fotografie bekannt und dort als Blende bekannt. Dann steht auf einem Objektiv meistens 1:1.8 sprich die Brennweite beträgt die 1,8-fache Öffnung. Da die Brennweite mit der Öffnung ansteigt, wäre es eigentlich korrekter von einem Instrument mit kleiner Blende zu sprechen. Continue reading „Warum soll ich kein kurzbrennweitiges Instrument kaufen?“

Einführung in Teleskope – Teil 1

Ich habe ja in meiner Website auch einen Teil über Teleskope und eine Beratung dazu und ich will das Thema nun in einer losen Reihe auch im Blog aufnehmen. Heute geht es um die nackten technischen Daten und ihre Bedeutung.

Gerne werden Teleskope verglichen mit dem menschlichen Auge, doch das ist kein besonders guter Vergleich. Zuerst einmal haben wir zwei Augen, während ein Teleskop nur einen Einblick in ein Okular erlaubt (es gibt auch Binokularaufsätze, doch dieses Extra ist recht teuer und es gibt dann andere Nachteile). Die Veränderung merkt jeder, wenn er ins Okular blickt, es ähnelt ein bisschen dem Blick in eine Röhre. Wer mal ein Auge abdeckt merkt auch so, wie sich das beim Sehen auswirkt. Continue reading „Einführung in Teleskope – Teil 1“

Optikgesetze am Beispiel des neuen Aufklärungssatelliten Deutschlands

In meiner beleibten Rubrik „Bernd erklärt die (technische) Welt“, heute angesichts der Meldung (allerdings bisher nur durch SpaceNews, also noch nicht bestätigt), dass es neuen Aufklärungssatelliten für zivile/militärische Nutzung für Deutschland geben soll.

Folgende Eckdaten sind bekannt:

  • Auflösung bis zu 50 cm monochrom, 2 m in Farbe
  • Breite des Bildstreifens: 36-60 km, abhängig von der Auflösung
  • Betriebsdauer >5 Jahre
  • Gewicht 820 kg

Was kann man nun mit diesen Daten über die Optik sagen? Nun dazu muss zuerst mal neben der Auflösung auch die Entfernung bekannt sein. 1 m Auflösung aus 1 km Entfernung erfordert eine andere Optik als 1m aus 100 km Auflösung. Eine Lebensdauer von mindestens 5 Jahren macht einen mindestens 450 km hohen Orbit nötig. Sonst wird der Satellit vorher zu stark abgebremst und verliert an Höhe. Gehen wir also von dieser Höhe aus, da das kleinste optische System festlegt. Continue reading „Optikgesetze am Beispiel des neuen Aufklärungssatelliten Deutschlands“