Das Ende des freien Internets

Einmal wurde propagiert, dass das Internet es jedem erlauben würde frei sich zu bewegen, das anzuschauen was er will. Informationen zu beziehen von woher er auch will. In unserer Gesellschaft gibt es auch wenige Dinge die wirklich verboten sind wie Websites mit Kinderpornographie oder nationalsozialistischem Gedankengut. Selbst dieses Verbot kann man leicht umgehen, indem man das ganze im Ausland hostet, am besten mit einem ausländischen Strohmann als Admin-C. Vieles ist für Eltern schwieriger geworden wie z.B. zu verhindern dass die Kinder auf Pornowebsites kommen oder auch nur mit Werbung dieser Art überflutet werden (besuchen sie einmal ein Bittorrentportal und sie wissen was ich meine).

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Das Regieren wird schwieriger

Um an den letzten Eintrag mal anzuknöpfen, eine rein mathematische Betrachtung der Bundestagswahlen seit der Entstehung der BRD.

1949 gab es noch 12 Partien und Unabhängige im deutschen Bundestag, darunter Parteien die heute vergessen sind wie die Bayernpartei oder deutsche Partei. Dabei ist übrigens die CSU als eigene Partei gezählt. Schon 1953 waren es nur noch 7 und 1857 nur noch 5. 1961 war dann ein Stand erreicht, der für 20 Jahre Bestand haben sollte: Es gab CDU, CSU, SPD und FDP. Da es sehr schwierig ist für eine der beiden großen Partien mehr als 50 % der Stimmen zu erhalten (Kohl schaffte es 1980 fast) war seitdem die FDP immer in der Regierung bis 1998 mit wechselnden Koalitionspartnern, was ich insbesondere nach dem 180 Grad Wechsel 1982 die Bezeichnung "Wendehals" Partei einbrachte (Der Wendehals war der Vogel des Jahres 1982).

Mit dem Einzug der Grünen 1983 änderte sich zum ersten mal seit über 20 Jahren etwas. Die Reaktion der etablierten Parteien erinnert verblüffend an das was man heute hört, wenn von der Linken die Rede ist. Sie wurden als Haufen von Alt-Nazis, Kommunisten, Idealisten und Spinnern beschimpft. Es dauerte einige Jahre bis man erkannte, dass sie keine kurzzeitige Erscheinung waren und sich dadurch die Parteienlandschaft nachhaltig verändert hat: Es ist heute für die beiden großen Partien unmöglich die absolute Mehrheit zu bekommen. Selbst Ergebnisse von 40+ % die in den 70 er Jahren normal waren sind heute ein Spitzenergebnis. Vor allem aber ist nun die FDP nicht mehr Zünglein an der Waage. Zumindest die SPD hat nun mit den Grünen einen weiteren potentiellen Koalitionspartner. 1985 gab es die erste rot-grüne Koalition in Hessen und seitdem sind die Grünen nicht nur in den Ländern mit an der Regierung beteiligt.

Die Wende und die Integration der DDR brachte die PDS mit in den Bundestag. Als ehemalige SED waren sie nun die neuen Paria im Bundestag. Es sah es in den ersten Jahren so aus, als würde mit zunehmender zeitlicher Distanz von der Wende ihr Wählerpotential immer geringer. 2002 schafften sie es weder über die 5 Prozenthürde, noch bekamen sie die nötigen 4 Direktmandate für eine Fraktion zusammen. So zogen nur 3 direkt gewählte Abgeordnete ein. 2005 kam dann der Zusammenschluss mit dem westdeutschen Wahlbündnis Arbeit & soziale Gerechtigkeit – Die Wahlalternative zu einer gemeinsamen Liste und damit vor allem im Westen zu mehr Stimmen.

Die folge ist dass wir nun 5 Parteien im Bundestag haben. 2 Große und 3 kleine mit jeweils so 8 % Stimmen mit kleinen Ausschlägen nach Oben und unten. Zwei der kleinen Partien sind links orientiert. Die FDP wohl in der Mitte. Man kann leicht durch Nachdenken ermitteln, dass hier die klassische Koalition eine große und eine kleine Partei schwierig ist. Es klappt nur wenn beide Parteien erfolgreich sind. Die Wahrscheinlichkeit, dass man entweder noch eine zweite kleine Partei zum Regieren braucht oder nur eine große Koalition möglich ist relativ hoch.

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Wahlen, Wahlversprechen und der Wählerwille

Ich habe gestern mal in meinen Blogstatistik geschaut. Er erfreut sich steigender Beliebtheit mit 50-100 Seitenabrufen pro Tag. Ich war erstaunt, da die meisten Besuche auf die Artikel entfallen, die sich eigentlich nicht mit Raumfahrt beschäftigen, während die Kommentare sich gerade auf diese konzentrieren. Der beliebteste Blog ist über den Kinder Maxi King. Ich möchte daher heute mal ein Thema aufgreifen, das mich derzeit beschäftigt und auch im Fernsehen breit diskutiert wird und durchaus kontrovers mit unterschiedlichen, aber jeweils gut begründeten Standpunkten.

Die Wahlen in Hessen und Hamburg haben wieder einmal zu Konstellationen geführt in denen Koalitionen schwer möglich sind. In Hessen reicht es weder zu Rot-Grün, noch zu Schwarz-Gelb und in Hamburg scheint nur Rot-rot-grün oder Schwarz-Grün möglich zu sein, in jedem Fall müssen sich Partner zusammen finden die politisch weit auseinander liegen. Nun entbrennt eine Debatte darum ob sich Ypsilantis mit den Stimmen der Linkspartei wählen lassen soll. Dabei wird immer der „Wählerwille“ angesprochen. Was ist richtig? Sollte eine Partei sich strikt an ihre Wahlversprechen halten, auch wenn dies bedeutet, dass sie dann nicht an die Regierung kommen kann und – im Falle von Hessen – es praktisch nur die große Koalition als Möglichkeit mehr gibt? Andererseits hat die SPD ja Wahlkampf gegen die CDU geführt, wäre dann eine große Koalition nicht dann auch ein Bruch des Wahlversprechens? (mehr …)

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Braucht Russland die Angara?

Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion hat sich auch in Russlands Raumfahrt einiges geändert. Die einschneideste Änderung war, dass nun die Ukraine und Kasachstan unabhängige Republiken wurden. Beide Staaten sind nicht reich, es gibt keine Bodenschätze wie in Sibirern, so versuchten beide Devisen von Russland zu bekommen, und so steigen die Preise für Produkte aus diesen Ländern. Russland wollte analog unabhängig von den anderen Sowjetrepubliken sein und in vielen Dingen geht dies auch, doch nicht in allen. So stammen eben Teil von Trägerraketen aus der Ukraine, einige sogar komplett wie dir Zyklon. Umgekehrt ist Baikonur der wichtigste Weltraumbahnhof den Russland hat und das Starten der Raketen ließ man sich gut bezahlen.

So gibt es seit 1990 Bestrebungen Russland unabhängiger zu werden. Bei den Trägerraketen setzte man mehr auf russischen Modelle und so nahm die Starts der Zyklon und Zenit ab, die Teile von der Ukraine enthalten. Es gab auch den Versuch mit dem neuen Kosmodrom Swobodny im fernen Osten eine Konkurrenz zu Baikonur aufzubauen, doch mehr als einige Starts sah Swobodny nie. Das Problem des Raketenstartplatzes ist heute weitgehend gelöst: Russland zahlt eine fürstliche Pacht für das Gelände und Baikonur ist praktisch eine extraterritoriale Insel in der unter anderem es zwei Währungen und zwei Schulsysteme gibt. Ab und an gibt es Ärger wenn ein Fehlstart zu der Belastung der Steppe mit giftigem Treibstoff führt, doch nach Zahlung einiger Millionen ist wieder Eitel Sonnenschein.

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wer hat Angst vor dem bösen Hydrazin?

Ja so könnte man überspitzt formulieren, wofür Hydrazin in letzter Zeit herhalten muss. Demnach ist Hydrazin ultragefährlich und man muss einen Satelliten mit 500 kg Hydrazin abschießen. Kasachstan schneidet ebenso Millionenbeträge von Russland heraus, wenn eine Trägerrakete in der Steppe niedergeht wie dies z.B. zweimal in dem letzten Jahr bei dem Fehlstart einer Dnepr und einer Proton der Fall war.

Also es ist Zeit etwas Aufklärungsarbeit zu betreiben. (mehr …)

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