Die schwere Suche nach NEOs

Derzeit läuft immer noch die Studie für NeoCam. Sie ist die aktuelle weltraumbasierte Mission der NASA zur Suche nach Near Earth Objects (NEOs). Der Kongress hatte 2005 der NASA 15 Jahre Frist gegeben, 95 % der NEOs über 140 m Größe innerhalb der nächsten 15 Jahre zu finden. Die Frist läuft nächstes Jahr ab. Bisher hat man 30 % gefunden. Also so richtig ernst scheint man das Thema nicht zu nehmen. Selbst wenn NeoCAM startet übrigens nicht vor 2025 und braucht 10 Jahre um das Kongress-Ziel zu erreichen. Das heißt anstatt 15 Jahren wird die NASA 30 Jahre zur Umsetzung brauchen. Nicht das man es nicht versucht hätte: Seit 2006 gab es nicht weniger als sechs Vorschläge die Mission umzusetzen (die letzten fünf im Discoveryprogramm), doch selektiert wurde sie nie. Continue reading „Die schwere Suche nach NEOs“

Merkel rettet die Welt!

Der folgende Brief ist fiktiv, nicht jedoch das Anliegen.

Liebe Frau Bundeskanzlerin,

Da Ihnen das Thema Bildung und Forschung so sehr am Herze hängt, möchte ich Sie auf einen Missstand aufmerksam machen: Den Verfall der astronomischen Forschung in Deutschland. Seit der sozialliberalen Koalition hat Deutschland kein Großteleskop mehr in Betrieb genommen. Währenddessen hat der Instrumentenbau große Fortschritte gemacht. Waren die in den siebziger Jahren in Betrieb genommenen 2,5 und 3 m Teleskop noch auf der Höhe ihrer Zeit so sind sie heute eher kleine Instrumente. Aktuelle Teleskope verwenden Spiegel von 8 bis 12 m Größe.

Deutschland hat eine lange astronomische Tradition. Kepler entdeckte die nach ihm benannten Gesetze, Herschel den Planeten Uranus, Galle war an der Entdeckung von Neptun beteiligt. Herzsprung bestimmte die Spektralklassen der Sterne, Frauenhofer entdeckte die Absorptionslinien von Elementen in der Sonne und erfand den farbreinen Achromaten. Weizenäcker klärte den nach ihm benannten Fusionszyklus in den Sternen auf. Continue reading „Merkel rettet die Welt!“

Die Suche nach NEO’s

Ich lass kürzlich diesen Artikel bei Space.com über eine Mission um NEO’s zu erfassen. NEO’s sind Near Earth Objects, also Asteroiden (oder Planetoiden) welche sich nahe der Erdbahn befinden. Es ist unbestritten, dass ab und an einer dieser auf der Erde einschlägt (siehe auch mein Artikel über Amargeddon). Nach einer Theorie, die Aussterbewellen in einen zeitlichen Zusammenhang bringt von den Entdeckern des Chicxulub Kraters, schlägt ein besonders großer Brocken alle 26 Millionen Jahre bei uns ein. Da haben wir aber noch einige Millionen Jahre Zeit bis der nächste ansteht.

Was ist nun von der Mission zu halten? Ich meine nichts. Ich möchte mal die Suche nach NEO’s als ein Ziel annehmen, das erstrebenswert ist. Darüber könnte man debattieren, da es bis heute keine Pläne zur Abwehr gibt. Immerhin wäre eine Warnung und Evakuierung möglich. Doch benötigt man dazu eine Raumsonde? Die postulierte Raumsonde soll 638 Millionen Dollar kosten und in einen Orbit innerhalb des Erdorbits in der Nähe zur Venus gelangen. Continue reading „Die Suche nach NEO’s“

NEO (Near Earth Observation)

LutetiaDie Erforschung von Asteroiden ist wie bei Kometen nicht ganz einfach. Die meisten davon befinden sich zwischen Mars und Jupiter. Bislang gab es zwei Möglichkeiten sie zu untersuchen. Das eine waren Stippvisiten durch Raumfahrzeuge ins äußere Sonnensystem, bei denen man die Bahn so abänderte, dass sie einen Asteroiden passieren konnten. Das waren bei Galileo die Asteroiden Gaspra und Ida. Bei NEAR war es Mathilda und bei Rosetta waren es Steins und Lutetia. Cassini und New Horizons kamen keinem Asteroiden nahe. Eine solche Stippvisite ist das was das Wort sagt: eine kurze Erkundung. Auf der einen Seite ist der Aufwand gering. Es kostet etwas Treibstoff, um die Bahn an den Asteroiden heranzuführen und später wieder die optimale Bahn zu erreichen. Auf der anderen Seite ist selbst bei einer nahen Passage (die meist nicht möglich ist, weil die Bahndaten zu ungenau bekannt sind) das Objekt nur kurzzeitig bildfüllend. Als Beispiel mag hier der Vorbeiflug von Rosetta an Lutetia sein, die ja immerhin schon über 100 km groß ist und damit einer der größeren Brocken. Die Sonde passierte den Himmelskörper in 3.200 km Entfernung wobei er bei nächster Annäherung knapp bildfüllend war. Bei einer Geschwindigkeit von 15 km/s relativ zu Lutetia ist aber die Distanz von 3.200 km in 213 s durchflogen. Also dreieinhalb Minuten früher war der Planetoid nur halb so groß von der Raumsonde aus gesehen.

So ein Vorgehen lohnt sich also nur als „Zusatzgoodie“. Die zweite Möglichkeit ist es in einen Orbit einzuschwenken. Doch da die Asteroiden sich in größerer Entfernung von der Erde befinden und klein sind benötigt man viel Energie um dorthin zu gelangen. Entweder durch mehrfache Erd-Swingbys oder durch einen Ionenantrieb. So durch NEAR oder Dawn. Das dauert dann lange, dafür kann aus dem Orbit eine viel intensivere Untersuchung stattfinden. Allerdings waren hier die instrumentellen Möglichkeiten von NEAR wie auch die von Dawn nicht mit denen der größeren Raumsonden vergleichbar.

Ich will eine dritte Möglichkeit aufzeigen. Eine die preiswert ist und trotzdem schnell geht: Der Besuch von Erdkreuzern (NEO: Near Earth Object). Das sind Planetoiden welche die Bahn der Erde kreuzen. Es gibt einige bekannte von etwa 1 km Durchmesser und größer und jedes Jahr werden zahlreiche kleinere mit wenigen Hundert Meter Durchmesser entdeckt. Sie sind zwar relativ klein, aber schnell erreichbar. Jedes Jahr passieren Dutzende die Erde in einer Distanz unter 0,1 AE (15 Millionen km) ab der sie gelistet werden. Alleine dieses Jahr stehen noch zwei Vorbeiflüge mit 0.015 AE Minimaldistanz (2,25 Millionen km) an. Continue reading „NEO (Near Earth Observation)“