Der Fall Uli Höneß

Ich habe mit Erstaunen das Urteil im Fall Hoeneß vernommen. Demnach stuft das Gericht die Selbstanzeige als nicht wirksam ein. Dem kann ich mir nur anschließen. Wenn schon Selbstanzeige, dann komplett, aber nicht erst 3,5 Millionen anzeigen, dann kurz vor dem Prozess 70.000! Blatt Papier mit weiteren 15 Millionen nachreichen und im Prozess bezifferte dann die Finanzermittlerin den Schaden mit 27,2 Millionen Euro an, was von der Verteidigung nicht bestritten wurde, was meist ein sicherer Hinweis ist das es noch mehr ist. Das Gericht setzte die Schuld auf 28,5 Millionen Euro an, plus 6% Zinsen.

Meiner Ansicht nach hätte man vertagen müssen. Wenn innerhalb von zwei tagen die Summe von 3,5 auf 27,2 Millionen hochschnellt, dann bleibt doch der Nachgeschmack dass da noch mehr hinterzogen wurde. Man hätte zumindest erst mal alles prüfen müssen was nun vorgelegt wurde und weiter nachforschen müssen. Alleine das Vorlegen so kurz vor Prozessbeginn halte ich schon für eine Frechheit. Continue reading „Der Fall Uli Höneß“

Der Januar, Englisch und Alice Schwarzer

Ab und an schaue ich mal nach wie viele Besucher es gibt und da hat der Januar einen neuen Rekord aufgestellt. Im Blog waren es nicht mal so viele: unter 24.000 noch unter dem Rekord von 26.500, aber über die ganze Webseite waren es 90.000. Meistens gibt es ein Ereignis, das für den Andrang verantwortlich ist, aber diesmal konnte ich nicht eine besondere Seite ausmachen. Ich habe dann mal bei Alexa.com nachgesehen ob sich das dort auch wiederspiegelt. Deren Ranking soll ja die tatsächlichen Besuche widerspiegeln, was etwas schwierig wird, wenn man nicht das Surfverhalten aller Besucher kennt oder zumindest die Weiterleitungen durch Suchmaschinen, was wohl selbst bei den laxen US-amerikanischen Datenschutzrichtlinien widerspricht. Aber auch Alexa sieht mich jetzt auf Platz 23.498 in Deutschland. Das ist relativ hoch, sonst bin ich meist unterhalb der 30.000. Dann interessierte mich ob das ein genereller Trend ist, dann schaue ich immer nach wie Raumfahrer.net gerankt ist, weil diese Website auch nur deutschsprachige Inhalte hat (die anderen deutschen Raumfahrtsites die ich kenne und die nicht von Regierungsorganisationen kommen haben ja auch meist englische Inhalte), aber dort hat sich nichts geändert und sie sind derzeit 57.367. Normalerweise ist Raumfahrer.net vor mir platziert, wenn auch niemals weit vorne. Continue reading „Der Januar, Englisch und Alice Schwarzer“

Die Schweiz und das Bankgeheimnis

Derzeit gibt es ja die Auseinandersetzung ob der Kauf der Daten-CD mit schweizerischen Bankdaten für 2,5 Millionen Euro rechtmäßig ist. Das ist es natürlich nicht. Aber es ist sicher ein gutes Geschäft für die Bundesfinanzverwaltung. Schon alleine die Möglichkeit auf der Liste sich wiederzufinden dürfte genügend Steuersünder zu einer freiwilligen Selbstanzeige führen, weil dies immer noch billiger als eine offizielle Verfolgung durch den Staat.

Erstaunt hat mich aber die Reaktion der Schweizer darüber, wie sie in zahlreichen Interviews geäußert wurde. Vor allem diese heuchlerische Empörung. Diese wäre nicht nötig, wenn die Schweiz sich an bilateralem Austausch von Daten über Steuersünder beteiligen würde. So was soll es ja auch zwischen Deutschland und der Schweiz geben um Zugriff auf die Daten von Steuersündern zu gewährleisten, analog wie es in Deutschland funktioniert. Auch hier kann ja das Finanzamt nicht einfach so auf die Daten zugreifen. Das msus dann schon entsprechend abgesegnet sein.

Die Frage ist doch: Wem nützt dieses uneingeschränkte Bankgeheimnis? Vor allem einmal der Schweiz selbst. So ist sie in den letzten Jahrzehnten zu einem Fluchtpunkt von Schwarzgeld und illegalem Kapital geworden. Die Schweiz ist reich geworden dadurch. Denn durch das Bankgeheimnis kommt ja niemand mehr an das Geld außer dem Eigentümer oder jemand der von ihm den Zugriff bekam. Wer weiß wie viel Geld auf Schweizer Konten schlummert von dem die Erben nichts wissen. Mal abgesehen von den Milliarden die Juden im zweiten Weltkrieg dort deponierten und die es später nicht mehr abholen konnten.

Auf Schweizer Konten sind 2 Billionen Euro deponiert. Wenn davon nur 1 % jährlich in Form der Differenz zwischen Zinssatz und Kreditzinsen in die Wirtschaft zurückfließt, dann sind das 20 Milliarden Euro oder pro Bürger in etwa so viel wie unser Bundeshaushalt beträgt. Da braucht man sich sich nicht über den Wohlstand dort wundern.

Nun gibt es überall solche Steuerschlupf- und Schwarzkapitalparadiese. Aber die Schweiz ist das einzige Flächenland und das einzige Land wo die Bürger sich noch aufregen. Das unterscheidet sie von Monaco, Andorra, Lichtenstein oder den Cayman Inseln. In Lichtenstein wissen die Leute das ihr kleines Fürstentum vom Geldwaschen lebt und weil das Ländchen so klein ist wird es wohl auch kaum eine andere große Volkswirtschaft geben. Aber die Schweiz? Ein Land das sich gerne als der Geburtsort der Volksdemokratie ansieht? Bevölkert mit Leuten die mit uns Schwaben verwandt sind und eigentlich rechtschaffende, fleißige Leute sind? Aber vielleicht war das einmal. Vielleicht ist heute die Schweiz nur noch eine reiche Insel in Europa, die vom internationalen Hehlertum lebt. Bekanntlicherweise sind ja Ausländer und Moscheen dort auch nicht erwünscht. Die Schweiz scheint sich durch die Billionen illegalem Geldes verändert zu haben. Sie heute eine Gesellschaft die vom Blutgeld afrikanischer Diamanten, den Einkünften von kolumbianischen Kokainanbau, den Ölmilliarden des Bin Laden Klans zur heimlichen Unterstützung von Al Quaida und natürlich von den Mafiamilliarden verdient von osteuropäischen Prostituierten lebt. Denn noch mehr als mit hinterzogenem Geld, kann man mit kriminell verdientem Geld verdienen und das dürfte inzwischen auch den Großteil der Schweizer Anlagen ausmachen.

Nur liebe Schweizer dann spielt nicht die entrüsteten! Ihr seid nichts anderes als ein Volk von Hehlern und Handlangern und euer Bankgeheimnis ist auch nichts anderes als der Ehrencodex der Mafia. Wer mit Kriminellen auf der ganzen Welt Geschäfte macht ist auch nicht besser als diese. Nicht wahr liebe Meineidgenossen? Also lasst die öffentliche Entrüstung, die könnte ihr beim Treffen mit den Drogenbaronen von Medellín oder den Finanziers der Taliban vorspielen.