Die ISS

In meiner allseits beliebten Rubrik „Gut das wir es besser wissen“ heute mal ein Plan für die ISS: Die Internationale Spar-Station. Eine Idee wie es auch hätte anders laufen können.

Was machte die ISS so teuer? Die Frage ist leicht zu beantworten:

  • Die lange Projektzeit. Seit erstem Entwurf bis zur Fertigstellung vergingen nur 25 Jahre. Bei einem Projekt dieser Größe fallen jedes Jahr enorme Summen an, egal ob es weiter geht oder nicht. Man kann das leicht im Budget der NASA von 2003-5 sehen als der ausbau stoppte, die ISS Kosten in voller Höhe aber weiter gingen. Je schneller sie also fertig ist desto billiger wird sie.
  • Transport mit dem Space Shuttle. Das ist nun wirklich die teuerste Möglichkeit die Elemente in den Orbit zu bekommen. Jeder Flug kostete rund 800 Millionen Dollar. Will man es billiger haben muss es unbemannt gehen.
  • Viele unterschiedliche Elemente – Einsparungen kommen vor allem durch den Einsatz standardisierter Elemente zustande

Daher mein Vorschlag für die ISS2 – Man vereinige das beste von Russland und den USA Continue reading „Die ISS“

Die ewige Diskussion über „man rated“

Wie ich einem Artikel über das Constellation Programm entnehme gibt es derzeit massive Vorschläge von Boeing und Lockheed ihre eigene Vorschläge für die Alternative zu Ares präsentierten. Sei sollen erheblich preiswerter als die Ares I werden – zwischen 3 und 6 Milliarden für die Delta IV Heavy. Die Ares I selbst ist mit einem Preisschild von 14.1-16.6 Milliarden Dollar versehen. Dabei entfallen die Hauptkosten bei diesen Alternativen auch auf das „man rated“ machen der Träger.

Die Frage ist: Ist dieser aufwand nötig? Machen wir einen Abstecher in die Geschichte: Die Atlas und Titan waren weitgehend unveränderte Serienexemplare. Sie waren niemals für bemannte Einsätze ausgelegt. Die Saturn dagegen schon eher. Dei Sicherheit bekam die Rakete aber durch zwei Aspekte: Rigorose Qualitätssicherung und Redundanz. Die Saturn 1B war nicht so „verlässlich“ eingestuft: Bei Skylab betrug sie nur 0.88 über die ganze Mission. Wichtig war es einen Fehler rechtzeitig zu erkennen und darauf zu reagieren. Dafür gab es das Designziel von 0.9973.

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Da war es wieder einer weniger

Am Donnerstag ging es durch die Nachrichten: Sealaunch ist bankrott, kann aber seine Geschäfte unter dem Gläubigerschutz (Chapter 11) weiter führen. Ursache war aber diesmal nicht die Wirtschaftskrise, sondern ein Fehlstart im Januar 2007, der nicht nur die Rakete für Monate an den Boden fesselte, sondern auch dazu führte, dass viele Kunden zu Arianespace und ILS wechselten.

Das hat mich etwas verwundert, weil ich Sealaunch für den stärkeren Konkurrenten von Arianespace ansah. Aus mehreren Gründen: Die Startplattform erlaubt Starts mit einer Bahnneigung von 0 Grad – anders als bei der Proton – durch den Start von Baikonur aus beträgt die Inklination 52 Grad. Entweder kostet es Nutzlast die Inklination abzubauen oder man lebt damit und der Kunde benötigt mehr Treibstoff um die geostationäre Bahn zu erreichen. Weiterhin ist die Zenit moderner und transportiert bei 480 t Startmasse dieselbe Nutzlast wie die Proton mit rund 700 t. Zuletzt hatte Sealaunch vor dem Fehlstart mehr Starts aufzuweisen, war also geschäftlich erfolgreicher. Continue reading „Da war es wieder einer weniger“