Ein Prozess gegen ALDI

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Heute kam mein Bruder und meinte eine Frau hätte einen Prozess gegen ALDI wegen ranziger Butter gewonnen. Sie hätte Geschenke und Ersatz abgelehnt und geklagt. Das hat mich dann doch etwas erstaunt. Als Lebensmittelchemiker muss man ja auch das Lebensmittelrecht kennen und das ist Strafrecht, sprich der Staat prozessiert, nicht ein Verbraucher, das wäre Zivilrecht. Mir war auch nicht klar was die Frau haben will. Sie kann Ersatz für die Ware verlangen, wenn sie gesundheitlich geschädigt ist auch Schadensersatz, doch das dürfte bei ranziger Butter fast ausgeschlossen sein. Die ist zum einen geschmacklich auffällig und selbst wenn man sie isst, dann ist sie immer noch ungiftig. Im Prinzip ist sie nur vorverdaut und in Fettsäuren und Glycerin aufgespalten. Vor allem müsste sie dann gegen den Hersteller produzieren und nicht gegen den Händler. Den trifft nur eine Schuld wenn er die Butter über das Mindesthaltbarkeitsdatum verkauft, aber nicht wegen der Ranzigkeit, sondern weil die Lagerungsdauer dann herabgesetzt ist: er muss diese Ware entweder entfernen oder besonders kennzeichnen. Continue reading „Ein Prozess gegen ALDI“

Foodwatch

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Vor zwei Wochen bekam ich eine Anfrage eines Foodwatch Mitarbeiters. Ob ich den Informationen über Separatorenfleisch hätte. Diesbezügliche Anfragen bei Herstellern würden nämlich nicht beantwortet. Das habe auch ich vorgezogen, denn ich halte von dem Verein nichts und deswegen greife ich ihn mal auf. Fangen wir mal an mit dem Separatorenfleisch. Ich kann gut verstehen, warum die Hersteller da keine Auskünfte vergeben. Zum einen ist das Thema schlecht besetzt, früher war Separatorenfleisch durch die Herstellungsweise von der Qualität minderwertig. Das ist heute nicht mehr der Fall und es gibt selbst für die Lebensmittelüberwachung keine Möglichkeit es nachzuweisen, wenn erst mal das Produkt erhitzt ist. Vorher hat man noch eine Chance bei mikroskopischer Untersuchung. Continue reading „Foodwatch“

Naivlinge und die Ampel

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Am Dienstag habe ich Maischberger angeschaut und es gab eine illustre Runde. Es ging um Ernährung, Kennzeichnung und Recht. Besonders fiel natürlich wieder Thilo Bode auf. Die Forderungen von ihm, bzw. dem von ihm vertretenen Vereins Foodwatch sind ziemlich naiv und die Unterstellungen sind schon ziemlich grenzgängig. Ich hatte ja mal einen von dem Verein an der Strippe. Wenn das umgesetzt wird, was die wollen, dann gibt es nur noch Premium-Lebensmittel für gutbetuchte und nur gesundes. Denn alles andere soll der Gesetzgeber verbieten.

Dann kam natürlich auch die Diskussion über die Ampel. Also die „Ampel“, die ja auch von Foodwatch propagiert wird, vergibt Farben für den Gehalt an Fett, gesättigten Fettsäuren, Zucker und Salz. Also dem was so gemeinhin schuld an so vielen Krankheiten sein soll. (Auch so ein Effekt: nicht nur die Kennzeichnung wird vereinfacht, auch die Sichtweise: Zucker ist böse, Ballaststoffe sind gut….). Nun was halte ich davon? Nichts. Denn der Wertmaßstab der Ampel ist absolut. Es gibt eben „grün“ für bestimmte Mengen und „rot“ für andere. Das ist deswegen weitgehend sinnfrei, weil es nicht das „Lebensmittel“ an und für sich gibt. Also tierische Lebensmittel sind tendenziell fettreicher, in jedem Falle reich an gesättigten Fettsäuren und sie enthalten auch Salz, selbst wenn keines zugesetzt wurden. Dafür wird selbst die Butter eine grüne Zuckerplakete bekommen, denn Zucker findet man nicht in tierischen Lebensmitteln, dafür in Obst. Nach der Ampelkennzeichnung erhalten dann praktisch alle Obstsorten eine gelbe Plakette und viele auch eine rote. Sind sie deswegen ungesund? Continue reading „Naivlinge und die Ampel“