Die SLS – Evolution

Ich denke es ist mal Zeit für einen Blog. Ich mache mich nicht aus Themenmangel rar, sondern weil ich nachdem ich es etwas schleifen haben lasse wieder mehr an meinem Apollobuch arbeite. („Apollobuch“, weil es sich kürzer schreibt als der momentane Titel „Apollo – Raumfahrzeuge und Saturn“). Es ist das eingetreten was ich befürchtet habe. Ich stecke fest. Das Problem ist anders als bei den Büchern über Gemini und Mercury, dass es nicht zu wenig, sondern zu viel Informationen gibt. Es gibt so vieles durchzulesen und durchzuarbeiten, ohne das man im Text weiter kommt. Fertig sind eigentlich nur zwei kleine Artikel über den Anzug (immerhin auch schon 30 Seiten) und die Fernsehkameras. Sie zeigen auch ein zweites Problem das ich habe: Projektgeschichte. Die meisten US-Bücher behandeln die ausführlich, ich wollte sie aber weglassen. Es geht aber nicht. Es gab so viele Änderungen während des Programms. Beim Anzug ist es extrem: es gab sieben Versionen des Anzugs und ebenso viele des Backpacks. Das lag an Problemen, aber auch das man mehrfach die Anforderungen revidiert hat. Anfangs hatte man z. B. viel zu niedrige Anforderungen an die abzuführende Energie – das System das eingesetzt wurde führte schließlich 2,4 mal mehr Wärme ab als in der ersten Ausschreibung stand. Continue reading „Die SLS – Evolution“

SLS: für die einen billig, für die anderen teuer.

Vor einigen Tag hat nun die NASA endgültig die SLS beschlossen, nachdem sie schon im Juli hochdotierte Verträge mit ATK und Boeing abgeschlossen hat. 7021 Millionen Dollar soll das vom Februar 2014 bis zum Jungfernflug 2018 kosten. Nach der Computeranalyse gibt es eine 70% Wahrscheinlichkeit das man das Datum halten kann. Man will das verbessern indem man Probleme rechtzeitig angeht:

„If we don’t do anything, we basically have a 70 percent chance of getting to that date,“ said Bill Gerstenmaier, NASA’s associate administrator for space operations. „Our intent is to go look at those (expected) problems and see what we can do to mitigate (them).“ Continue reading „SLS: für die einen billig, für die anderen teuer.“

Wann ist Raketentechnik veraltet?

Schön wenn mir die Nachrichten ein Stichwort für meine Blogs liefern. Gemäß SpaceNews.com hat die ehemalige Vizeadministratorin Garver folgendes über die SLS gesagt:

Garver was not convinced. “The rocket is so similar, and it’s built off of 1970s technology. The very engines we’re going to use are space shuttle engines that were developed in the 1970s. Would you really go to Mars with technology that’s 50 years old? That’s not what innovation and our space exploration program should be all about.” Continue reading „Wann ist Raketentechnik veraltet?“

Space Shuttle 2.0

Zeit mal wieder für eine meiner „technischen Spinnereien“ Was würde geschehen, wenn die NASA auf die Idee käme, als Nachfolgesystem für das Space Shuttle eines neues zu entwerfen? Aus finanzieller Sicht sind alle Nachfolgeprojekte zur Versorgung der Raumstation ja teurer, wie schon im Blog diskutiert. Leider genügt das Space Shuttle nicht mehr den Sicherheitsanforderungen der NASA.

Fangen wir erst mal an, was es nicht sein wird. Es wird sicher nicht ein zweistufiges bemanntes Gefährt sein, wie bei den ersten Entwürfen des Space Shuttles vorgesehen. Die Entwicklungskosten von zwei bemannten Stufen sind zu hoch und das Risiko ist dann verdoppelt, auch wenn bei flüssigen Antrieben in beiden Stufen wenigstens ein Problem des Space Shuttles gelöst ist – er kann nicht abgetrennt werden solange die SRB arbeiten. Antriebe mit flüssigen Treibstoffen können jederzeit abgeschaltet werden. Continue reading „Space Shuttle 2.0“

Raumfahrtmythen: Die explodierenden Feststoffbooster

Es gibt Mythen, die werden immer wieder nachgeplappert, Leute die es wissen gibt es ja wenige, Leute die alles besser wissen dagegen viele. Heute geht es mal um die Explosionsgefahr bei Trägerraketen im Allgemeinen und Feststofftriebwerken im Besonderen.

Kommen wir erst einmal zu dem was eine Explosion ausmacht und was der Unterschied zu einer Verbrennung ist. Das geht auch mit ganz normalem Heizöl oder Benzin. Wird es entzündet, so verbrennt es. Dabei brennt die Kontaktfläche und die Verbrennung ist limitiert durch den an der Kontaktfläche vorhandenen Luftsauerstoff. Will man, wie das einem ja immer die Fernsehserien suggerieren, eine Explosion haben (z.B. bei Autounfällen), dann klappt das nicht. Sie können ja gerne ihr Auto mal zu Experimentalzwecken schrotten, Vielleicht können sie auch ausgelaufenes Benzin entzünden, aber es wird nicht wie im Film explodieren. Continue reading „Raumfahrtmythen: Die explodierenden Feststoffbooster“