Kevins erstes Buch

Nachdem ich nun ja schon fast zwei Jahre Buchautor bin, habe ich nun auch jemanden andern inspiriert: Von Kevin ist sein erstes Buch , eine Broschüre über das sein Projekt zur Stratosphärenforschung erschienen. Auf 32 Seiten beschreibt er, warum er die private Stratosphärenforschung für wichtig hält und welche Experimente er vorschlägt: Es hätte durchaus mehr sein können, denn die Preisgestaltung ist bei BOD so, das bis 48 Seiten alles einen Einheitspreis kostet und danach er linear pro Seite ansteigt. Es gibt übrigens da einen Bruch: Wenn Kevin 52 Seiten gedruckt hätte, und auf den letzten 20 Seiten nicht gestanden wäre, wäre entweder seine Verdienstspanne um 50 % höher gewesen oder er hätte den Preis um 20 % senken können.

Es gibt zwei kleine stilistische Fehler, doch das ist beim ersten Buch normal. Auch bei mir stand beim ersten Buch in den Kataloginformationen „Gemini Program“ mit nur einem „m“ und die Seitenzahlen waren alle auf dem Innenrand anstatt dem Außenrand. Wenn man dann das zweite macht, denkt man dran oder man greift gleich auf eine Vorlage zurück bei der die ersten 6 Seiten schon fertig formatiert sind. Bei Kevin sind die Seitenzahlen übrigens alle links 🙂

Ich finde das Buch gut. Der einzige Kritikpunkt: Ich hätte mir viel mehr gewünscht. Mehr heißt, mehr Erklärungen, mehr Erläuterungen. Wie ist die Atmosphäre geschichtet? Was läuft in der Stratosphäre ab? Das wird nur angeschnitten. Auch bei Experimenten wären noch umfangreichere Erklärungen oder eine Art Diskussion hilfreich gewesen: Sinn und zu erwartende Erkenntnisse Versus Gewicht/Kosten (so als Beispiel). Ich habe ihm in der Mail zwei Beispiele genannt wo ich mitreden kann wie z.B. die Diskussion: Stromversorgung Solarzellen/Batterien. Man kann das leicht ausrechnen was schwerer ist oder ab welcher Betriebsdauer überhaupt Solarzellen sinnvoll wären, wenn es darum geht Gewicht zu sparen.

Ich vermisse daher auch so eine Art Beispielsmission: Wie sieht der Ballon aus, wie ist er ausgerüstet, wie läuft alles ab, was könnte das kosten und könnte es bringen? Also Kevin kann in einer zweiten Auflage noch eine ganze Menge mehr schreiben. Aber auch das verstehe ich: Das erste Buch war auch bei mir ein Versuchsballon. Es ist kein Zufall, dass die erste Auflage des Gemini Programms nur 68 Seiten dick ist: Ich wollte einfach nicht mehr als 2-3 Wochen in das Projekt investieren, wer weiß ob überhaupt irgend jemand es kauft? Ich denke so was ähnliches hat sich Kevin sicher auch gedacht. Und man kann ja dann später eine zweite nachschieben….

Mal sehen ob ich noch andere inspiriere. Für mich hat Bücher schreiben einen wichtigen Nebeneffekt: Er zwingt mich mich intensiver mit einem Thema auseinanderzusetzen als ich es bei einem Webaufsatz tun würde. Da gibt es Größenbeschränkungen und ehrlich gesagt sind mir da die Leser wurst. Die zahlen nichts und haben auch meiner Ansicht nach keinen Anspruch auf etwas. Irgendwie mildert das bei mir das Beharrungsvermögen bei einem Thema… Wochen oder Monate lang recherchieren und schreiben benötigt schon eine gewisse Motivation. Beim Buch ist es so, dass es eigentlich nie richtig fertig ist: Bei jedem Durchlesen fällt mir etwas ein, dass man noch nachschauen könnte oder eine Frage stellt sich die man erst recherchieren muss. Man lernt eine Menge über das Thema. Und später kann man nachschlagen (ja ich benutze meine eigenen Bücher als Nachschlagewerk, da ich vor allem Zahlen ganz schnell wieder vergesse)

Kevin hat mich übrigens noch auf etwas gebracht. Meinen Erfahrungen nach werden Bücher nach Preis gekauft. Ich habe das auch gemerkt, in der Zeit in der noch beide Auflagen des Gemini Programms bei Amazon gleichzeitig zu haben waren: Die erste billigere ging schneller weg, obwohl die zweite nicht nur besser ist sondern auch mehr Inhalt pro Euro enthält (kleinere Schrift und Ränder, nur zwangsläufiger Overhead von etwa 6-8 Seiten für Pflichtangaben fallen nicht so ins Gewicht). Ich ticke da etwas anders und schaue erst auf die Kommentare, dann die Seitenzahlen und dann den Preis. Ich neige aber auch auch dazu, Bücher mit vielen Seiten zu kaufen weil sie verhältnismäßig billig sind. Dann stellt sich meist raus, dass es jemand bei den Schrifttypen sehr gut mit mir meint oder viele Bilder verwendet. Auf jeden Fall habe ich kurzerhand etwas umgesetzt: Ich habe da Buch „Europäische Trägerraketen 1“ dass schon seit fast einem Jahr auf den Markt ist in drei Teile auf gespaltet und diese getrennt veröffentlicht. Je eines für die Black Arrow und Diamant, die Europarakete und die Ariane 1-4. Wenn also nur Ariane interessiert, kann einfach den Band kaufen und kommt mit weniger als der Hälfte des ersten Buches weg. Ich habe zuerst überlegt ob das sinnvoll ist, kommt sich nicht jemand verscheißert vorkommt, der schon den Dicken Band kauft und dann nochmal einen der kleinen? Beim genauen Nachdenken fällt mir aber kein Grund ein, warum man erst das eine Buch und dann das andere vom selben Autor kaufen sollte. Trotzdem ist in den Kataloginformationen ein Hinweis drin, dass es sich nur um Teile des zuerst erschienen Bandes handelt.

Mal sehn ob sich mehr Käufer finden – die Bücher sind mit 7,90, 9,95 und 13,90 Euro deutlich billiger als der erste Band. Wenn ja, dann backe ich vielleicht in Zukunft kleinere Brötchen, sprich Bücher mit maximal 200 Seiten die dann auch maximal 16-17 Euro kosten. Auch andere Bücher kann man noch splitten – das ATV/ISS Buch kann man in ein reines ATV und reines ISS Buch aufgliedern und Ariane 5/Vega in zwei Bücher über Ariane 5 und Vega. Mal sehen…

2 thoughts on “Kevins erstes Buch

  1. „…und ehrlich gesagt sind mir da die Leser wurst. Die zahlen nichts und haben auch meiner Ansicht nach keinen Anspruch auf etwas.“

    Wow. Damit haben sie mich und vermutlich viele andere treue Blog Leser ziemlich vor den Kopf gestoßen. Warum schreiben sie dann überhaupt einen öffentlichen Blog, wenn wir, die Leser, ihnen sowieso Wurst sind?

    Es stimmt, dass ich nichts zahle, aber indirekt sollten sie dadurch, dass ich ihren Blog lese, über Werbung hoffentlich doch etwas Geld verdienen. Von mir aus können sie auf der Seite auch ruhig noch z.B. Google Ads hinzufügen, wenn der Blog interessant ist, dann stört Werbung nicht.

    Josef

  2. Lieber Josef

    Diese Passage bezieht sich auf eine Sorte von Menschen die auf die Website kommen und dann Sprüche ablassen wie „Wegen der Rechtschreibfehler habe ich sie sofort wieder verlassen“.

    Weiterhin gibt es da auch Wünsche zu bestimmten Thema Aufsätze zu machen, die nicht zu meinen Interessen gehören. Auch auf die gehe ich nicht ein. In diesem Sinne sind die Leser einem „Wurst“: Ich denke nicht an sie wenn ich für die Website was mache, ich mache es weil es mich interessiert. Bei einem Buch sieht es anders aus: Der Leser zahlt für die Leistung und hat Anspruch dass der Autor ihn komplett informiert und den Stoff verständlich aufbereitet. Das kostet enorm viel Arbeit und Zeit und macht einen Riesenunterschied zu den Webseiten auf, wo ich wenn es mir selbst reicht oder ich einfach die Lust verliere noch tiefer nach zuschauen aufhöre und dabei meist auch die Rechtschreib-/Grammatikprüfung zu kurz kommt.

    Wenn es mir ums Geld verdienen ginge würde ich mich sicher auf etwas konzentrieren was viel mehr Leute interessiert. Da gibt es sowohl im Bereich Raumfahrt wie auch Lebensmittel erheblich mehr.

    Die Werbung die jetzt drin ist ist minimal und ich denke nicht zu sehr störend. Sie deckt aber auch gerade einmal die Kosten für das Hosting der Seiten. Für den dazu gehörigen Internetzugang würde es schon nicht reichen.

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