Mein Tipp an die US-Regierung

Es gibt wieder neues von SpaceX, nun fängt es sogar an persönlich zu werden. Da die Firma trotz Preisens ihrer Raketen wie Sauerbier keine Aufträge von der US-Regierung bekommt, prozessiert sie nun gegen diese. Zuerst gegen den Block-Buy der im Dezember 2013 abgeschlossen wurde und bei dem sie nicht beteiligt war (sie hatte keine einsatzbereite Rakete vorzuweisen – so was kann passieren wenn Raketen angeblich schon vor Jahren starten sollen aber es nicht tun und die Modelle mit denen man sich an der Ausschreibung beteiligen kann, einfach nicht mehr hergestellt werden…) und damit ULA es noch schwerer hat, gegen die Verwendung von RD-180 in der Atlas. Die Gewinne von NPO Energomasch würden bei Dmitry Rogozin landen, der auf der Sanktionsliste ist. Der antwortete in einem Tweet in der Art „Er empfehle die USA sollten mit einem Trampolin zur ISS aufbrechen“. Nun wurde vorgeschlagen die Triebwerke in den USA zu bauen. Das Gericht verhängte einen Kaufstopp für RD-180, der nun nach Einsprüchen von ULA und dem Justizministerium wieder aufgehoben wurde. Mal abgesehen von dem Verhalten von SpaceX, mit dem man sich sicher nicht beliebt macht (der Firma muss es schon ziemlich schlecht gehen wenn sie so ihren größten Kunden behandelt), bringt sie doch die Diskussion auf einen Punkt: wie unabhängig will ich sein? Continue reading „Mein Tipp an die US-Regierung“

COTS

Das Commercial Orbital Transportation Services, kurz COTS ist ein Programm das ich mal heute näher beleuchten will. Es wurde im Januar 2006 engkündigt mit dem Ziel, die ISS privat zu versorgen bis ihre Orion Kapsel zur Verfügung steht. Dabei geht es um den Transport von Fracht unter Druck, ohne Druck und Rücktransport zur Erde. Die Wikipedia führt auch den Mannschaftstransport auf, doch habe ich keine Ausschreibung gesehen, bei der die NASA dies wirklich privat durchführen will.

Im Mai 2006 gab es die ersten Finalisten und gewählt wurden SpaceX und Kistler. Nicht das Boeing und Lockheed sich nicht auch beteiligt hätten – das taten sie mit adaptierten Versionen des HTV und ATV auf US-Trägerraketen. Aber die NASA bevorzugte die Newcomer. SpaceX bekam 278 Millionen Dollar und Kistler, damals schon pleite, 207 Millionen, von denen die bankrotte Firma noch 32,1 Millionen einstreichen konnte bevor die NASA das merkte und in einer zweiten Runde an OSC die restlichen 170 Millionen ausgab. Continue reading „COTS“

Da war es wieder einer weniger

Am Donnerstag ging es durch die Nachrichten: Sealaunch ist bankrott, kann aber seine Geschäfte unter dem Gläubigerschutz (Chapter 11) weiter führen. Ursache war aber diesmal nicht die Wirtschaftskrise, sondern ein Fehlstart im Januar 2007, der nicht nur die Rakete für Monate an den Boden fesselte, sondern auch dazu führte, dass viele Kunden zu Arianespace und ILS wechselten.

Das hat mich etwas verwundert, weil ich Sealaunch für den stärkeren Konkurrenten von Arianespace ansah. Aus mehreren Gründen: Die Startplattform erlaubt Starts mit einer Bahnneigung von 0 Grad – anders als bei der Proton – durch den Start von Baikonur aus beträgt die Inklination 52 Grad. Entweder kostet es Nutzlast die Inklination abzubauen oder man lebt damit und der Kunde benötigt mehr Treibstoff um die geostationäre Bahn zu erreichen. Weiterhin ist die Zenit moderner und transportiert bei 480 t Startmasse dieselbe Nutzlast wie die Proton mit rund 700 t. Zuletzt hatte Sealaunch vor dem Fehlstart mehr Starts aufzuweisen, war also geschäftlich erfolgreicher. Continue reading „Da war es wieder einer weniger“