Die Mär von den explosiven Feststoffboostern

Den heutigen Artikel habe ich schon am 24.1. verfasst. Da aber völlig egal ist was ich schreibe, weil die Leute ja sowieso wild kommentieren und das Thema des Blogs ignorieren kann ich ihn genauso gut aus der Schublade holen.

In einem Interview hat sich Musk mal wieder über Ares/Orion und Falcon 9/Dragon geäußert. Seiner Meinung nach sind die letzten viel zuverlässiger, weil sie früher zur Verfügung stehen und die Ares I und Orion noch nicht mal im design fertig seien. Ob das stimmt sei mal dahin gestellt. Zu dem Interview gäbe es eine Menge zu diskutieren, so ob eine Rakete und eine Kapsel die noch nicht erprobt wurden, auf unerprobter Technik basieren und von einer Firma entwickelt werden, die keinerlei Erfahrungen in der Raumfahrt hat aber 4 Jahre vor Orion/Ares zur Verfügung stehen unbedingt besser ist als dieser Entwurf der auf erprobten, aber in dieser Konstellation noch nicht eingesetzter Hardware basiert. Angesichts der Probleme bei der Falcon 1 und Verzögerungen auch bei anderen völlig neu entwickelten Raketen, wenn es Probleme gab, würde ich den Zeitfaktor nicht sehr hoch bewerten.

Aber in einem zeigt Musk, dass man als CEO nix verstehen muss: Er hält die Shuttle-SRB für „dangerous“ weil „7 astronauts lost their life“. Aha. Und wie ist das passiert? (mehr …)

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Kritisches Nachrechnen für SpaceX Anhänger

So, so, so was lese ich da im Raumfahrer.net Forum, man kann die Tatsachen die ich anführe, mangels Wissen nicht nachvollziehen und muss sich daher auf die PR Angaben verlassen (die sind natürlich viel verlässlicher als technische Angaben….). Nun denn, dem kann man nachhelfen. Hier einmal etwas „SpaceX Kritik für Dummies“, also ohne Raumfahrtvorkenntnisse.

Ich konzentriere mich nur auf eine von vielen falschen Angaben, nämlich den Angaben zur ersten Stufe der Falcon 9. Lesen wir mal diese Seite durch: Wir entnehmen dieser Seite folgende Angaben:

  • Die Falcon 9 wiegt beim Start mindestens 332.800 kg
  • Sie hat zwei Stufen.
  • Der Startschub beträgt 4940000 N
  • Sie setzt 9 Merlin 1 Triebwerke ein

Weiter unten finden wir folgende Angaben zum Merlin:

  • Schub auf Meereshöhe 556 kN
  • Schub im Vakuum 617 kN
  • Spezifischer Impuls Meereshöhe: 275 s
  • Spezifischer Impuls Vakuum 304 s

Nun benötigen wir, um die Treibstoffmenge der ersten Stufe auszurechnen, noch deren Brennzeit. Die gibt Elon Musk in einem Interview an. (mehr …)

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Warum mich SpaceX nervt

Der eine oder andere hat es schon gemerkt: Meine Blogs beschäftigen sich vor allem mit dieser Firma. Der Grund ist recht einfach: Diese Firma nervt. Ich will an dieser Stelle mal begründen warum.

Punkt 1: Die Informationspolitik

Wer sich für Raumfahrt interessiert weiß, dass hier heute vieles im Argen ist. Auch bei Trägerraketen wird es schwieriger an technische Informationen zu kommen. Zu sehr dominieren Geschäftsnachrichten die Meldungen. Das Problem bei SpaceX ist dass die Websites zugekleistert ist mit Updates, die technische Angaben verstreut im Fließtext enthält. Vor allem aber sind sie nicht genau. So beziehen sich die Nutzlastangaben der Falcon auf ein zukünftiges „Block II Design“. Die anderen spärlichen Angaben aber auf das „Block I Design“. Daneben stimmen Terminpläne nicht. Launchmanifeste werden dann angepasst wenn jeder merkt dass der geplante Starttermin längst verstrichen ist usw.

Dazu kommt die gebetsmühlenartig wiederholte Leier, wie toll und zuverlässig ihre Rakete oder ihr Raumschiff ist – ganz im Gegensatz zu erreichten 40 % Zuverlässigkeit oder der persönlichen Einschätzung von Musk, dass es eine „70-80 % Chance gibt den Orbit zu erreichen“ für den Jungfernflug der Falcon 9. Wie sollen da erst Kunden auf die Idee kommen diesen Träger zu buchen? (mehr …)

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SpaceX – mal wieder

Also ehrlich gesagt, ich hätte mir etwas mehr Interesse an dem philosophischen Thema von Thomas. Ich muss sagen, dass ich alles viel pragmatischer sehe: Weltraumfahrt umfasst für mich das was in absehbarer Zeit verwirklichbar ist. Kolonisierter gehören zu Science-Ficton und einige Abenteurer Vorstellungen auch. Obwohl auch Weltraumfahrt, finde ich den Teil der Merchants betrifft nur bedingt interessant. Kommunikationssatelliten mögen wichtig sein, aber nicht besonders faszinierend. Ich bin nach der Einstufung wohl eine Mischung von Forscher und Techno-Freak, aber sicher mehr Forscher.

Doch nun mal dass Buzz Word rausgezogen für hohe Blog Lesequoten – SpaceX. Die haben nämlich heute ihren letzten Start einer Falcon 1 durchgeführt – erfolgreich. Aber da sie schon im nächsten Jahr durch die Falcon 1e abgelöst werden soll wird sie trotzdem in Erinnerung bleiben als eine der Raketen mit der schlechtesten Zuverlässigkeit (und dies obwohl ihr Prospekt doch so die Zuverlässigkeit eher ausstreicht). (mehr …)

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Beim vierten Anlauf klappts

Gestern hat sie es im vierten Anlauf noch geschafft tatsächlich einen Orbit zu erreichen. Die Falcon 1. Ist damit alles gut? Nein. Es stehen noch viele Starts an. bevor in denen sie zeigen muss wie zuverlässig sie ist. Von SpaceX gab diesmal keinen Webcast mehr und die Firma will das Video erst später veröffentlichen. Nur Statements die teilweise falsch sind (so sollen 5200 m/s für einen Orbit ausreichen). Der Orbit ist auch nicht der geplante. Es war ein höherer Orbit geplant, was auf eine Underperformance der Rakete schließen lässt. Man wird die Nutzlast wohl weiter reduzieren müssen (aufgrund der Angaben über Brennzeiten und dadurch verbliebenen Resttreibstoff kann man erreichen, dass die Falcon in diesen Orbit etwa 160 kg mehr transportiert hätte als sie es tat – das sind dann 330 kg.

Ich finde es belustigend, wie optimistisch Musk in verschiedenen Interviews trällert. Jetzt will er die Demonutzlast (die eigentlich vorgesehene wurde nicht gestartet) ja sogar von seinen Astronauten bergen lassen, die mal in seiner Dragon Kapsel starten. Sofern die jemals in die Lüfte kommt. Aber wofür das alles? Er hat nach eigenen Angaben etwa 100 Millionen Dollar in eine Rakete investiert, die eine Nutzlast von maximal 420 kg hat. Nimmt man noch die Angaben auf der Website für andere Beteiligungen hinzu, so kommt man bestimmt auf die doppelte Summe, also 200 Millionen. Das ist dann nicht mehr billig, die Vega Entwicklung kostet 262 Millionen Euro und ergibt eine Rakete mit 2500 kg Nutzlast. Macht man die Rechnung Millionen/kg Nutzlast, so ist die Vega eindeutig günstiger.

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