Klassen- und Ehemaligentreffen

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Auf den heutigen Blog kam ich mir vor ein paar Tagen der Gedanke kam, mal zu googeln, was aus meinen Kommilitonen wurde, genauer gesagt aus meinem ersten Studiengang Lebensmittelchemie. Es ist bei den meisten meiner Mitstudent/innen nun 26 bis 27 Jahre her, das ich sie gesehen habe. Lebensmittelchemie war damals (ich weiß nicht, wie es heute ist) ein familiärer Studiengang, anders als Chemie. Wir waren zu neunt im Semester, von sechs der acht Kommilitonen habe ich rausgefunden, was sie heute machen. Auch wenn mir die meist englischen Begriffe nicht so viel sagen „Wie Key Account“,“International Sales and Marketing Consulting“ oder „Head of Scientific and Regulatory Affairs“. Immerhin zwei sind Geschäftsführer – die Bezeichnung hat man noch nicht eingeenglischt. Einer ist, wie ich es mal war, bei der Studentenbewegung, das war nicht neu, ich hatte mich auf dieselbe Stelle beworben, was ihn erst auf die Idee gebracht hat. Da seine Frau den Professor gut kannte, hat er sie bekommen. Continue reading „Klassen- und Ehemaligentreffen“

Die Jugend hats gut

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Den Aufhänger für meinen heutigen Blog lieferte mir eine neue Dokuserie „der beste Deal“. In der ersten Folge ging es unter anderem auch um das Mindesthaltbarkeitsdatum. Um einen Spannungsbogen aufzubauen, gibt es einen Journalisten der Angst hat, Produkte mit abgelaufenem MHD und einem der sie dauernd nutzt. An und für sich nicht schlecht, doch völlig übertrieben. Klar es gibt Produkte, da sollte man die nach Überschreiten des MHD die Finger davon lassen. Alles, was leicht verderblich ist wie frische Milch, Fleisch, Fisch. Aber so doof, wie die Journalistin sich anstellt, kann man nicht sein. Da muss man wirklich seinen Verstand abschalten. Es sollte doch logisch sein, dass Produkte die absolut wasserfrei sind, praktisch ewig halten so etwa Zucker und Reis. Oder wie ein Geschäftsleiter eines Supermarkts sagte, der nur abgelaufene Produkte verkauft „Das Salz war Millionen Jahre im Berg. Wenn es abgepackt wird, ist es nur noch zwei Jahre haltbar“. Aber es geht noch weiter. Continue reading „Die Jugend hats gut“

Verschüttetes Wissen und absinkendes Niveau

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Auf den heutigen Blogeintrag hat mich Hans gebracht. Wer in den frühen achtziger Jahren einen Heimcomputer kaufte, wurde nach 1-2 Sekunden mit einem „Ready“ und einem blinkenden Cursor empfangen, oder wenn er mehr ausgab mit einem „A:>“ und ebenfalls einem blinkenden Cursor.

Ohne ein Handbuch zu lesen, wäre man da nicht weitergekommen. Ich bin aber auch der Überzeugung, das wenn man so ein Gerät heute auf den Markt bringt würden die wenigsten damit klarkommen. Continue reading „Verschüttetes Wissen und absinkendes Niveau“

Die „Roberts“ und „Susans“

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Kürzlich hatte ich ein eintägiges Didaktikseminar. Dabei wurde uns dieser Film gezeigt. Er stellt zwei Studententypen vor: Die „Susan“, die am Stoff interessiert ist, die Vorlesung aktiv mit verfolgt, den Stoff nachbereitet und reflektiert und den „Robert“ Typ, dessen wichtigstes Ziel es ist, mit möglichst wenig Aufwand einen Abschluss zu erreichen. Interesse am Studium? Zumindest nicht am Lernen, mehr an dem Studentenleben.

Der Film meint dann, man könnte die „Roberts“ zum Lernen bewegen, indem man sie mit „Susans“ in Gruppen steckt und den Stoff/Klausuren so aufbereitet, das zum Bestehen nicht nur Kennen und Verstehen nötig ist, sondern auch das Anwenden. Ich bin da skeptisch, denn es gibt ja noch eine zweite Richtline, und zwar die, dass der Durchschnitt aller Klausurnoten politisch gewollt 2,5 betragen soll. Das bedeutet, man kann die „Roberts“ nur begrenzt durchfallen lassen, obwohl sie mittlerweile mehr als zwei Drittel aller Studenten stellen. Noch schlimmer: Nach diesem Film nimmt die Anzahl der Roberts laufend zu. Vor 30 Jahren gab es weitaus mehr Susans als Roberts und nun hat sich das Verhältnis umgekehrt. Das ist auch meine Beobachtung. Ich habe ja die Gelegenheit drei verschiedene akademische Systeme kennenzulernen. Beim ersten Studium eine Uni, beim zweiten und der nachfolgenden Berufstätigkeit eine Fachhochschule und nun als Dozent eine Duale Hochschule. Das Niveau ist laufend gesunken. Sowohl was ich an Interesse, Eigeninitiative und Vorbildung bei den Studenten feststelle, wie auch dem Anspruch der Lehre.

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Vorurteile, Studium, Kompetenz

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Ab und an Google ich nach meinem Namen – um festzustellen wer auf mich verlinkt oder noch wichtiger wer Inhalt meiner Website klaut. Ab und an stolpere ich auch auf interessante Links. So stieß ich auf einen schon etwas älteren Forumseintrag in dem meine Kompetenz hinsichtlich Raumfahrt angezweifelt wird, weil ich Lebensmittelchemie studiert habe (wäre sie mit einem Softwaretechnikstudium höher?). Das erinnert mich an eine Mail eines DLR Mitarbeiters, der mir vom Schreiben des letzten Buchs abraten wollte, unter anderem mit dem Argument, dass ich nicht Luft & Raumfahrttechnik studiert habe.

Das bringt mich zum heutigen Thema: Vorurteile, Studium und Kompetenz. Ich denke ich kann dank zweier sehr unterschiedlicher Studienfächer mitreden. Fangen wir mit dem Allgemeinen an und gehen dann zum Speziellen bei der Raumfahrt. Wie vielleicht der eine oder andere weiß, habe ich zwei Fächer studiert und zwar zum Ende, mit Abschluss und bin in beiden auch beruflich tätig gewesen. Zuerst Lebensmittelchemie an der Universität Stuttgart und dann Softwaretechnik an der Hochschule Esslingen. Bedie Studienfächer könnten unterschiedlicher nicht sein. Das eine ist eine Naturwissenschaft mit vielen praktischen Übungen, schwer vorhersagbarem Studienverlauf – unterschiedlichen Praktikadauern, Eingangsprüfungen vor Praktika die man auch nicht bestehen konnte und vor allem einem Studium das viel Selbstständigkeit, Selbstorganisation und Lernen daheim umfasst und einem technischen Fach mit einem fast schulmäßig organisierten Ablauf, festem Stundenplan, wenigen praktischen Übungen. Continue reading „Vorurteile, Studium, Kompetenz“