Nutzloses Wissen

Eines der Unwörter der letzten Jahre ist „Nutzloses Wissen“. Dieses Wort hat dank dem Fernsehen eine ganz neue Bedeutung bekommen. Hätte man mich vor 10 Jahren gefragt hätte ich wohl geantwortet „das ist Wissen das veraltet ist wie die Bedienung von CP/M“ oder „Das ist Wissen das man nicht richtig verstanden hat“. Dank dem Fernsehen wissen wir, dass Nutzloses Wissen Fakten über Dinge sind, die einen weder interessieren noch einem nützen.

Es sind zwei Kategorien: Das eine sind Sendungen über Dinge die es zwar gibt aber für das persönliche Leben weder wichtig sind noch es interessant ist das zu wissen.  So was wird in „Galileo“ vermittelt: Ehrlich gesagt: Was ist daran interessant wie Fertigessen oder die Armaturenbretter eines Autos hergestellt werden? Das ist vielleicht interessant wenn ich in dem Business arbeite, doch dann wüsste ich darüber wahrscheinlich mehr als im Fernsehen kommt. Das zweite kann man eher als „nutzlose Fakten“ betrachten. Das ist das was man in Quiz Shows lernt.

Natürlich kann man sich geschmeichelt fühlen wenn man wie ich die Antwort auf die 150.000 Euro Frage beim Star-Quiz weiß. (Gefragt wurde nach Porzellanfritten wobei es noch Kombinationen von „Porzellan“ mit anderen Beilagen zum Hauptgericht als Antworten gab. Das ist ein recht gutes Beispiel für „nutzlose Fakten“. Porzellanfritten sind poröse Filter die in der Chemie und Mikrobiologie benutzt werden um ausgefallene Niederschläge oder Bakterien von der Lösung zu trennen. Die Kenntnis gehört genauso zum Fachvokabular in der Chemie wie die „Liebigsche Flasche“ oder der „Erlenmeyerkolben“. Wer nicht gerade Chemie studiert wird diese Fachbegriffe nicht kennen. (mehr …)

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Es gibt nur wenige gesicherte Ernährungsregeln

Gestern bin ich in der NDR Talkshow hängen. Eigentlich wegen Josephine Preuss die ich gerne im Fernsehen sehe. Da kam dann noch der Alfons Schubeck, der ein Buch geschrieben hat und im Staccato Ton seine Erkenntnisse weitergibt. Ohne im Detail darauf einzugehen (auch weil ich das in der Menge gar nicht alles rekapitulieren kann). Aber es erinnert mich an etwas was weitgehend unbekannt ist:

Es gibt nur wenige gesicherte Ernährungskenntnisse. Das grundlegende Problem ist das, dass sehr viel extrapoliert wird.

Also was man weiß ist wie Vitamin wirken (zumindest bei den meisten). Wie Vitamine zerstört werden wurde durch Versuche festgestellt und dies auch in Nahrungsmitteln. Das alles ist gesichert. Auch die Mangelkrankheiten sind noch recht gut charakterisiert. Doch schon hier fangen die Probleme an. Es gibt Vitamine mit kaum oder gar keine Mangelsymptome auslösen und es ist schwer aus den biochemischen Wirkungen genau ein Mangelsymptom vorherzusagen.

Was nun seit Jahrzehnten diskutiert wird ist, ob mehr Vitamine gesünder sind, vor allem wenn es wirklich viel mehr ist als die „Empfehlungen zum Tagesbedarf“ (die sich auch alle paar Jahre ändern, das alleine sollte schon zu denken geben…). Ob Vitamine anders wirken, wenn man sie isoliert zu sich nicht (z.B. als Vitamintabletten) und andere sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe da noch eine Wirkung haben ist dagegen keinesfalls gesichert. In dem Sinne fand ich es sehr befremdlich wie sich Schubbeck über Essenszubereitung wegen der Vitaminschonung ausließ. Also klar es gibt Verluste bei der Zubereitung und die kann man minimieren, indem man ein paar einfache Regeln befolgt aber so wie er es darstellt stirbt man ja gleich, wenn man das Essen falsch zubereitet. (mehr …)

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Die Suppe lügt!

Das ist der Titel eines Buches von Hans-Ulrich Grimm. Er taucht immer wieder in Talkshows oder anderen Verbrauchersendungen als „Verbraucheranwalt“ auf. Meines Erachtens zeigt er aber nur, dass man als Politikwissenschaftler (das hat er gelernt) nicht über Ernährung und Gesetze schreiben soll, obwohl seine Bücher sich wohl gut verkaufen, denn er prangert immer irgendwelche Methoden der Industrie an. Als ich ihn zuletzt im Fernsehen sah, hat er sich mit dem Chef des Verbandes für Fleischerzeugnisse gestritten. Seiner Ansicht nach dürfte ein Schinken der im Schwarzwald geräuchert, aber von Schweinen aus Norddeutschland stammt nicht „Schwarzwälder Schinken“ heißen. Das zeigt nicht nur eine Unkenntnis der Herstellung und Besonderheit des Produktes, sondern auch der Gesetze. Schlussendlich scheint er ein Feindbild zu haben, denn das die Unternehmen ja nur das ausnützen, was gesetzlich erlaubt ist ist normal. Anprangern sollte man (wie ich es tue), dass bei uns die Gesetzeslage immer lascher und verwirrender wird.

Doch in einem hat er recht: Die Suppe lügt tatsächlich. Ich will an dieser Stelle einmal ein Produkt eines Markenherstellers, der mit „M“ beginnt besprechen (sie können auch eines Hersteller, der mit „K“ beginnt nehmen oder ein Noname-Produkt, die Zusammensetzung wird fast die gleiche sein, doch dazu später mehr). Schauen wir uns erst mal das Zutatenverzeichnis an: (mehr …)

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Schnapsideen für den Klimasünder

Vor ein paar Wochen kam zur Klimakonferenz in Kopenhagen ein „Auslandsjournal Extra“ wo der Reporter aufdeckte dass man mit einfachsten Mitteln die Klimarelevenaten Ausstöße um rund 20 Milliarden Tonnen Kohlendioxid pro Jahr senken kann, was angeblich das Kopenhagen Ziel wäre. Eine Reihe von Ideen sind gut aber ich bezweifele, dass sie in der summe das 20 Gt Ziel erreichen.

Die Hauptmaßnahme, dass muss man sich auf der Zunge zergehen lassen ist es die Dächer weiß zu streichen. Beispiel – und deswegen kam man wohl auf die Schnapsidee – war Los Angeles. Da kommen tatsächlich große Reduktionen raus. Das liegt schlicht und einfach an der „Air Condition“. Ich habe einen E-Mail Kontakt in den USA, er lebt alleine und hat einen Stromverbrauch von 11.100 kWh – den größten Teil davon im Sommer dank Air Condition. Wir haben in zwei Etagen zusammen einen von 3.500 kWh, also ein Drittel. Klar ist, dass wenn die Häuer sich weniger aufheizen braucht man weniger Air Condition. Klar ist auch dass reflektierte Strahlung eine geringere Erwärmung bringt – schlussendlich ist eines der ungelösten Rätsel bei der Klimaerwärmung, wie dies die Wolkenbildung beeinflusst – mehr helle Wolken bedeuten höhere Abkühlung durch Reflexion des Lichts, weniger Wolken oder dunkle Wolken absorbieren dagegen Strahlung.

Nur: ob es so viele Häuser gibt, dass dieser Effekt (ohne Air Condition die es ja praktisch nur in den USA in größerem Maße gibt) uns vor einem Großteil der Klimaemissionen bringt. Ich wage das zu bezweifeln. Vor allem wäre es ja dann eine preiswerte Möglichkeit für Staaten – sie müssten nur alle Straßen weiß streichen, die durch den Asphalt ja eine ziemlich niedrige Albedo haben – um ihre Klimaziele zu erfüllen. (mehr …)

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Artensterben

Gestern eröffnete „Klimakanzlerin“ Angela Merkel das „Aktionsjahr Artensterben“ und tönte wieder mit markigen Worten „es müsse jetzt etwas geschehen“. Und wie ich den Nachrichten entnehme hat Deutschland die Pläne dafür schon seit Jahren in der Schublade. Das ist symptomatisch: Seit Jahren in der Schublade, nur tun tut man nichts. Mal abgesehen davon dass natürlich Klimaschutz der beste Schutz gegen das Artensterben ist, gäbe es eine Menge das Deutschland tun könnte.

Das erste und wichtigste wäre einmal mehr Naturschutzgebiete auszuweisen. Vor allem aber die bisherigen zu vergrößern und zu vernetzen, die ja derzeit mehr wie Inseln in einem besiedelten und landwirtschaftlich genutzten Gebiet verstreut sind. Der einfachste Weg wäre es landwirtschaftlich genutztes Gelände am Rande der Biotope aufzukaufen und so aus der intensiven Nutzung zu nehmen. Der intensiven, denn es gibt natürlich eine Reihe von Kulturlandschaften, die auch für die Natur nützlich sind, wie extensive bewirtschaftete Weiden, Almen, Heide oder Streuobstwiesen. Hier könnte man diese pachten was auch preiswerter käme. (Ohne menschliche Eingriffe würde sich sonst bei allen nicht bewirtschafteten Flächen Wald bilden. Wald ist aber nicht unbedingt so artenreich wie man meint, weil die Bäume praktisch keine anderen Pflanzen aufkommen lassen).

Mal eine meiner allseits so beliebten Rechnungen. Derzeit hat Deutschland 5.314 Naturschutzgebiete auf einer Fläche von 6.845 km. Also die meisten sind wohl so um 1 km² groß. Bei uns kostet 1 m² landwirtschaftlich genutzter Boden so 6 Euro. Ich nehme an weiter abseits der Städte als bei mir (12 km Stuttgart entfernt) sind es vielleicht die Hälfte, also 3 Euro. Dann kostet ein Quadratkilometer rund 3 Millionen Euro. (mehr …)

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